23 Jul

Der anti-depressive Lebensstil

Der anti-depressive Lebensstil

Wie wir mehr Licht ins Dunkel bringen

Die Auseinandersetzung mit den Widrigkeiten des Lebens ist vergleichbar mit einer Expedition auf einem reißenden Fluss. Dort gibt es Stromschnellen, langsames Wasser und Untiefen. Die Bootsfahrer müssen ständig mit Veränderungen rechnen und blitzschnell darauf reagieren. Sie dürfen nicht den Mut verlieren und die Hoffnung, dass sie die Gefahren meistern werden. Dies gelingt ihnen umso besser, je mehr Wissen sie über den Fluss besitzen und je mehr Erfahrung sie in der Vergangenheit sammeln konnten.

Können wir lernen, Herausforderungen und Krisen des Lebens besser zu bewältigen? Ja, Resilienz, also seelisch/geistige Widerstandskraft  können wir entwickeln.

In den letzten Jahrzehnten haben sich Forscher zunehmend für jene Menschen interessiert, die an seelischen Belastungen nichtzerbrechen, sondern trotz widriger Umstände gedeihen. Die psychische und mentale Widerstandskraft um Herausforderungen, Druck und Veränderungen bewältigen zu können nennt man „Resilienz.“ Wer Resilienz besitzt, kann mit Problemen umgehen. Resilienz ist somit die Kraft, die wir immer dann brauchen, wenn schwierige Zeiten anstehen. Der Begriff “Resilienz“ kommt übrigens aus der Werkstoffphysik. Hier gelten Materialien als resilient, die nach extremer Spannung in den Ursprungszustand zurückkehren, wie  etwa Gummi. Beim Menschen funktioniert das Prinzip ähnlich. Resiliente  Menschen besitzen eine seelisch hohe Widerstandskraft und Beweglichkeit und können daher Krisen stand halten. 

Ergebnisse der Forschung

Der Begriff Resilienz wird häufig mit dem Namen der US-amerikanischen Forscherin Emmy Werner verbunden. Werner legte 1971 eine Studie über die Kinder der Hawai–Insel Kauai vor. Im Rahmen dieser Studie wurden etwa 700 Kinder aus schwierigen Verhältnissen von ihrer Geburt an über 40 Jahre beobachtet und getestet. Armut, Krankheit, Alkoholismus der Eltern und Vernachlässigung prägten ihre Kindheit. Diesen Risikokindern galt Werners Interesse. Haben sie jemals eine Chance auf ein normales Leben?

Für 2/3 der belasteten Teilnehmer musste diese Frage zunächst negativ beantwortet werden. Im Alter von 18-20 litten sie unter Lern– und Verhaltensstörungen, an psychischen Problemen oder waren mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Aber 1/3 der Risikokinder entwickelte sich erstaunlich positiv. Diese Kinder waren erfolgreich in der Schule, gründeten eine Familie und waren ins soziale Leben eingebunden. Im Alter von 40 war keiner aus dieser Gruppe arbeitslos, niemand kriminell und niemand auf soziale Stütze angewiesen.

Was heißt das? Menschen sind keine Marionetten ihres Schicksals. Viele entwickeln sich auch positiv– trotz oder gerade wegen widriger Umstände. Die resilienten Kinder verfügten, wie Emmy Werner feststellte, über Schutzfaktoren, die die negativen Auswirkungen milderten. Sie haben Halt gefunden in einer stabilen Beziehung zu Vertrauenspersonen außerhalb der gestörten Familie— Großeltern, Nachbarn, Lieblingslehrer, der Pfarrer oder Schulfreunde, die solchen Kindern als Zufluchtsort dienten. Sie gaben ihnen die Bestätigung etwas wert zu sein. Diese Menschen fungierten als soziale Modelle, die dem Kind zeigten, wie es Probleme konstruktiv lösen kann. 

