19 Mai

Die Esoterik - Invasion

 

Die Esoterik - Invasion 

 

Die Esoterik boomt an allen Ecken und Enden.  

In den Buchhandlungen gibt es einen erheblichen Anteil an Büchern zu alternativen Heilmethoden, Schamanismus, Edelsteintherapie, Reiki, Channeln, Astrologie und vielen anderen Sparten der Esoterik. In den Lokalzeitungen bieten esoterische „Therapeuten und Lebensberater“ ihre Dienste an, wie man mit Engeln in Verbindung treten kann oder Erdstrahlen aufspürt. Die Volkshochschule hat ein erhebliches Kursangebot auf diesen Gebieten.

Esoterik ist heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch solche, die nicht unbedingt als Esoteriker gelten wollen haben sich solcher Praktiken schon bedient, weil sie es als „Erlebniskick“ empfinden.

Doch was heute fehlt, ist die spirituelle Allgemeinbildung. Wissen wir, was wir da tun? Kennen wir überhaupt den geistigen Hintergrund solcher Praktiken? Ist das alles harmlos oder birgt es auch Gefahren?

Der Begriff „Esoterik“ kommt von dem griechischen Wort esoterikos, das bedeutet „innen, verborgen, geheim“. Er ist in gewissem Sinn ein Sammelbegriff, denn er umfasst alle Methoden, die geheime Lehren über verborgene Kräfte vermitteln wollen. Heute ist ein großer „Supermarkt“ daraus geworden mit Angeboten für jeden Geschmack und mit teils überzogenen Ansprüchen. Esoterik sagt heute immer mehr, wir reparieren die Leute die durch das Wirtschaftsleben kaputt gemacht werden. Aber entspricht das den Tatsachen?

Ein gutgläubiger Jemand sehnt sich nach Wahrheit und Erfüllung und driftet dabei vollends in eine Parallelwelt ab. Jeder siebente Deutsche, das sind 15% der erwachsenen Bevölkerung, ist ein spiritueller Sinnsucher. Damit hat man bereits die Traditionschristen (10%) hinter sich gelassen. Ein lebendiges geistliches Christentum könnte die gewünschten Antworten geben, doch danach verlangen die Leute heute nicht.

Der Einstieg beginnt oft nicht mit der Absicht, Esoteriker zu werden. Am Beginn steht der Reiz des Neuen, Übersinnlichen, der Wissensdurst, welche Dynamiken denn dahinter stehen oder auch der Leidensdruck durch Krankheit und Probleme. Die „Gesellschaft der Sinnsuchenden“ bietet scheinbar Lebenshilfe, Orientierung, Selbstverwirklichung. Esoterisches ist sogar zu einer Art Volkssport geworden. Esoteriker entwickeln ein spezifisches Vokabular, die Aspiranten beginnen das Phantastische zu benennen mittels vieler Fachausdrücke und Namensgebungen. Der geheimnisvolle Neu-sprech macht neu-gierig und erschließt eine andere Welt. Bei all diesen Angeboten besteht die Schwierigkeit vor allem darin, dass es immer mühsamer wird, Magisches und Nicht-Magisches auseinanderzuhalten. Wir haben es hier mit einem Unschärfeproblem zu tun. Esoterische Einflüsse zu erkennen ist also nicht ganz einfach.

Aber an folgenden vier Grundaussagen der Esoterik lässt es sich recht eindeutig bestimmen:

  • Alles wird von kosmischer Energie durchflossen (Mensch, Schöpfung, Universum, Materielles und Immaterielles)
  • Nach der Entsprechungslehre findet der Makrokosmos (das Weltall) immer seine Entsprechung im Mikrokosmos (in der kleinen Welt des Menschen)
  • An einer Krankheit ist immer ein Energieungleichgewicht schuld
  • Heilung kann nur durch die Wiederherstellung der Harmonie mit der kosmischen Energie erfolgen.

Esoterik kommt auf jeden Fall im Gefolge der Wellnessindustrie daher. Esoterisches Gedankengut präsentiert sich als hip und trendy. Viele Esoteriker „missionieren“ mit ihren Erkenntnissen und ziehen viele Ahnungslose in diesen Strudel hinein.

Doch das ändert nichts daran, dass Esoterik nach wie vor für viele Menschen zu einem Gefängnis wird, aus dem sie sich gar nicht oder nur unter großen persönlichen und finanziellen Verlusten befreien können, eben ein „New Cage“, der Verlust der Freiheit. Das sagt ihnen aber vorher niemand!
Sehen wir uns einmal die Karriere einer typischen Esoterikerin an.

