Aktuell
19 Mai

Die Esoterik - Invasion

Im steirischen Esoterik-Jahresbericht 2014 lesen wir folgendes: „Esoterik statt sozialer Rechte und gerechter Löhne?“ In letzter Zeit versuchen sich mehr und mehr esoterische AnbieterInnen als Reparaturinstanzen für gestresste, genervte oder von Burn-out bedrohte Menschen zu vermarkten. Sie versprechen, verbrauchte Menschen mittels esoterischer Methoden, Übungen ect. wieder für den aufreibenden Arbeitsalltag fit zu machen. Dass erst unfaire Löhne, Leistungsdruck, und die stete Aushöhlung der Rechte der Arbeiter und Angestellten zu psychosozial bedingten Krankheiten und Erschöpfung führen, wird hier mit keinem Wort erwähnt. Allerdings: Leisten können sich die „Segnungen“ dieser Erfolgsversprechungen und Heilsbotschaften nur solche, die noch das nötige Kleingeld haben. Kein Geld– keine Esoterik! Das gilt zumindest für den Mainstream, Einzelfälle von „Barmherzigkeit“ mag es  geben. 

Die Marketingfachleute haben den allgemeinen Trend längst aufgegriffen.  Man spricht vom Entstehen einer „neuen Bewusstseinsindustrie“, und das in einer Gesellschaft der Sinnsuchenden. Dazu passen Berechnungen der Dresdner Bank, wonach die deutschen Bundesbürger bereits jetzt pro Jahr „an die neun Milliarden Euro an Lebenshilfe, Orientierung, Selbstverwirklichung und Sinnsuche“ investieren. Esoterisches wird zusehends zu einer Art Volkssport.  Zweifelsohne versuchen es viele mit Esoterik, weil sie von Gesellschaft und Kirche enttäuscht sind.

Esoterik kann aber auch gefährlich sein. Man kapselt sich nämlich von der realen Umwelt ab und begibt sich in eine Welt, die sich jenseits unserer Realität befindet. Klarerweise kommt man dann auch mit der wirklichen Welt schlecht oder gar nicht zurecht, wenn man an Dinge glaubt, die jenseits unserer bewussten Vorstellungen liegen.

Schließlich sind esoterische Publikationen ungleich zahlreicher als diejenigen, welche sich kritisch damit auseinandersetzen. Man braucht derzeit jeden kritisch denkenden Menschen, der dem eskalierenden „Zauber“ die Stirn bietet. Warum sind die Menschen nur so empfänglich für kostspielige Luftblasen, die noch dazu eine dunkle und gefährliche Seite haben?

Gott spricht durch den Propheten Jesaja: „Warum zählt ihr Geld dar, für das was kein Brot ist und euren Verdienst für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich …. neigt euer Ohr und kommt zu mir!, so wird eure Seele leben … und ich will euch geben die beständigen Gnaden Davids!“   (Jesaja 55, 2.3.)

Leider wollen heute nur wenige auf den lebendigen Gott hören, der durch den Glauben in unsere Realität hineinwirkt und in jeder menschlichen Not Hilfe anbietet. Wir können aber eine Wahl treffen zwischen der Realität des Glaubens und Scheinwelten.

Mit dieser Frage beschäftigt sich heute
Ihr Blickpunkt2000– Team

 

23 Mär

Die Grenzen der Meinungsfreiheit - Was darf man noch sagen?

Der „Mohr im Hemd“ und das „Negerbrot“, sie haben uns in der Vergangenheit  immer gut geschmeckt. Niemand hat sich etwas Böses oder Abwertendes dabei gedacht. Doch neuerdings darf man diese süßen Nachspeisen nicht mehr so nennen, denn sonst könnte es Proteste geben von Farbigen, die sich auf diese Weise diskriminiert sehen. Die Debatte um Political Correctness ist längst in Europa angekommen. Was darf man eigentlich noch sagen?

                Was ist Political Correctness? Die Bewegung selbst war an den nordamerikanischen Universitäten der späten Sechzigerjahre entstanden. Die Studenten wollten durch eine Änderung in der Sprache die Diskriminierung von Minderheiten und Frauen beseitigen. Später wehrten sie sich auch dagegen, dass der Lehrstoff fast ausschließlich von den Vorstellungen der angelsächsischen männlichen Mainstreamkultur geprägt war. Aus dieser Bewegung heraus bildete sich ein Sprachkodex. Abwertende Begriffe wie „Nigger“, die in sich  das Erbe der Sklavenhaltung und der rechtlichen Diskriminierung tragen, wurden zur Festung, die es niederzureißen galt. In der Studentenschaft etablierte sich dafür der - zunächst ironisch gemeinte - Begriff „Political Correctness“.

                Der Begriff wurde auch bald von Kritikern und Gegnern aufgegriffen, wenn auch mit entgegengesetzter Stoßrichtung. Sie warfen den politisch Korrekten vor, mit den Methoden der Sprachpolizei Meinungsterror zu betreiben. „Man wird doch das noch sagen dürfen“, so ihr Schlachtruf, den sie dagegen hielten. So war Political Correctness endgültig zu einem Kampfbegriff geworden.

                Diese Sprachtabus haben die Tendenz sich immer mehr auszuweiten. Immer mehr Gruppierungen beklagen ihre Opferrolle und erheben Einspruch gegen den bis dahin allgemeinen Sprachgebrauch. Kein gesellschaftlicher Bereich scheint davon ausgenommen. Auch nicht der Bereich der Religion und des Glaubens. Doch hier wird es bedenklich.

Wir wollen uns heute damit beschäftigen wie sich diese „politische Korrektheit“ zu einer neuen Art von Inquisition entwickeln könnte, wenn man ihr nicht Einhalt gebietet. Das Recht auf Meinungs– und Religionsfreiheit gehört zu den Grundrechten der Menschen und darf heute nicht durch fehlgerichtete Entwicklungen unterlaufen werden. Darum: „Wehret den Anfängen!“