Darüber hinaus verfügten diese Kinder meist über ein ruhiges Temperament und besaßen die Fähigkeit, offen auf andere zuzugehen und damit auch Unterstützung zu gewinnen. Oft mussten sie Verantwortung für andere, zum Beispiel kleinere Geschwister, übernehmen. Es sind also mehrere Faktoren, die einen Menschen vor Traumatisierung schützen. Für die Psychologin Werner ist Resilienz daher kein Zufall.

Wenn wir im Internet das Wort „Resilienz“ suchen, entdecken wir viele entsprechende Trainingsprogramme. Wer in einer immer unsicherer werdenden Welt lebt, hat das Bedürfnis, sich schützen zu müssen und das macht die Attraktivität dieser Angebote aus. 

Der Inhalt eines solchen Resilienztrainings könnte so aussehen:

Die sieben Säulen der Resilienz / “Du wirst, was du den ganzen Tag denkst“ / die eigenen Denk– und Verhaltensmuster im Umgang mit Druck / Krisen/Stress zu analysieren / persönliche Kraftquellen erkennen und aktivieren! / die konstruktive Steuerung der eigenen Gefühle / mit Herausforderungen umgehen / Hürden und Niederlagen besser überwinden / eine lösungsorientierte Haltung einüben…“ usw.  Das klingt alles sehr gut.

Ein Zitat von Max Frisch besagt: „Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen“. 

Die sieben Säulen der Resilienz

Damit sind Fähigkeiten und Grundhaltungen gemeint, die einen Menschen psychisch widerstandsfähiger machen und helfen, mit den unvermeidlichen Widrigkeiten des Lebens umzugehen. 

Akzeptanz

Wer mit Schwierigkeiten, unerwünschten Veränderungen, Krisen oder gar Schicksalsschlägen konfrontiert ist, wünscht sich zunächst, es möge anders sein. Plötzlich ist nichts mehr so, wie es war. Gefühle von Trauer Wut oder auch Angst sind in diesem Stadium ganz normal. Diese Gefühle wollen akzeptiert werden. Aber nur wer die Krise erkennt und akzeptiert, kann sie auch angehen. Es braucht Zeit sich mit einer veränderten Situation sich erst einmal auseinanderzusetzen. Also: Annehmen, was sich nicht ändern lässt und das Beste daraus machen!

Es gibt hier ein hilfreiches Gebet und das lautet: „Herr, hilf mir, das zu verändern, was ich ändern kann, hilf mir das anzunehmen, was ich nicht ändern kann und hilf mir das eine vom andern zu unterscheiden!“

Optimismus

Optimisten haben mehr Freude und weniger Selbstzweifel, werden besser und schneller mit Strapazen fertig, tun mehr für ihre Gesundheit. Optimismus lindert Ängste, stärkt den Mut und schützt vor Zweifeln. Dazu gehört auch die Zuversicht, dass aus einer Krise in der Zukunft noch etwas Gutes entstehen kann. 

Kann man diesen Optimismus lernen? Ja. Optimismus ist eine Frage von Denkgewohnheiten. Beispiel: Ist das Glas Wasser halbvoll oder halbleer? Wenn Sie erkennen: „Meine Denkmuster sind zu negativ“, dann üben Sie neue positivere Denkmuster ein. Menschen mit einer optimistischen Grundhaltung geben nicht gleich auf, wenn die Dinge nicht wie geplant laufen. Die Bibel sagt dazu: „Ein jeder Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut in seiner Arbeit, das ist eine Gabe Gottes!“ (Prediger 3,13)

Lösungsorientierung -  

Die Lösung ist die Rückseite eines Problems!“

Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen“, riet schon Henry Ford. Die lösungsorientierte Grundhaltung richtet den Blick auf das, was funktioniert, nicht auf das, was nicht geht. Die Lösungsorientierung hängt weitgehend von der persönlichen Einstellung ab. Welche Erwartungen haben Sie?