Eine esoterische Karriere

„Ja, ich hatte spirituellen Durst. Bis dahin hatte ich nur ein formales, totes Christentum kennen gelernt und ich konnte mir gut vorstellen, dass es etwas Weiterführendes geben müsse.“ Die junge Frau, wir nennen sie Elke, begann ihre esoterische Karriere, indem sie von einem Kollegen in einen esoterischen Hauskreis eingeladen wurde. Bei Kerzenlicht, Räucherstäbchen und dem Singen von Liedern aus allen Religionen begann sie, die „unsichtbare Welt“ mit ihren Energieströmen und dem Gefühl etwas Besonderes zu sein, kennen zu lernen. Genau das erfahren heute viele Sinnsucher, die sich auf fernöstliche oder esoterische Methoden einlassen. Das Interesse wird geweckt, man will mehr wissen!

Sie beschäftigte sich  mit New-Age-Zielen und versuchte von nun an täglich, die „Selbstheilungs-kräfte der Erde“ durch Meditation zu fördern. Sie machte immer wieder neue esoterische Ausbildungen wie z.B. Transformations-Therapie und ein Seminar nach dem anderen. „Mein Mann fragte mich einmal, ob ich nicht endlich mit all meinen Kursen und Ausbildungen aufhören könne. Dies schien mir jedoch unmöglich zu sein, denn immer wenn ich meinte: Nun habe ich gefunden, wonach ich suche, bot sich wieder etwas Neues an. Das alles kostete nicht nur enorm viel Zeit, sondern auch sehr viel Geld.“

Auf diese Weise werden Esoterikjünger in Trab gehalten und es entwickelt sich bei einigen eine Art „Suchtverhalten“. Beim nächsten Seminar, da habe ich dann was ich suche! Aber es entpuppt sich als Fata Morgana.

Wie aber verändert die fortwährende Beschäftigung mit Esoterik den Menschen? „Nachdem ich längere Zeit meditiert, mich mit Astrologie und Tarotkarten beschäftigt, Yoga und Fantasiereisen zu meiner Entspannung gemacht, zahlreiche Selbsterfahrungskurse besucht, mich mit spiritueller Heilung befasst und Bücher über …Schamanen, Kelten und Ägypter gelesen hatte, stellten sich bei mir bestimmte Phänomene ein.“ Einerseits wurde sie selbstsicher und auch stolz auf ihre besonderen Fähigkeiten, die sie anderen Menschen überlegen machte und auf ihr „inneres göttliches Wesen“.  Manche bestätigten ihr eine anziehende Ausstrahlung.

Andererseits aber hatte sie viel mit Ängsten zu tun. Ständig war sie beschäftigt, innere Blockaden zu lösen, ihre Aura mit ätherischen Ölen und Räucherstäbchen zu reinigen und sich von Menschen mit schlechten Energien fernzuhalten. Jede unverhoffte Situation im Leben musste analysiert werden und bekam eine spirituelle Bedeutung. Denn in der Esoterik wird man gelehrt, dass es keine zufälligen Missgeschicke gibt: „Alles hat Bedeutung — Zufälle gibt es nicht!“ So lautet angeblich ein ehernes kosmisches Gesetz. Je mehr Lücken, Ungereimtheiten und Schwächen esoterische Lehren aufweisen, desto mehr an Vorstellungskraft wird im sehnsüchtigen Kandidaten mobilisiert.

Und wenn Störfälle passieren, so wird eben gereinigt, entstört, energetisch versiegelt und angebliche Blockaden gelöst. Dazu verwendet man Arztkoffer mit Lichtessenzen, Engelessenzen, Aurasprays und andere „feinstofflichen“ Erfindungen. Der Verstand wird buchstäblich geopfert und noch bereitwilliger viel Geld. Im neuen Zeitalter heißt das Credo: Geld ist Energie! In solchen Seminaren lernt man, dass das Geld - ebenso wie die kosmische Energie - zur Verfügung stehe. Man brächte nur vor dem geistigen Auge sich eine bestimmte Summe vorstellen und durch die Hände fließen lassen. Anmerkung: Wenn das funktioniert, dann brauchen wir keine Steuerreform!

Aber die Geschichte geht weiter: „Die vielen Wahrnehmungsübungen machten mich immer offener für das Spüren von feinstofflichen Energien. Dies führte zur Hellfühligkeit und sogar zur Hellsichtigkeit .... Ich setzte dies bei meinen Klienten ein und betrachtete es als eine Entwicklung meiner göttlichen Fähigkeiten ... Durch häufiges Training meiner Wahrnehmung war ich inzwischen daran gewöhnt, sehr schnell innere Bilder zu sehen“. An dieser Stelle kam dann die Bekanntschaft mit ihrem „Führungsengel“.

Das musste natürlich auch psychische Auswirkungen haben. Zu Hause konnte unsere Esoterikerin von einem Moment auf den anderen in ein tiefes Loch fallen. Manchmal hatte sie Weinanfälle, obwohl es keinen Grund dafür gab. Eine Zeitlang kämpfte sie mit massiven Depressionen. Nachts wurde sie von Alpträumen geplagt und von dunklen schemenhaften Gestalten im Zimmer geweckt. Sie konnte sich nicht erklären, woher diese Dinge kamen. Der Therapeut erklärte, es seien die dunklen Anteile in ihr, die als eine Art Vision erschienen.

