10 Sep

Krisenvorsorge - Luxus oder Notwendigkeit

 

Krisenvorsorge – Luxus oder Notwendigkeit?

Beantworten Sie sich doch einmal eine einzige Frage: „Wer ist der Klügere?“ Jener, der sich auf absehbare und mögliche Entwicklungen in aller Ruhe vorbereitet oder jener, der nach dem Motto in den Tag hineinlebt „Es wird schon nichts passieren“?

 

Sicher ist, dass wir in turbulenten Zeiten leben, die noch turbulenter werden. Großflächige Stromausfälle durch Stürme und Wetterphänomene oder Unruhen durch soziale Spannungen können ziemlich schnell zu größeren Versorgungskrisen führen. Was machen Sie, wenn der Bankomat kein Geld mehr ausspuckt? Wenn an der Tankstelle die Benzinpumpen versagen? Wenn der Supermarkt bereits leer gekauft ist und in absehbarer Zeit kein Nachschub mehr kommt? Sie meinen, das kann nicht passieren?

 

Tatsache ist: Weniger als 1% der Deutschen (und Österreicher) bereiten sich ernsthaft auf eine künftige Krise vor. Mehr als 80% der Menschen schalten bei diesem Thema einfach ab. Menschen, bei denen nur Unterhaltung und Vergnügen im Vordergrund stehen, denen ist allerdings nicht zu helfen. Ein wenig Nachdenken und Weitblick sind schon erforderlich.

 

Doch es gibt auch andere, die sich mit Fragen befassen, die im möglichen Krisenfall eine Grundlage bieten. Eine neue Bewegung etablierte sich seit der Wirtschaftskrise 2007 zuerst in den USA, aber nun auch in Mitteleuropa: die „Prepper“!

Diese Bezeichnung leitet sich aus dem Wort „Preparedness“ ab, was so viel wie Bereitschaft bedeutet. Prepper sorgen vor für den Fall einer Krise, wenn das öffentliche Leben mit seiner sicheren Rundumversorgung zusammenbricht. Viele Menschen sind dann auf sich allein gestellt.

 

Prepper beschäftigen sich mit dem Einlagern von Nahrungsmitteln, mit Wasseraufbereitung und Wasserförderung. Die Kenntnisse über essbare Wildpflanzen gehören ebenso dazu wie die Sicherung von Eigentum. Prepper besitzen einen gut ausgestatteten Notfall-Rucksack, griffbereit im Falle einer schnellen Evakuierung. Literatur über Selbstversorgung gibt es im Buchhandel und Fachhändler mit Utensilien zur Krisenvorsorge gibt es mittlerweile in jeder größeren Stadt. Und das ist auch gut so.

 

Kein Mensch kann heute sagen, welche Entwicklung die schwere Wirtschafts– und Finanzkrise nehmen wird. Der Zusammenbruch scheint in Fachkreisen nur eine Frage der Zeit zu sein. Wir leben hier auch auf keiner „Insel der Seligen“. Schließlich bürgen wir für die gigantischen Schulden anderer Länder. Das System kann jederzeit auch bei uns zusammenbrechen und dann haben wir griechische Verhältnisse. Niemand garantiert uns, dass wir in Krisensituationen einen ungehinderten Zugang zu allen Vorräten haben, die wir zu Hause brauchen. Die Anschaffung von persönlichen Notvorräten ist deshalb unerlässlich.

 

Beispiel:

Welche Folgen ein längerer Stromausfall hätte

 

Der Autor Marc Elsberg beschrieb 2012 in seinem Buch Blackout, wie eine Welt bei einem längeren Stromausfall ganz schnell zu Grunde geht. Das Erschreckende daran: Das Buch ist nicht unrealistisch.

Als Erstes geht das Licht aus. Dann brechen die Wasser– und die Nahrungsmittelversorgung zusammen, Krankenhäuser müssen den Betrieb einstellen und die Kommunikation wird gestoppt. Alle Bildschirme bleiben schwarz. Supermärkte und Tankstellen schließen. Alle tiefgekühlten Lebensmittel verderben. In den Häusern versagen die Heizungen, in den Atomkraftwerken fallen die Kühlanlagen aus. Mit Waffen verteidigen die Menschen ihr letztes Brot. Nach einer Woche ohne Strom steht die westliche Welt vor dem GAU. Nein, das ist kein Horrorszenario. Das ist die Realität. Personen, wie Alte, Kranke oder Kleinkinder, deren Handlungsfähigkeit eingeschränkt ist oder die auf besondere Lebensmittel angewiesen sind, leiden besonders unter der Situation.

