Aktuell

In Österreich und Deutschland sind seit einer Reihe von Jahren beunruhigende Veränderungen zu beobachten. Immer mehr ältere Menschen stehen immer weniger jungen gegenüber. Die Bevölkerung als Ganzes altert, sie erlebt einen demografischen Wandel. Die durchschnittliche Frau in Österreich bekommt nur noch 1,44 Kinder, was deutlich unter dem Reproduktionsniveau liegt. Das bedeutet: Wir werden auch immer weniger. Dieser Trend hat schon vor zwei Generationen begonnen und ist vorläufig unumkehrbar.

 

Ein uns bekannter Notar bemerkte im Gespräch, dass er nach seiner Pensionierung noch mehr zu tun hätte als jetzt in seiner aktiven Zeit. Warum? Er würde mithelfen bei Essen auf Rädern und bei der Betreuung alter Menschen, denn „diejenigen die noch rüstig sind müssen die anderen mitversorgen, die nicht mehr können“. Eine neue Art gesellschaftlicher Solidarität müsse entstehen, denn „die öffentlichen Einrichtungen werden das auf die Dauer nicht mehr schaffen. Sie kommen jetzt schon manchmal an die Grenzen ihrer Belastbarkeit“. Das ist ein bemerkenswerter Gedanke.

 

Wenn wir einen historischen Rückblick machen, erkennen wir, dass der Übergang zu den modernen demografischen Verhältnissen jeweils mit einem Rückgang der Sterblichkeit begann. Davor gab es starke Schwankungen durch Seuchen, Kriege und Naturkatastrophen. Im vormodernen Europa bekamen Frauen in der Regel im Lauf ihres Lebens fünf bis acht Kinder, doch die Hälfte der Geborenen überlebte ihre Kindheit und Jugend nicht. Aber mit dem Einsetzen der gesellschaftlichen Modernisierung begann die Lebenserwartung zu steigen. Die Familien reagierten mit der Zeit auf die veränderten Lebensbedingungen mit einer Beschränkung ihrer Kinderzahl. Geburten– und Sterberate pendelten sich in einigen Ländern auf niedrigem Niveau ein. Die Erfahrungen der letzten 30 Jahre in Europa zeigen jedoch, dass die demografische Entwicklung nicht auf ein Gleichgewicht zwischen Geburten– und Sterbefällen zusteuert. In den westlichen Ländern sank die Geburtenrate bereits deutlich unter die Sterberate und das bedeutet längerfristig für Europa, aber auch Japan und Australien ein Schrumpfen der einheimischen Bevölkerungen.

 

Bedeutet dieser demografische Wandel bereits eine Vision des Untergangs oder bietet er auch viele übersehene Chancen? Wie gehen wir eigentlich als Christen mit diesen Entwicklungen um? Das sind Fragen, über die wir heute nachdenken wollen. Vielleicht sollten wir uns auch wieder rückbesinnen auf die  Wertschätzung alter Menschen nach dem biblischen Vorbild. 

 

Freundlichst,

                Ihr Blickpunkt-Team