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03 Apr

Zukunftsentwicklungen – Gehen wir vorwärts oder zurück?

In den letzten Jahrzehnten hat sich unsere Welt durch die unterschiedlichen Entwicklungen im Bereich der Technologien sehr stark verändert. Dieser Wandel geschieht heute in unglaublicher Geschwindigkeit: 71,9 Prozent aller Unternehmen nehmen diese starken Entwicklungen wahr. Was gestern noch unlösbar und vor allem unerschwinglich schien, kommt immer mehr in den Alltag herein. Solarenergie? Vor 20 Jahren viel zu teuer, heute ab 2-3000 Euro erhältlich, je nach Größe. Ein 3D-Printer kostete 2007 an die 30.000 Euro, 2014 kostet er noch 100 Euro. Sensoren waren um 2009 um 30.000 Euro zu haben, heute  um 80 Euro. Ein Handy, mit dem man im Internet surfen kann, konnte sich zu Beginn der 2000er Jahre kein Mensch vorstellen. Und heute? 2016 besaßen 92 % der österreichischen Bevölkerung ein Smartphone! Diese Beispiele zeigen sehr gut, wie schnell sich Technologien heute weiter entwickeln und vor allem verbreiten. 

 

Anscheinend leben wir in zwei verschiedenen Welten: Zum einen existiert  der rasante und augenscheinlich lichtvolle Fortschritt in die Welt der Technik und Elektronik, die uns eine immer bessere Zukunft verspricht. Doch andererseits sind da die düsteren Wolken der realen Welt, die erahnen lassen, dass die besten Zeiten für Frieden und Wohlstand in naher Zeit zu Ende gehen.

 

Was erwarten wir in den nächsten 3-5 Jahren? Welche Trends führen in die Welt von morgen?

Trend Nr. 1: Die Welt wird immer vernetzter durch das Internet. Immer mehr Bereiche des Lebens werden  davon abhängig gemacht, und wir sprechen heute schon vom „Internet der Dinge“. Ein weiterer Trend ist die Elektromobilität, es entstehen heute schon immer mehr „E- Tankstellen“ zum Aufladen. Aber es kommt noch besser: Autonomes Fahren ist bereits möglich! Ein Traum für alle, die nicht  einparken können. Doch damit tun sich viele rechtliche Fragen auf, zum Beispiel:  Wer ist bei einem Unfall verantwortlich?

 

Der Trend zum Roboter muss auch erwähnt werden. Als Industrieroboter existiert er schon eine Weile. Aber man könnte ihn ja auch im Haushalt, im Pflegebereich oder in öffentlichen Ämtern verwenden. Diese Maschinen könnten 18 Millionen Arbeitnehmer verdrängen. Fortschritt– oder Rückschritt?

 

Aber selbst die Fortschritte der Technik haben ihre Kehrseiten: Wer kennt nicht den Knaben, der nicht Kopfrechnen kann, weil er von klein auf den Taschenrechner benutzte und als Lehrling kann er seine Überstunden nicht mehr zusammenzählen, wenn der Taschenrechner kaputt ist!

 

Wer wegen der Entwicklung der Technologie an  einen unaufhaltsamen Fortschritt der Menschheit glaubt, ist leider auf dem Holzweg. Denn was in naher Zukunft noch erwartet wird, ist eine weltweite Krise. Die Frage ist nicht mehr ob, nur noch wann! In der Folge entstehen auch gesellschaftliche Turbulenzen oder gar Bürgerkriege. In den kommenden Krisen sind ganz andere Fähigkeiten gefragt, nämlich: Wie kann ich mich mit Lebensmitteln versorgen, wenn die Supermärkte leer sind? Wie kann ich meine Wohnung wärmen, wenn Strom und Gasversorgung nicht mehr funktionieren? Unsere Großeltern besaßen weder Handy noch andere elektronische Hilfsmittel, aber sie wussten, wie man sich in Krisenzeiten selbst versorgt und damit die Familie am Leben erhält. Wir wollen uns heute auch wieder auf die elementaren Fertigkeiten besinnen, die uns helfen Not– und Krisenzeiten zu überstehen.