 

Die Eckpfeiler der persönlichen Vorsorge

 

In früheren Jahrhunderten war es stets das Ziel des Menschen, die eigene Versorgung mit Nahrungsmitteln und die der Familie sicherzustellen. Es war ein wichtiger Baustein zum Überleben. Lebensmittel, Versorgungsgüter und Brennstoffe wurden bevorratet. Die damaligen Handelssysteme ermöglichten noch keine schnelle Warenverteilung, so dass lokale Krisen sofort zum Hunger in der Bevölkerung führen konnten. Wichtig war die Bewirtschaftung der eigenen Gärten und Felder.

 

Heute könnten sich nur die Wenigsten für einige Wochen autark versorgen und sind auf Hilfe von außen angewiesen. Mit der Kriegsgeneration nach dem 2. Weltkrieg verließ uns auch das Wissen um die Wichtigkeit der persönlichen Lagerhaltung und Bevorratung. Doch die Supermärkte sind abhängig von Transport, Logistik und Lieferanten. Im Krisenfall kann dieses System rasch zusammenbrechen, auch wenn wir das heute nicht glauben wollen. Die Lösung: Schaffen Sie Vorräte und bereiten Sie sich vor. Für einen Zeitraum von mehreren Wochen sollte man in der Lage sein, die Familie mit den lebensnotwendigen Mitteln zu versorgen. Dazu gehören die Hauptgruppen von grundlegenden Versorgungsgütern, wie:

· Grundnahrungsmittel und Nahrungsergänzungen

· Trinkwasser und evtl. Getränke

· Medizin, Hygieneartikel und Reinigungsmittel

· Tauschgegenstände für die unmittelbare Krise.

Das ist nur die Basisversorgung. Dem kann man noch die Brennstoffversorgung, die Werkzeuge, Saatgut oder Futter für die Haustiere hinzufügen. Wir beschränken uns hier auf das Minimum.

 

Grundnahrungsmittel

 

Wenn Sie Vorräte bilden für einen Zeitraum von etwa drei Monaten sollen die Nahrungsmittel Ihrer gewohnten Ernährungsweise entsprechen. Empfehlenswert ist es jedoch, sich an eine einfache und nahrhafte Ernährung zu gewöhnen. Schreiben Sie die Grundnahrungsmittel auf, die notwendig sind und die Ihre Familie häufig isst. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass eine möglichst lange Haltbarkeit bei gleichzeitiger Hochwertigkeit der Lebensmittel gewährleistet ist.

 

Doch Vorräte sind kein totes Kapital. Haltbarkeitsdaten dürfen nicht überschritten werden.  So müssen die gelagerten Nahrungsmittel regelmäßig nach dem Rotationsprinzip aufgebraucht und durch neue Ware mit langer Haltbarkeit ersetzt werden. In Dosen abgepackte Lebensmittel sind in der Regel bei kühler Lagerung für mindestens 3-8 Jahre haltbar.

 

Beschäftigen Sie sich mit weiteren Methoden der Haltbarmachung von Nahrungsmitteln—Trocknen, Einwecken, Lagerung im Keller. Lernen Sie, wie man Getreide selbst mahlt und Brot herstellt. Getreide wie Weizen, Dinkel, Gerste ist als „lebende Konserve“ der ideale Krisenvorrat und  kann über mehrere Jahre gelagert werden.

 

Richten Sie ein Vorratslager ein, je nach Ihren Möglichkeiten, ob Wohnung oder Haus: Ein Lagerraum für Lebensmittel sollte sicher sein, kühl (höchstens 14° C), trocken, dunkel, gelüftet, geschützt vor Schädlingen und Moder.

 

Bei tiefgefrorenen frischen Lebensmitteln ist zu berücksichtigen, dass durch Stromausfall und technisches Versagen der gesamte Vorrat auf einen Schlag verderben kann. Daher ist diese Art von Vorratshaltung nur begrenzt einsetzbar.

 

Suchen Sie nach Alternativen zu gewohnten Lebensmitteln, für den Fall, dass die Supermärkte geschlossen und diese Lebensmittel nicht mehr greifbar sind, z.B. Ersatz für Mehl, Kaffee, Käse, Hefe, Nüsse, Suppenwürfel oder auch Waschmittel.

 

Essbare Wildpflanzen die wir heute für Unkraut halten, werden im Krisenfall wichtig, weil sie uns mit Frischkost versorgen. Zu erwähnen sind hier Brennnessel, Distel, Gänseblümchen oder Gundelrebe. Überall zu finden aber heute verschmäht! Auch Steckrüben und Wilde Möhre werden dann wieder mehr Beachtung finden.

