Aktuell
22 Mär

Jubiläumsjahr 2017 - 500 Jahre Reformation

500 Jahre Reformation — es gibt viele Gründe um daran zu erinnern. Denn die Reformation im 16. Jahrhundert ist ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung. Damals hatte sie weit reichende religiöse, kulturelle, politische und gesellschaftliche Auswirkungen, nicht nur in ihren Ursprungsregionen in Mitteldeutschland und der Schweiz, sondern sehr bald auch über die Grenzen Europas hinaus.

 

Die zentrale Gestalt der Reformation damals, Dr. Martin Luther, will nicht gefeiert werden, wie er im Jahr 1522 niedergeschrieben hat: „Ich bitte, man wollte meines Namens verschweigen und sich nicht lutherisch, sondern Christen heißen. Was ist Luther? Ist doch die Lehre nicht mein. So bin ich auch für niemand gekreuzigt. Wie käme ich armer Mensch dazu, dass man Kinder Christi sollte mit meinem heillosen Namen nennen? Nicht also, liebe Freunde, lasst uns tilgen die parteiischen Namen und Christen heißen, dessen Lehre wir haben.“ Mit diesen Worten hat Luther selbst eine Regieanweisung erteilt. Nicht die Person ist zu feiern!

 

Die SACHE aber, um die es Luther gegangen ist, ist heute vielen Zeitgenossen kaum noch verständlich, denn der religiöse  Horizont von 1517 zu 2017  hat sich völlig verschoben. Nicht die Gottesexistenz stand  damals in Frage, sondern das Gottesverständnis! Der Mensch des späten Mittelalters war nämlich tief religiös. Heute sind für die säkulare Öffentlichkeit die Anliegen der Reformation wahrscheinlich nicht mehr als ein  Gezänk von Theologen, das in der Vergangenheit zur Kirchenspaltung geführt hat.

 

Die großen Kirchen suchen seit längerem ökumenische Einigkeit. Nach Papst Franziskus sollen Katholiken und Lutheraner „gemeinsam an 500 Jahre Reformation“ gedenken. Die Kirchenspaltung als gemeinsam zu feierndes Ereignis? Damit werden in beiden Lagern viele nicht glücklich sein. Es besteht heute die große Gefahr, dass die zentralen geistlichen Anliegen der Reformation verändert oder gar aufgegeben werden. Eine Reformations-Historikerin befürchtet gar, das Jubiläum könne zu einer Feier der „theologischen Harmlosigkeiten“ geraten  mit  kulturellen Events, Chronisten, Musikern und ökumenischen Festgottesdiensten, wo man nur das Gemeinsame betonen will– und natürlich alles für das Fernsehen! Denn in einer Region (Sachsen-Anhalt), wo über 70 Prozent der Menschen keiner Kirche mehr angehören, will man den christlichen Glauben ins Bewusstsein rücken. Gut gemeint! Aber ob es gelingen wird, das eigentliche Anliegen der Reformation, nämlich die geistliche „Erneuerung“ und Rückkehr zu Jesus Christus und seinem Evangelium den Menschen nahe zu bringen, ist fraglich. Für jede Reformation braucht es neben Gott geweihten Menschen auch die „himmlische Unterstützung“ des Heiligen Geistes, damit sich ein solcher Funke zum Flächenbrand ausweitet.

 

Ihr „Blickpunkt2000“  Team

28 Nov

Die christlichen Wurzeln Europas

Sarah kommt von Ghana nach Deutschland. Sie freut sich in einem christlichen Land zu sein. Am ersten Sonntag geht sie in die nächstbeste Kirche und ist enttäuscht! Nur wenige Leute sind zum Gottesdienst gekommen! Sie denkt sich: „Na vielleicht ist es in einer anderen Kirche besser!“ Am nächsten Sonntag geht sie in ein anderes Gotteshaus. Doch hier bietet sich das gleiche Bild: Kaum Leute in den Kirchenbänken. „Wie ist das möglich“, sinniert sie, „ich bin doch in einem christlichen Land!“ Oder doch nicht?

 

                In fast allen Ländern Europas nimmt die religiöse Praxis der Christen ab und die Bedeutung der Kirchen in der Öffentlichkeit ebenso. Die etablierten Amtskirchen verwalten ein oft ausgezehrtes Christentum, ein Zustand, der sich seit einigen Jahrzehnten immer mehr zugespitzt hat. Das hat mehrere Ursachen.

 

                Die Kirchen sind immer mehr säkularisiert und ihre Leiter gehen den Weg der Anpassung. Sie üben sich in Asylpolitik, Toleranz gegenüber sämtlichen Minderheiten bis zur Selbstaufgabe und Erbaulichkeiten unreligiöser Art. Das biblische Evangelium hört man fast gar nicht mehr, das wäre ja nicht „politisch korrekt“. Sie wollen nur noch soziale Kirchen, aber keine geistlichen Kirchen mehr sein. Früher hat die Kirche darin versagt, den Menschen einen liebenden Gott nahezubringen und drohte mit einem strafenden Gott. Heute wird er manchmal als schwacher Greis dargestellt, der keinen Einfluss mehr auf unser Leben hat. Vor einem solchen Gottesbild, wie es teilweise vermittelt wird, haben die Menschen keinen Respekt mehr und wenden sich ab. Das Gotteslob ist auf der Strecke geblieben, ebenso auch die Kernaufgabe einer christlichen Kirche, nämlich für das Seelenheil der ihnen anvertrauten Menschen zu sorgen. Diese sind längst dem christlichen Gedankengut entfremdet, in Esoterik und Materialismus abgedriftet und können mit einem bibelorientierten Christentum nichts mehr anfangen. Sie haben es niemals kennen gelernt. 

 

                Eine entchristlichte Gesellschaft hat keine Wurzeln, wird zunehmend orientierungsloser und auch immer werteloser, was heute schon überall beklagt wird. Das Versagen der Kirchen, den Menschen den Heilsweg Gottes nahezubringen, wird als eine Hauptursache der religiösen Wehrlosigkeit Europas genannt. Angesichts der aktuellen politischen Lage ist es kein Wunder, wenn dann eine Religion wie der Islam in dieses selbst verschuldete religiöse Vakuum vorstoßen kann. Die „Islamisierung Europas“ ist kein geflügeltes Wort, sondern bereits vielerorts eine reale Herausforderung geworden. Nur ein starkes und lebendiges Christentum könnte diese Strömung aufhalten.             

 

                Christen haben daher eine doppelte Aufgabe: Sie können dazu beitragen, dass christlicher Glaube wieder stärker ins Bewusstsein unserer säkularisierten Gesellschaft dringt. Und sie können helfen, dass Migranten erfahren und erleben, wie wertvoll der gelebte Glaube an Jesus Christus ist, so ferne sie den Mut haben, damit aufzutreten und sich nicht verstecken.

                                                                                             Ihr „Blickpunkt-2000– Team“

 

Jesus Christus spricht zu seinen Nachfolgern:

„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen?  Es ist zu nichts nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.“  (Matth. 5,13)