Egal, welches Ziel Sie erreichen wollen, Sie müssen zunächst eine Vorstellung in Ihrem Kopf haben. Konzentrieren Sie sich dabei auf machbare Lösungen. Anschließend konzentrieren Sie sich auf die eigenen Handlungsmöglichkeiten. Besprechen Sie mögliche Lösungen mit Personen Ihres Vertrauens. Deren Vorschläge vergrößern die Wahlmöglichkeit und den Handlungsspielraum. Es hilft, einen eng gesteckten Denkrahmen zu erweitern. Wer über Lösungen nachdenkt und spricht, findet auch welche. Die Bibel sagt dazu: „Pflügt ein Neues!“ (Jeremia 4,3)Das bedeutet, nehmt neue Gedankengänge auf, schafft ein Umdenken! 

Verlassen der Opferrolle -   Gestalter und Opfer unterscheiden sich                                                                   

· Menschen in der Opferhaltung haben oft ein geringes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen

· Menschen in der Opferhaltung geben anderen die Schuld an ihrer Situation

· Sie finden häufig Gründe, die sie daran hindern aktiv zu werden- „Da kann man nichts machen!“

· Sie erwarten auch dass andere die Probleme für sie lösen. Opfer sind nicht handlungsorientiert. 

Verantwortung für das eigene Leben übernehmen - Selbstverantwortung bedeutet Selbstbestimmtheit

Es ist viel einfacher Verantwortung abzuschieben oder zu verdrängen, als sich ihr zu stellen. Das gilt besonders dann, wenn  Schwierigkeiten und Probleme  auftreten, Gefühle wie Angst und Unsicherheit stärker werden. Keine Verantwortung zu übernehmen heißt auch die Entscheidung über das eigene Leben aus der Hand zu geben. Selbstverantwortung bildet die Basis für die eigene Freiheit. Resiliente Menschen gehen bewusst mit ihren Ängsten um und begegnen mit Mut und innerer Stärke den jeweiligen Lebenssituationen.

Die Bibel sagt dazu „Wenn ich  dich (Gott) anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft!“ (Psalm 138, 3)

Handlungsfaktor Netzwerkorientierung

Beziehungsfähigkeit ist eine KernkompetenzFür die gegenseitige Unterstützung und Weiterentwicklung müssen wir Beziehungen gestalten und Einsamkeit überwinden. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei,“ sagte Gott schon bei der Erschaffung des Menschen. (1. Mose 2,18) Verbundenheit mit anderen Menschen schenkt die Kraft und Zuversicht, auch schwere Zeiten zu überstehen. Für die Bewältigung von Krisen und Leidenssituationen ist es wichtig, Menschen zu haben, die Verständnis aufbringen, die trösten können und Beistand leisten. Solche Beziehungen muss man aufbauen und pflegen.

Handlungsfaktor Zukunft planen und gestalten   „Die Vergangenheit ist unveränderbar, in der Zukunft ist alles möglich!“

Alles, was wir heute tun oder lassen hat Einfluss auf unsere Zukunft. Wer sich über seine Ziele klar wird und sie verfolgt, gestaltet bewusst seine Zukunft. Es ist wie beim Autofahren: Dort wo du hinschaust, dort fährst du auch hin! Es ist ein Fehler, ohne Plan und Ziel unterwegs zu sein, Entscheidungen auszuweichen oder aufzuschieben, alles einfach auf sich zukommen zu lassen. Man kommt auf keinen grünen Zweig. 

 Resiliente Menschen dagegen gestalten ihr Leben aktiv. Sie lassen sich nicht treiben, stellen sich Herausforderungen, erwägen Alternativen, sie schmieden Pläne und arbeiten an ihren Wünschen und Visionen. 

Kurz: Sie nehmen ihr Schicksal so weit als möglich in ihre Hand.

Resilienzfaktor Glaube

„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen!“ (Psalm 18,30) Das war die Erfahrung vom Psalmisten David, der über weite Strecken ein schwieriges Leben hatte, von Feinden verfolgt und oft auf der Flucht.

