Aktuell

Sprecht mit uns, nicht mit eurem Handy!“ Anfang September fand in Hamburg eine Demonstration der besonderen Art statt. Wenn Kinder auf die Straße demonstrieren gehen, da muss schon ordentlich was schief gelaufen sein. Mehr als 150 Teilnehmer schlossen sich dieser Kundgebung an. Volksschüler hielten selbst gebastelte Plakate in der Hand mit der Aufschrift: „Flugmodus an! Jetzt bin ich dran!“ 

 Zwei Alltagsszenen: Das Kind sitzt auf der Rutsche am Spielplatz, die Mutter sitzt auf der Bank und ist ständig mit ihrem Smartphone beschäftigt. Oder: Das Kind im Kinderwagen sucht mit aufgerissenen Augen nach der Aufmerksamkeit der Eltern. Beide traben hinterher und sind in ihre Smartphones vertieft. Das Kind spürt: Smartphones sind wichtiger als ich! Das Kind schreit, jedoch wo bleibt die Antwort der Eltern?

 „Heute schon mit deinem Kind gesprochen?“ Das sollte man eigentlich gar nicht erst fragen müssen. „Ein typisches Eltern-Kind Gespräch nach der Schule sollte dieselbe Wichtigkeit haben wie ein Geschäftstermin“, diese Ansicht äußert ein Psychotherapeut. Denn „das Digitale verdrängt das Soziale“. Wenn es um die Eltern-Kind-Beziehung geht, dann kann es langfristig tragische Folgen haben. Das Kind beschwert sich: „Dauernd muss ich warten, wenn ich etwas dringend brauche, bis das Handygespräch zu Ende ist!“ Die Kinder erfahren weniger emotionale Zuwendung von den Eltern. Sie fühlen sich unglücklich und alleine gelassen. Den Kindern wird so Egoismus und Oberflächlichkeit vorgelebt.            

Die Erwachsenen zeigen dem Kind auch immer weniger die reale Welt. Ein Mangel an Erlebnissen führt zu innerer Verarmung. Das Gehirn des Kindes wird deshalb bestimmte Verknüpfungen gar nicht erst herstellen. Nicht zu vergessen die Vorbildwirkung. Der Nachwuchs lernt durch Nachahmung. So werden aus den Kindern Handy-süchtiger Eltern wieder Handy-süchtige Erwachsene. Die Bibel sagt: „Wie man einen Knaben gewöhnt, so wird er nicht davon weichen, wenn er älter wird.“! Die Kinder werden schließlich den Eltern in die virtuelle Welt entgleiten. Wie kann man jedoch diesen Teufelskreis stoppen?

Das würde bedeuten, dass die Eltern selbst zuerst einmal ihre Handysucht in den Griff bekommen müssen und dann ihrer Erziehungsaufgabe nachkommen, die Kinder zu einem maßvollen und kritischen Umgang  mit Smartphone, Tablet und Co. zu erziehen. Will ich als Elternteil dass mir mein Kind entgleitet in eine unkontrollierte virtuelle Welt mit zweifelhaften Inhalten oder bin ich bemüht einen für die Gesellschaft wertvollen Menschen zu erziehen? Das ist nämlich Gottes Auftrag an alle Eltern. Ihr Blickpunkt-2000– Team