 

Auch die geistliche Dimension darf nicht vergessen werden, nämlich das Gottvertrauen. Gottvertrauen erlernt man, indem man persönliche Erfahrungen mit Gottes Hilfe macht. Diese wertvollen Erfahrungen können  in schwierigen Zeiten durchtragen.

 

Ihr Blickpunkt 2000 

 

22 Mär

Jubiläumsjahr 2017 - 500 Jahre Reformation

500 Jahre Reformation — es gibt viele Gründe um daran zu erinnern. Denn die Reformation im 16. Jahrhundert ist ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung. Damals hatte sie weit reichende religiöse, kulturelle, politische und gesellschaftliche Auswirkungen, nicht nur in ihren Ursprungsregionen in Mitteldeutschland und der Schweiz, sondern sehr bald auch über die Grenzen Europas hinaus.

 

Die zentrale Gestalt der Reformation damals, Dr. Martin Luther, will nicht gefeiert werden, wie er im Jahr 1522 niedergeschrieben hat: „Ich bitte, man wollte meines Namens verschweigen und sich nicht lutherisch, sondern Christen heißen. Was ist Luther? Ist doch die Lehre nicht mein. So bin ich auch für niemand gekreuzigt. Wie käme ich armer Mensch dazu, dass man Kinder Christi sollte mit meinem heillosen Namen nennen? Nicht also, liebe Freunde, lasst uns tilgen die parteiischen Namen und Christen heißen, dessen Lehre wir haben.“ Mit diesen Worten hat Luther selbst eine Regieanweisung erteilt. Nicht die Person ist zu feiern!

 

Die SACHE aber, um die es Luther gegangen ist, ist heute vielen Zeitgenossen kaum noch verständlich, denn der religiöse  Horizont von 1517 zu 2017  hat sich völlig verschoben. Nicht die Gottesexistenz stand  damals in Frage, sondern das Gottesverständnis! Der Mensch des späten Mittelalters war nämlich tief religiös. Heute sind für die säkulare Öffentlichkeit die Anliegen der Reformation wahrscheinlich nicht mehr als ein  Gezänk von Theologen, das in der Vergangenheit zur Kirchenspaltung geführt hat.

 

Die großen Kirchen suchen seit längerem ökumenische Einigkeit. Nach Papst Franziskus sollen Katholiken und Lutheraner „gemeinsam an 500 Jahre Reformation“ gedenken. Die Kirchenspaltung als gemeinsam zu feierndes Ereignis? Damit werden in beiden Lagern viele nicht glücklich sein. Es besteht heute die große Gefahr, dass die zentralen geistlichen Anliegen der Reformation verändert oder gar aufgegeben werden. Eine Reformations-Historikerin befürchtet gar, das Jubiläum könne zu einer Feier der „theologischen Harmlosigkeiten“ geraten  mit  kulturellen Events, Chronisten, Musikern und ökumenischen Festgottesdiensten, wo man nur das Gemeinsame betonen will– und natürlich alles für das Fernsehen! Denn in einer Region (Sachsen-Anhalt), wo über 70 Prozent der Menschen keiner Kirche mehr angehören, will man den christlichen Glauben ins Bewusstsein rücken. Gut gemeint! Aber ob es gelingen wird, das eigentliche Anliegen der Reformation, nämlich die geistliche „Erneuerung“ und Rückkehr zu Jesus Christus und seinem Evangelium den Menschen nahe zu bringen, ist fraglich. Für jede Reformation braucht es neben Gott geweihten Menschen auch die „himmlische Unterstützung“ des Heiligen Geistes, damit sich ein solcher Funke zum Flächenbrand ausweitet.

 

Ihr „Blickpunkt2000“  Team