11 Jan

Ehe für alle?

 

Ehe für alle?

 

 In einem im Dezember 2017 veröffentlichten Erkenntnis (Gerichtsbeschluss) hat der Österreichische Verfassungsgerichtshof die unterschiedlichen Regelungen für verschieden- und gleichgeschlechtliche Paare aufgehoben, also eine „Ehe für alle“ möglich gemacht.

Begründet wurde dieser juristische Schritt mit dem Diskriminierungsverbot des Gleichheitsgrundsatzes. Homosexuelle Verbindungen sollen den heterosexuellen völlig gleichgestellt werden.  Anlass zu diesem Verfahren war die Beschwerde von zwei Frauen, denen die Eheschließung von staatlicher Seite bis dahin nicht gestattet wurde.

Doch diese Anlassgesetzgebung ist umstritten. Denn es gibt gewichtige, gut begründete und unterstützenswerte Argumente gegen diese Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes. Denn zu befürchten ist, dass durch diese Gleichstellung die bestehenden Unterschiede verwischt werden sollen.

Argumente, die dagegen sprechen

  • Diese jetzige Erkenntnis ist nicht verfassungskonform. In der bisherigen Rechtsordnung im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) im § 44 in Österreich steht folgende Definition von Ehe: „Im Ehevertrag erklären zwei Personen verschiedenen Geschlechts gesetzmäßig ihren Willen in unzertrennlicher Gemeinschaft zu leben, Kinder zu zeugen, sie zu erziehen und sich gegenseitig Beistand zu leisten.“ So ist das traditionelle Verständnis des Ehebegriffes.  Kein Wunder, dass manche Juristen die Umdeutung des Ehebegriffes in der neuen Erkenntnis als Verfassungsbruch bezeichnen. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat wiederholt festgestellt, dass es nicht diskriminierend ist, die Ehe allein der Verbindung von Mann und Frau vorzubehalten. Soviel zur juristischen Seite.
  • Man folgt hier einfach einem Trend in den westlichen Ländern. Im Juli 2017 hat der deutsche Bundestag ein Gesetz zur Öffnung der „Ehe für alle“ beschlossen. Auch die Australier stimmten 2017 in einer Volksbefragung für „Ehe für alle“. Aktuell gibt es die „Ehe für alle“ in 24 Ländern, die meisten in Westeuropa. Wir haben es hier mit einer internationalen Vorbildwirkung zu tun. Die Frage ist: Muss man jedem zeitgeistigen Trend folgen, auch wenn er negative Folgen für die Gesellschaft nach sich zieht und wenn die Bevölkerung nicht mehrheitlich dafür ist?
  • In der Entscheidung des Verfassungsgerichtes steht, dass „gleichgeschlechtlichen Paaren lange Zeit keine Elternschaft möglich war.“ Da Elternschaft grundsätzlich nur biologisch zwischen Mann und Frau möglich ist, kann es auch weiterhin keine gemeinsame Elternschaft geben. Selbst für Adoption und künstliche Befruchtung braucht es immer noch zwei Geschlechter, sogar Adoptivkinder werden von Mann und Frau gezeugt. Gleichgeschlechtliche Verbindungen sind und bleiben unfruchtbar und können kein neues Leben hervorbringen! Und diese biologische Tatsache kann nicht einfach umgangen werden. Ein Politiker brachte es auf den Punkt: „Hier wird Ungleiches gleich behandelt!“
  • Auch ein Staat kann in Zukunft nur existieren, wenn es weiterhin Nachwuchs gibt. Daher sollte die Ehe zwischen Mann und Frau besonderen Schutz bekommen. Alles andere hieße, den Schwund der Bevölkerung zu unterstützen. Damit wird der Gesellschaft langfristig kein guter Dienst erwiesen.
  • Die traditionelle Ehe ist nicht nur auf Mann und Frau beschränkt, sondern auch auf zwei Partner. Wenn „Ehe für alle“ kommt, würden dann nicht auch andere Eheverständnisse ihren Platz einfordern? Zum Beispiel polygame Beziehungen oder ähnliches. Auch homosexuelle Lebensgemeinschaften können sehr häufig wechseln. Überhaupt handelt es sich um einen Bruchteil der Bevölkerung. Zum Vergleich:  Die eingetragene Partnerschaft wurde in Österreich im Jahr 2010 eingeführt. Im 1. Jahr machten 705 Paare Gebrauch davon, dann hat die Zahl deutlich abgenommen. Im Vorjahr gab es aktuell 475 eingetragene Partnerschaften. So groß scheint der Andrang nicht zu sein.
  • So ein Thema wie „Ehe für alle“ verursacht natürlich großes Interesse in den Medien und öffentliche Aufregung. Aufmerksame Zeitgenossen erkennen natürlich, dass es ein Nebenthema ist, das von den hauptsächlichen Problemen ablenkt: „Ehe für alle“ ist sicherlich keine Antwort auf die Krisen unserer Zeit! Gibt es für uns nicht relevantere Themen, wie etwa Steuern, Flüchtlinge, Pensionen, Pflegenotstand bei älteren Menschen, Schulabgänger die nicht sinnerfassend lesen können, einen Mangel an Lehrlingen und damit den Fachkräften von morgen?
  • Wenn der Mensch die göttliche Schöpfungsordnung so nachhaltig missachtet, kann er das nicht tun ohne Schaden zu nehmen. Der Schaden zeigt sich bereits jetzt in der nächsten Generation in seelisch gestörten, unsicher gebundenen und orientierungslosen Kindern. Das Problem wird sich noch verschärfen.
  • Obwohl es keine großangelegten empirischen Studien zu diesem Thema gibt, kann festgehalten werden, dass es für die Entwicklung der Kinder am besten ist in einer Familie aufzuwachsen, wo sie durch die Vorbilder des Vaters und der Mutter  ihre Lebensrolle finden und sich zu gesunden Persönlichkeiten entwickeln können.