Doch andere sagten, es handle sich tatsächlich um dunkle Mächte. Nachdem die sich zu Jesus Christus bekehrt und das Evangelium angenommen hatte, wusste sie, dass die beschriebenen Phänomene Realität waren: „Ich hatte den unsichtbaren Wesen des Kosmos, die ich für göttlich hielt, durch meine spirituellen Methoden Tür und Tor geöffnet. Sie gaben mir zuerst das Gefühl, auf einem höheren Weg zu sein. Doch dann zeigten sie mehr und mehr ihr wahres Gesicht.“

Die Lüge der Esoterik

„Gebt acht, dass euch keiner durch die Vorspiegelung höherer Erkenntnis betrügt. Es handelt von den kosmischen Mächten. Mit Christus hat es nichts zu tun.“  (Kolosser 2, 8)

Nachdem sie sich Gott zugewandt hatte, erkannte unsere Esoterikerin, dass sie durch das Öffnen für kosmische Kräfte sich nicht auf die angeblich unpersönliche, zur Verfügung stehende göttliche Kraft eingelassen hatte, sondern auf Wirkungen einer Geisterwelt, die vom Lügengeist regiert wird. Dieser verspricht: „Ihr werdet sein wie Gott!“ Entdeckt euer göttliches Selbst in euch!

Nein, es geht nicht nur um Fantasiewelten, um Wohlgefühl und Zauber. Sogar die ausgeklügelten Marketingstrategien sind nur die eine Seite der Medaille. Im Unterschied zu herkömmlichen Werbekampagnen erheben esoterische Vermarkter für sich einen expliziten Anspruch auf göttliche Wahrheit.

Doch die Bibel demaskiert mit aller Deutlichkeit, welcher Geist dahinter steckt: Niemand geringerer als Jesus Christus sagte über diesen Geist, dass er der Teufel, der Widersacher Gottes und der „Vater der Lüge ist“. Wenn er die Lüge redet, so ist das sein ureigenstes Element. Dieser Teufel oder Satan ist keine Scherzfigur sondern ein reales und geschaffenes Wesen. Er erscheint zwar als Wohltäter der Menschen, plant aber ihr Verderben. Dazu bedient er sich der Tarnung und Täuschung.

Der Grund, warum esoterische Praktiken so gut in christlichen Kreisen ankommen, liegt darin, dass sich die meisten gar nicht mehr mit biblischem Christentum beschäftigen. „Die Leute haben meist gar keine Ahnung, wie sich ein humanistisches oder esoterisches Weltbild darstellt und wie das Weltbild von Christus aussieht.“ Eine Esoterikerin, die sich zu Jesus Christus bekehrte, sagte: „Wir wussten nichts von zwei gegensätzlichen Welten!

Esoterik und biblischer Glaube

  • Das 1. Gebot: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ Gott allein will der Herr unseres Lebens sein. Die Esoterik dagegen lehrt Selbstvergötterung: Jeder hat ein göttliches Selbst und muss es nur in sich entwickeln.
  • Die Bibel lehrt, dass der Mensch keine übernatürlichen Kräfte in sich hat. Sie werden ihm nur verliehen, entweder durch Gott oder durch den dämonischen Machtbereich. Die Esoterik möchte Menschen glauben machen, dass sie die „höheren“ Kräfte in sich nur entwickeln müssen durch okkulte Techniken (Gabe der Heilung). Doch damit öffnen sie dämonischer Wirksamkeit Tür und Tor.
  • Die Bibel spricht von einem persönlichen Schöpfergott. Die Esoterik spricht von einer unpersönlichen Kraft oder Energie, die in allen Dingen und für jeden verfügbar ist.
  • Magisches Denken und okkultes Handeln. Im 5. Mose 18, 9-12 (bitte selber nachlesen)  verbietet Gott seinem Volk alle schwarzen Künste, Zauberei, Wahrsagerei, Geisterbeschwörung und Totenbefragung. Jeder Magie liegt der Verfügbarkeitsgedanke zugrunde: Ich kann nach Belieben über göttliche Kräfte verfügen und selbst ein bisschen Gott spielen. Die Bibel sagt: „Dir hat der Herr, dein Gott solches verwehrt!“ Für Christen sind solche Praktiken verboten, weil sie dadurch in Berührung mit dem Feind kommen.
  • Die Esoterik kennt den Begriff der Sünde nicht. Der Lohn der Sünde ist der Tod.
  • Esoteriker leugnen die Göttlichkeit Jesu Christi. Sie verbinden Jesus nur mit seinen Wundern, nicht aber mit seiner Erlösungstat am Kreuz von Golgatha. Darum ist die Esoterik ein Weg der Selbsterlösung, der wegführt vom Weg des Heils und vom Erlöser Jesus Christus.