Wie oft hat er Gottes Hilfe in höchster Not erfahren, so dass er aus Erfahrung sagen konnte: „Werdet ruhig vor dem Herrn, erwartet gelassen sein Tun!“(Psalm 37,7) Er lernte durch sein bewegtes und gefährliches Leben auf Gottes Eingreifen zu warten. Das hat etwas mit Vertrauen und Erfahrung zu tun, nicht mit Resignation. 

Auch ein anderer Gottesmann, Paulus konnte von sich sagen: „Ich vermag alles durch den der mich stark macht, Christus!“ (Philipper 4,13) Der Glaube an Jesus Christus gab ihm festen Halt und Kraft in schwierigen Situationen. 

Und schließlich der Herr Jesus Christus selbst, der alle Menschen einladet zu ihm zu kommen: „Kommt her zu mir, all ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben. (Matthäus 11, 28)

Wenn wir in der Stille ins Gebet gehen, dann kommen wir zu einem Ruhepol! Aus getriebenen und gehetzten Menschen werden Gezogene, Getragene. Daraus erfolgt ein gutes, richtiges und Gott gewolltes Handeln. 

Der Resilienzfaktor Glaube ist nicht die Säule Nr. 8 sondern für alle, die Gott persönlich in seinem Handeln an sich erfahren haben ist die die Säule Nr. 1, auf die sich alle anderen Säulen stützen. 

Die Anzahl der Menschen die unter Depressionen leiden, hat seit 2015 ständig zugenommen. Mindestens zehn Prozent leiden an wiederkehrenden depressiven Episoden, die oft lange Zeit nicht als solche erkannt werden. Nach einer Studie der WHO Gesundheitsorganisation waren 2015 rund 322 Millionen Menschen betroffen, das sind 4,4 % der Weltbevölkerung und gut 18 % mehr als zehn Jahre davor. Die meisten Depressiven gibt es in den Industrieländern. Auch jeder zehnte Österreicher ist von Depression betroffen, jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann. Depressionen gibt es in jeder Altersgruppe, bereits im Kindesalter, bei Jugendlichen und vermehrt bei älteren Menschen. 26-40 % aller Altersheimbewohner werden depressiv. 

Es gibt leichte, mittlere und schwere Depressionen.  Sie können meist durch richtige Behandlung effektiv gebessert oder sogar geheilt werden. Die meisten Fälle, vor allem die leichten Depressionen, können ambulant behandelt werden. Depression wird häufig nicht verstanden. Sie ist eine rätselhafte Krankheit mit vielen Gesichtern und vielen Ursachen. Doch sie kann schwer wiegende Auswirkungen haben. Depression ist nicht nur der häufigste Grund für den Selbstmord, sondern sie vermindert auch entscheidend die Lebensqualität. Bei jungen Menschen beeinträchtigt sie die schulischen Leistungen und die Berufsaussichten negativ. Sie führt häufig in die soziale Isolation. Bei Müttern erhöht sie die Wahrscheinlichkeit, Problemkinder zu haben. Die Depression schwächt das Immunsystem und dessen Fähigkeit Krebszellen und andere Krankheitserreger anzugreifen. Ältere Erwachsene, die seit 6 Jahren an Depression leiden, haben ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken. Depression kann sich auf eine große Anzahl von Körperfunktionen auswirken wie z.B. erhöhter Stresshormonspiegel, höheres Risiko von Osteoporose, Bluthochdruck, Diabetes, Asthma, Kopfschmerzen. Die versteckten Gefahren einer Depression sind also zahlreich. 

Wie entsteht eine Depression—was sind die Ursachen? 