                

Zur Erinnerung: 

Die göttliche Schöpfungsordnung

„Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht!“  (Genesis 2,18)

Der Mensch, nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, sollte nicht einsam leben sondern viel mehr ein Gemeinschaftswesen sein. Gott schuf die Frau, die zu ihm passte als seine Begleiterin. In inniger Verbindung sollten sie einander liebevoll zugetan sein.

Gott stiftete die erste Ehe. Gott schuf  am Anfang nicht zwei Männer oder zwei Frauen, sondern Mann und Frau, das erste Ehepaar zur Begründung des Menschheitsgeschlechtes. Somit ist Gott auch der Urheber der Institution Ehe und er bestimmte für alle künftigen Generationen:

Darum  wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hangen und sie werden ein Fleisch sein!(Genesis 2, 24)

Zwei unterschiedliche Personen bilden eine Einheit. Als Adam, der erste Mensch Eva das erste Mal erblickte, rief er glücklich aus: „Das ist ja Bein von meinem Bein!“ Er erkannte sofort die gleichartige Partnerin unter den vielen Geschöpfen. Doch diese großartige Verbindung besteht nur auf Ausschließlichkeit in lebenslanger Treue. Die paradiesische Ehe ist daher die liebevoll-verstehende und hilfreich-ergänzende Verbindung von Mann und Frau.

Wie soll man mit einem solchen Gottesgeschenk umgehen? Die Bibel sagt: „Die Ehe soll in Ehren gehalten werden!(Hebr.13, 4) Das siebente von den Zehn Geboten Gottes wurde zum Schutz der Ehe gegeben: „Du sollst nicht ehebrechen!“ (2. Mose 20, 14) Die Ehe ist ein Geschenk aus dem Paradies und dieses sollte auch in der heutigen Zeit erhalten bleiben.

Leider hat der Mensch dieses Gottesgeschenk durch seine sündhafte selbstsüchtige Natur verdorben. Damit nicht genug. Die „Ehe für alle“  muss daher von christlicher Seite als Versuch gewertet werden, Gottes Schöpfungsordnung außer Kraft zu setzen von einer Gesellschaft, die immer weiter von Gott abdriftet, seine Ordnungen nicht mehr kennt oder davon nichts wissen will. Es widerspricht dem biblischen Verständnis der Ehe, die nach Gottes Willen eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist.