 

Trinkwasser

 

Ohne feste Nahrung kann der Mensch 2-3 Wochen überleben, ohne Trinkwasser jedoch kaum mehr als 2-3 Tage. Die Wasserversorgung ist für uns so selbstverständlich geworden, dass wir uns keine Gedanken darum machen. Doch was tun, wenn im Krisenfall (längerer Stromausfall!) der Wasserhahn streikt? Auch hier sollte man sich zu helfen wissen. Als Erstmaßnahme bei länger andauernden Notfällen oder Katastrophen können die Badewanne, Waschbecken, Kanister und größere Gefäße gefüllt werden. Pro Person sind 2-3 Liter pro Tag notwendig.

 

Die Bevorratung von Wasser und Getränken sollte rechtzeitig erfolgen, wenigstens eine Kiste mit Mineralwasser, die regelmäßig ausgetauscht werden muss. Doch im Krisenfall kann das zu wenig sein, daher ist es gut Methoden der Trinkwasseraufbereitung zu kennen. Grundsätzlich lässt sich aus jedem Wasser sauberes Trinkwasser aufbereiten, aber je nach Situation und Verschmutzung sind die Methoden verschieden. Abkochen von Wasser ist eine der ältesten und wirksamsten Methoden. Mit einer Kochzeit von mindestens 5 Minuten bei 100 Grad C ist man weitgehend vor Krankheitserregern geschützt, nicht aber vor chemischen Substanzen.

Präparate für die Entkeimung und Haltbarmachung von Wasser gibt es in den Apotheken und im einschlägigen Campingfachhandel.

 

Not – auch bei uns möglich?

 

Krisen in der Vergangenheit zeigten, dass man daheim einen Gemüsegarten hatte und jede zweite Familie  Nutzvieh hielt. Überall um die Städte herum gab es Bauern, die Nahrungsmittel anbauten für die Menschen, nicht für die Spritgewinnung! Nach dem zweiten Weltkrieg fuhren die hungernden Städter regelmäßig zum „Hamstern“ auf das Land.

 

Heute ist es weit schwieriger, bei einer Verschärfung der Lage an Lebensmittel zu kommen, die 1929 überall vor den Haustüren produziert wurden. Wir brauchen im Krisenfall wieder jenes Wissen, das unsere Vorfahren über Generationen weitergegeben haben und das uns verloren ging. Wir sind verwöhnte Wohlstandsmenschen, die keine großen Herausforderungen kennen wie harte körperliche Arbeit, Hungerphasen, Kälte, lange Fußmärsche, Bedrohungen für Leib und Leben. Wie werden wir mit solchen Herausforderungen klar kommen? Trainieren Sie Ihren Körper und achten Sie darauf, dass Sie fit, kräftig und ausdauernd sind, denn in Ausnahmesituationen wird einiges von uns abverlangt. Disziplin und körperliches Training sind in allen Lebenslagen nützlich.

 

Geistliche Krisenvorbereitung

 

„Not lehrt beten“, so hieß es früher. Aber Vorsicht, genauso gut lehrt Not das Gegenteil, nämlich fluchen.

Wir leben heute in einer Zeit, in der christliche Werte auf breiter Front geschleift werden. Den Leuten geht es im allgemeinen gut und das schon über lange Zeit. Darum meinen viele, Gott in ihrem Leben nicht zu brauchen, denn es läuft auch so.

 

Aber an wen wendet man sich in Zeiten der Not? An einen Gott, den man nie kennen gelernt hat und von dem man nicht wissen kann, was man zu erwarten hat? Das kann nicht funktionieren. Die Bibel weist darauf hin: „Aber ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen, denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen ein Belohner sein wird!“  (Hebräer 11,6)

Jeder Mensch hängt existentiell von Gott ab, ob er das nun wahrhaben will oder nicht.

 

Um das Leben in guten und in schlechten Zeiten zu meistern und Krisen durchzustehen braucht es seelische Kraft. In Zeiten der Not werden innere Stärke und Widerstandsfähigkeit auf die Probe gestellt, denn „wer sich aufgibt, ist verloren!“

 

Innere Stärke haben wir nicht geerbt, man kann sie nur aufbauen, trainieren und von Gott erbitten. Seelenstärke ist ein positiver Gestaltungsfaktor. Der Glaube an Jesus Christus spielt dabei eine besondere Rolle. Worauf hat uns Jesus Christus hingewiesen? „Jeder, der meine Worte hört und sie tut, den vergleiche ich mit einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baute. Als der Platzregen kam und die Winde stürmten gegen das Haus, da fiel es nicht, denn es war auf den Felsen gegründet!“ (Matth.7, 24.25.)

 

Das Wort Gottes ist das einzig Beständige in dieser unbeständigen Welt. Es bietet uns eine sichere Grundlage. Gott bewahrt die Seinen nicht vor aller Not, aber er trägt sie hindurch! Das haben schon unzählige Glaubende aller Zeitalter erfahren dürfen.