Um die Ursachen der Erkrankung festzustellen hat man diese möglichen Ursachen in zehn unterschiedliche „Trefferkategorien“ eingeteilt: 

  • Vererbung - Depression  oder Selbstmord in der Familiengeschichte
  • Entwicklung - sexueller Missbrauch in der Kindheit, zu frühe Pubertät bei Mädchen, Essstörungen, Drogen– und Alkoholmissbrauch in der Jugend. 
  • Ernährung - Mangel an Tryptophan, Omega-3- Fettsäuren  und B-Vitaminen, eine Ernährung mit hohem Anteil an Cholesterin, gesättigtem Fett und Zucker.
  • Beziehungen - wenn sozialer Rückhalt fehlt, sehr stressreiche negative Lebensereignisse, Fehlen der Eltern, ein direktes Familienmitglied ist Alkohol– oder drogenabhängig.
  • Gifte - hier sind hauptsächlich Blei und Quecksilber verantwortlich.
  • Schlaf-Wach-Rhythmus - auch Zirkadianthythmus genannt, wenn er durch Schlaflosigkeit oder starke Unregelmäßigkeiten gestört ist.
  • Abhängigkeit von Alkohol, Tabak, starker Kaffee- und Drogenkonsum kann als Folge Depressionen hervorrufen.
  • Lebensstil - wer die wichtigsten Gesundheitsfaktoren wie Bewegung, frische Luft, Ruhezeiten ect. permanent vernachlässigt.
  • Erkrankungen - praktisch jede schwere körperliche Erkrankung kann eine Depression nach sich ziehen. Auch die Depression im Wochenbett zählt dazu.
  • Frontalhirn - dazu könnte man die Internetsucht, „behämmern“ mit Rockmusik, Erfahrungen mit Hypnose oder östlicher Meditation  zu viel Fernsehen  zählen. Auch quälende Schuld, weil man gegen das eigene Gewissen gehandelt hat. 

                  Die gute Nachricht ist, die meisten Trefferkategorien kann man positiv beeinflussen. Nur Gene und Lebensgeschichte sind unveränderbar. 

Woran erkennen wir eine Depression?

Der Betroffene  empfindet eine traurige Verstimmung, fühlt sich leer, hat ein deutlich vermindertes Interesse  an seinen Aktivitäten. Er empfindet keine Freude mehr, Energieverlust und Gefühle der Wertlosigkeit stellen sich ein. Viele leiden an Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen, oder an Appetit– und Gewichtsverlust. Selbstvorwürfe und Schuldgefühle, auch unbegründete, machen sich breit. Die Fähigkeit zu denken und sich zu konzentrieren ist gestört, ebenso die Entscheidungsfähigkeit. Subjektiv macht sich ein Gefühl von Rastlosigkeit und psychomotorischer Unruhe breit oder von Verlangsamung. Immer wiederkehrende Gedankenschleifen quälen, im Extremfall sind es Todesgedanken. Und über allem liegt eine bleierne Müdigkeit. 

Wie steht es mit Behandlungsmöglichkeiten?  Wie schon gesagt, Antidepressiva und Psychotherapie kommen an 1. Stelle zum Einsatz. Doch noch weit wirksamer ist die Behandlung einer Depression wenn sie durch ein Lebensstilprogramm ergänzt wird, das vor allem auch auf die Ursachen eingeht. Wir möchten Sie gerne mit einigen Punkten in diesem Programm bekannt machen:  In den ersten beiden Wochen braucht es ein straffes, vielseitiges Programm. Vor allem ist für Depressive ein strukturierter Tagesablauf wichtig, der morgens Früh um 6– 6.30 Uhr beginnt und abends um ca.21 Uhr endet. Zwischen den einzelnen Aktivitäten darf es nur kurze Pausen geben, denn zu viel Freizeit verführt dazu, in das eigene „Gedankenkarussell“ zu fallen. Der Depressive muss aber lernen, dem zu entkommen. Fernsehkonsum und langes Internet-Surfen sind verpönt, Handy-Gespräche nur, was unbedingt notwendig ist. So wird das Programm sinnvoll unterstützt. 