 

Gottes Plan für Mann und Frau

„Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und er schuf sie als Mann und als Frau. (Genesis 1, 27).Diese Ebenbildlichkeit beider Geschlechter ist unabhängig von Zeit und Kultur, sondern von Anbeginn an in der Schöpfung verankert. Auch das Neue Testament schreibt der Ehe eine hohe Bedeutung zu, indem es sie als ein Symbol für Jesus als Bräutigam und seine Braut, der Gemeinde (der Gemeinschaft aller Gläubigen) versteht (Eph.5, 22)

Dass Homosexualität nicht der ursprünglichen Absicht Gottes entspricht, machen viele weitere Textstellen deutlich, wie zum Beispiel das Gebot: „Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau“ (3. Mose 18, 22)                  oder auch eine Reihe neutestamentlicher Texte (Römer 1, 25-27): 1. Korinther 6, 9-10; 1. Timotheus 1, 8-10). Denn auch in der antiken griechischen Kultur war Homosexualität verbreitet und 14 von 15 der ersten römischen Kaiser praktizierten sie!

Die sexuelle Verbindung zwischen Mann und Mann und Frau und Frau widerspricht also deutlich dem Willen Gottes. Sie führt zum Ausschluss aus dem Reich Gottes, wie der Apostel Paulus erklärt: Er erinnert die Gläubigen in Korinth daran, was sie früher waren: Unzüchtige; Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder ect. ... Und solche sind einige von euch gewesen. … Aber ihr seid rein gewaschen, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus“.(1.Kor:6.9). Da sind Menschen, die sich Jesus Christus zugewendet haben und sie haben Kraft zur Veränderung empfangen. Gewesen! Das bedeutet, sie sind es nicht mehr! Homosexualität ist also nicht unabänderlich. Deshalb ist diese neue Umdeutung der Ehe für unseren Glauben und Handeln als christliche Gemeinde ungültig und nicht maßgebend.

All das schließt nicht aus, das wir uns ausdrücklich auch an die Seite von Christen stellen, die mit homosexuellen Neigungen zu kämpfen haben und aufrichtig bemüht sind, diese nicht auszuleben. Denn jeder lebendige Christ kann sowohl homosexuell als auch heterosexuell versucht werden. Deshalb gebietet uns die Liebe Gottes, einem jeden in seinem individuellen Kampf gegen die Sünde beizustehen. Ja, wir dürfen uns gegenseitig ermutigen, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen, in Ehrlichkeit miteinander umzugehen und uns für ein klares „Nein“ zu einem nicht von Gott gewollten Lebensstil entscheiden.

Auch denen, die sich entscheiden, Homosexualität zu praktizieren, begegnen wir nicht mit Herabwürdigung oder Verachtung, sondern mit Nächstenliebe, ohne dabei jedoch ihr Verhalten gutzuheißen.

Wir wollen in allen Bereichen des Lebens so denken und handeln, wie es Gottes Wort entspricht.

 

Ein Zeichen der letzten Tage?

Es wird immer klarer, dass die Bewohner der Erde, vor allem in der westlichen Welt nicht im Einklang mit Gott leben. Eine wachsende Gottlosigkeit verwirft Gottes Gebote und seine Schöpfungsordnung, aber je mehr die Menschen Gottes Gebote übertreten, desto mehr zieht sich Gottes erhaltende Kraft von der Erde zurück. Die Welt wird immer zügelloser. Je mehr an Gewalt, Unmoral, Entartung und Betrug passiert, desto weniger reagieren die Menschen darauf, weil es das allgemeine Empfingen nicht mehr so wie früher verletzt. „Ehe für alle“, von manchen als Fortschritt betrachtet, ist noch nicht der ultimative Tiefpunkt, in der Abwärtsspirale. Was wird wohl als nächstes kommen?

Doch es sind Grenzen gesetzt. Gott trägt die Übertreter mit Geduld, aber wenn bestimmte Grenzen überschritten werden, zieht er seine Gnade zurück und Chaos und Unglück sind die Folgen.

Gott sucht heute nach Menschen, die seine Warnungen beachten und bereit sind, nach seinen Maßstäben, den Zehn Geboten, zu leben.