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30 Jun

Die Ich-Gesellschaft und ihre Schattenseiten

Vorwort

Egoistische Partner, überhebliche Arbeitskollegen, eitle Medienstars und Menschen, die ausnahmslos von sich selbst überzeugt sind begegnen uns ständig. Als Einzelerscheinung hat es sie immer gegeben. Doch Narzissmus und Egozentrik sind heute nicht mehr nur ein individuelles Problem. Die gesellschaftlichen Entwicklungen heute fördern scheinbar die Entstehung solcher Persönlichkeitseigenschaften. So meint ein bekannter Psychotherapeut: „Der typische Narzisst, selbstbezogen und rücksichtslos, erfüllt vorzüglich die Bedingungen, die in der Wirtschaft gefragt sind und hat alle Chancen Karriere zu machen!“
Das mag der Grund dafür sein, das der Narzissmus nach Ansicht von Experten in unserer Gesellschaft immer größere Ausmaße angenommen hat. Viele Historiker, Gesellschaftsanalytiker und Soziologen sprechen von einer rasanten Zunahme der Egozentriker in unserer Zeit. „Der Narzissmus hat zugenommen wie die Fettsucht!“

Die Gründe für diese zunehmende Ich-Zentrierung können im Wesentlichen in geänderten Moralvorstellungen und Wertehaltungen gesucht werden. Als Christen sagen wir, es ist die Folge zunehmender Gottlosigkeit. Niemand kann übersehen, dass ehemalige Tugenden wie Zurückhaltung, Bescheidenheit, Genügsamkeit und Hilfsbereitschaft heute keine große Rolle mehr spielen, ja zum Teil als „Schwäche“ angesehen werden. Der Mensch, das Selbst, das Ich und die eigenen Bedürfnisse sind in den Mittelpunkt getreten. Die neuen Ideale heißen vor allem Selbstsicherheit, Konsum und Selbstbezug. „Cool sein“, besonders in der Sprache der Jugend spielt dieses Wort eine bedeutende Rolle. Cool sein ist alles, was Vergnügen bereitet, was befriedigt, sich über andere hinwegsetzt. Wir bewundern nicht mehr den verständnisvollen, anteilnehmenden, mitleidenden, sondern vielmehr den abgebrühten, distanzierten, unberührbaren Menschen.

Diese Kultivierung der Selbstverwirklichung hat eine kaum mehr kontrollierbare Eigendynamik in Gang gesetzt, die sich im Rückgang der Geburtenrate, in vielen Ehescheidungen, in der Zunahme von Single-Haushalten, im verschärftem Gewinnstreben, im bedingungslosen Glauben an Leistung und Wachstum zeigt. Nicht zuletzt ist die Krise der Finanzmärkte eine Folge der narzisstischen Epidemie unter einem Heer von Börsenhaien, Spekulanten, Managern und Spitzenbankern. Rücksichtsloses Profitstreben und grenzenlose Gier sind Ausdruck einer narzisstisch schwer gestörten Gesellschaftsschicht. Die Kehrseite ist das Massenelend, das sie hinterlassen. Spekulanten treiben Lebensmittelpreise in die Höhe, auch wenn Zehntausende deswegen verhungern…...

Die Bibel hat bereits vor 2000 Jahren den vorherrschenden Menschentyp der Endzeit beschrieben:
„Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen werden gräuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen sein, die viel von sich halten, geizig, ruhmsüchtig, stolz, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, … wild, ungütig, Verräter, Frevler, aufgeblasen, sie lieben mehr die Lüste als Gott.“   (2. Tim. 3,1-4)

Im Ernst: Möchten Sie wirklich einen solchen Menschentyp verkörpern oder auf solche Menschen angewiesen sein? Gott zeigt  einen viel besseren Weg.          

Ihr „Blickpunkt-“- Team

 

27 Mär

Zu wem beten die da?

Wenn Kinder nach Gott fragen, dann wollen sie oft wissen, wie er aussieht, wo er wohnt und was er tut. Er ist zwar eine Person, aber kein Mensch wie wir. Sie stellen sich Gott menschengestaltig vor, als alter Mann mit Bart im Himmel, der von dort das Weltgeschehen lenkt. Die Heranwachsenden entdecken, dass ihr Kinderglaube nicht mehr mit ihren Beobachtungen und Erfahrungen übereinstimmt und so fangen sie an ihr eigenes Gottesbild zu konstruieren.

Warum verlieren oft viele junge Leute den Glauben an Gott? Sie stellen die Frage, warum Gott nicht ins Geschehen auf dieser Welt eingreift. Hat Gottes Macht Grenzen?
Da erlebt ein Kind, dass seine Mutter, die es sehr geliebt hat, an einer Krankheit qualvoll sterben muss, und schon ist ein Bild von Gott fertig: „Gott ist ungerecht und mitleidslos!“ Da liest jemand die Geschichte in der Bibel, dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt sandte, um ihn am Kreuz sterben zu lassen. Sein Bild von Gott ist fertig: „Gott ist herzlos und grausam!“

Was man den christlichen Kirchen im Abendland ankreiden muss, ist, dass Gott oft nicht so vermittelt wurde, dass man ihn ins Herz schließen könnte. Entweder verdammte er die Menschen zu ewiger Höllenqual für einige Jahre Fehlverhalten oder er wurde als kleinlicher Richter dargestellt, der keine Sünde übersieht. Vielen Menschen wurde auf diese Weise der Glaube verleidet und es wurde schwer bis unmöglich gemacht, einen solchen Gott zu lieben. Doch ein falsches Gottesbild lässt sich korrigieren.

Heute kann man sagen: Je säkularer die Gesellschaft, desto schwammiger und undeutlicher wird auch das Gottesbild. Alles was über reine Vernunftgründe hinausgeht, wird oft zum „Mythos“ erklärt und der Mythos wird natürlich als das „Unwahre“ angesehen. Menschen, die davon geprägt sind glauben einfach an eine „höhere Kraft“, was immer das sein soll oder sie gehen so weit, Gott als Erfindung des menschlichen Geistes zu betrachten: „Ich glaube nur was ich sehe!“ Folgende Schlussfolgerungen werden daraus gezogen:

  • Ein Gott, über den man nichts sagen kann, kann mir egal sein
  • Ein Gott, der nicht an mir handelt, ist überflüssig
  • Ein Gott, mit dem man nicht reden kann, den braucht man nicht.

Doch der begrenzte menschliche Verstand ist ja nicht alles. Hier wird folgendes übersehen: Wenn der Glaube Trost im Leid spenden soll, dann muss der Glaube konkret und nicht abstrakt oder gar nebulos sein. Im Zentrum des Glaubens steht ein offenbarender Gott! Er offenbart sein Wesen und Wirken in der Heiligen Schrift. Sie vermittelt ein deutliches und eindeutiges Gottesbild und dieser Gott fordert jeden Menschen auf, persönliche Erfahrungen mit ihm zu machen:
„Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen!“  (Jer. 29, 13.14.)