Ein wichtiger Hinweis: Eine fachärztliche Behandlung kann durch ein Lebensstilprogramm nicht ersetzt werden! Man darf ärztlich verordnete Antidepressiva niemals eigenmächtig absetzen, sondern das entscheidet der Arzt! Nun gehen wir durch einen Teil des Lebensstil-Programmes für einen erfolgreichen Weg aus der Depression:

Bringe Sauerstoff in dein Leben

Wissenschaftliche Studien zeigen dass unsere Stimmung drastisch beeinträchtigt wird, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut und Gehirn unter das optimale Niveau fällt. Es ist wichtig den Sauerstoffspiegel möglichst hoch zu halten. Eine effektive Möglichkeit dies zu erreichen sind tiefe Atemübungen.Während dieser Übung macht man 3-6 tiefe Atemzüge pro Minuten (normal 12-14). Um bei dieser geringen Frequenz nicht in Luftnot zu geraten, braucht es sehr tiefe Atemzüge Uhr mit Sekundenzeiger in die Hand nehmen, aufrecht in guter Haltung hinstellen. Fünf Sekunden einatmen, dann langsam wieder ausatmen Atmen Sie in den unteren Teil Ihrer Lunge (Bauchatmung). Das Ziel ist, 30 Minuten pro Tag zu verbringen, wo man nicht mehr als 6 ganze Atemzüge pro Minute macht. Sie werden einen enormen Nutzen feststellen. Die 30 Minuten Tiefatmen können auch auf zwei oder drei Einheiten pro Tag aufgeteilt werden,. 

Bringe Licht in dein Leben.

Die tägliche Exposition  im hellem Licht für 30 Minuten sorgt dafür, dass wir durch unsere geöffneten Augen ausreichend intensives Licht aufnehmen, was dazu beiträgt, dass Gehirn und Körper die wichtigen biochemischen Substanzen für die Neurotransmitter (Botenstoffe für die Nervenzellen) herstellen können. Diese winzigen Moleküle sorgen für ein ausgewogenes Gleichgewicht unseres Gehirns und unserer psychischen Verfassung. 

Helle Lichttherapie kann auch dazu beitragen, den physiologischen Tagesrhythmus des Körpers, auch Zirkadianrhythmus genannt, wieder herzustellen, mit anderen Worten, einen normalen Schlaf-Wachrhythmus. Schlaflosigkeit kann behoben werden, wenn man sich täglich 30 Minuten hellem Licht aussetzt, am besten kurz nach dem Aufstehen am Morgen. Das Licht im Freien ist ungefähr 15x heller als die normale Innenraumbeleuchtung. Wenn die Lichtverhältnisse im Winter das nicht zulassen, so sollte man sich ein spezielles Lichtgerät anschaffen (Tageslichtlampe oder Lichtdusche), das eine Leistung im Bereich von 10.000 Lux hat. Tip: Man kann die Lichttherapie kombinieren mit Gymnastik oder dem Hören klassischer Musik. 

Bringe Bewegung in dein Leben

Mit der sportlichen Aktivität erhöht sich der Nervenwachstumsfaktor   BDNF. Sport verbessert die Schlafqualität, die Denkleistung und lindert die depressiven Symptome. Eine kanadische Studie belegte, dass Sport als ergänzende Therapie zu Antidepressiva einen echten Mehrwert bieten kann. Machen Sie pro Tag zwischen 30-60 Minuten Sport. Gehen und Laufen ist eine einfache aber gute Methode um fit zu werden. 

Am besten ist ein Intervalltraining. Nach der Anstrengung des Laufens von mehreren Minuten kommt ein langsameres und lockeres Gehen. Diesen Wechsel von schnell und langsamer durchziehen, bis die gesamte Trainingseinheit von 30 Minuten vorbei ist.  Abgeschlossen wird mit einigen Dehnungsübungen

Gesundes Essen– Stimmungstief vergessen

Es ist richtig, das viele ihre Gemütsverfassung durch Ernährungsumstellung verbessern könnten. 

Ernährungsfehler sind eine von vielen Ursachen der Depression. Nahrungsmittel können bei sorgfältiger Auswahl die essentiellen Nährstoffe zur Verfügung stellen, die Gehirn und Nerven brauchen. Konzentrieren Sie sich darauf, wie sie den Gehalt an Tryptophan, Vitamin B 12, Omega 3-Fettsäuren und Folsäure in Ihrer Ernährung erhöhen können. Nahrungsmittel mit Cholesterin dagegen (tierische) sind einzuschränken oder zu eliminieren.

Serotonin  ist ein wichtiger Botenstoff im Gehirn und für die Stimmung zuständig! Serotonin erzeugt der Körper selbst aus dem Stoff Tryptophan, der mit der Nahrung zugeführt wird. Das Gehirn kann kein Serotonin erzeugen, wenn zu wenig Tryotophan vorhanden ist. Daher brauchen wir Nahrungsmittel, die reich an Tryptophan sind wie Tofu, Sesamsamen, Mandeln, Glutenmehl, grüne Sojabohne, Kürbiskerne, Walnüsse.

Fleisch in der Ernährung dagegen blockiert den Tryptophantransport zum Gehirn. 

Omega-3-Fettsäuren   sind wichtig für den Gehirnstoffwechsel zur Verhinderung einer Depression. Wir empfehlen Omega-3 aus pflanzlichen Quellen. Denn die meisten Fische aus Seen und Meer sind heute verseucht, besonders durch Quecksilber und krebserregende Stoffe. 

Nahrungsmittel mit einem hohen Omega-3-Gehalt (Linolensäure) sind: Leinöl, Walnüsse, Leinsamen gemahlen, Weizenkeime, grüne Sojabohne, Spinat, Avocado Mandeln, Erdbeere, Banane und Süßkartoffeln.  Für die Verbesserung des Lernvermögens ist das pflanzliche Fett dem tierischen überlegen.

Folsäure (B-Vitamin) Ein Folsäuremangel kann Depressionen. Folsäurereiche Lebensmittel sind: Kichererbsen, Linsen, Kidneybohnen. Weiße Bohnen, Feldsalat, dunkelgrünes Blattgemüse. 

Ebenso wichtig für den Gehirnstoffwechsel sind alle B-Vitamine und die Antioxidantien Vit. C, E und Beta-Carotin. 

Die himmlische Anti-Depressionskur

Eine an Depressionen leidende Frau hatte einmal einen Traum. Sie ging durch ihren Garten und sprach dabei mit ihrer Freundin: „Schau dir diese Staude an, sie ist schon im Eingehen. Jener Baum dort ist verkrüppelt und der Rosenbusch dort ist kümmerlich! Der Anblick macht mich traurig, denn es scheint mein Leben darzustellen und auch mein Verhältnis zu Gott“.

Vor ihnen stand plötzlich ein Engel und sprach sie an: „Sammelt doch die Rosen, die Lilien und Nelken. Lasst die Disteln und verwelkten Sträucher und bekümmert nicht eure Seele!“

Wir können von uns selbst weg schauen und auf unseren Gott hoffen, denn die Bibel sagt uns dass er ein „Gott alles Trostes“ ist, der uns trösten kann in unseren Herausforderungen.  . 

  • Verschiedene Studien zeigen, dass sich depressive Leute mit einer starken inneren Gläubigkeit schneller erholen.
  • Es bringt kaum Vorteile, wenn man nur die äußeren religiösen Formen ohne eine feste Glaubensüberzeugung wahrt.
  • Für eine verbesserte psychische Gesundheit  ist das tägliche Lesen der Heiligen Schrift zu empfehlen. Gott schenkt uns darin tröstende Versprechen als Zeichen seiner Liebe.