Aktuell
28 Nov

Die christlichen Wurzeln Europas

Sarah kommt von Ghana nach Deutschland. Sie freut sich in einem christlichen Land zu sein. Am ersten Sonntag geht sie in die nächstbeste Kirche und ist enttäuscht! Nur wenige Leute sind zum Gottesdienst gekommen! Sie denkt sich: „Na vielleicht ist es in einer anderen Kirche besser!“ Am nächsten Sonntag geht sie in ein anderes Gotteshaus. Doch hier bietet sich das gleiche Bild: Kaum Leute in den Kirchenbänken. „Wie ist das möglich“, sinniert sie, „ich bin doch in einem christlichen Land!“ Oder doch nicht?

 

                In fast allen Ländern Europas nimmt die religiöse Praxis der Christen ab und die Bedeutung der Kirchen in der Öffentlichkeit ebenso. Die etablierten Amtskirchen verwalten ein oft ausgezehrtes Christentum, ein Zustand, der sich seit einigen Jahrzehnten immer mehr zugespitzt hat. Das hat mehrere Ursachen.

 

                Die Kirchen sind immer mehr säkularisiert und ihre Leiter gehen den Weg der Anpassung. Sie üben sich in Asylpolitik, Toleranz gegenüber sämtlichen Minderheiten bis zur Selbstaufgabe und Erbaulichkeiten unreligiöser Art. Das biblische Evangelium hört man fast gar nicht mehr, das wäre ja nicht „politisch korrekt“. Sie wollen nur noch soziale Kirchen, aber keine geistlichen Kirchen mehr sein. Früher hat die Kirche darin versagt, den Menschen einen liebenden Gott nahezubringen und drohte mit einem strafenden Gott. Heute wird er manchmal als schwacher Greis dargestellt, der keinen Einfluss mehr auf unser Leben hat. Vor einem solchen Gottesbild, wie es teilweise vermittelt wird, haben die Menschen keinen Respekt mehr und wenden sich ab. Das Gotteslob ist auf der Strecke geblieben, ebenso auch die Kernaufgabe einer christlichen Kirche, nämlich für das Seelenheil der ihnen anvertrauten Menschen zu sorgen. Diese sind längst dem christlichen Gedankengut entfremdet, in Esoterik und Materialismus abgedriftet und können mit einem bibelorientierten Christentum nichts mehr anfangen. Sie haben es niemals kennen gelernt. 

 

                Eine entchristlichte Gesellschaft hat keine Wurzeln, wird zunehmend orientierungsloser und auch immer werteloser, was heute schon überall beklagt wird. Das Versagen der Kirchen, den Menschen den Heilsweg Gottes nahezubringen, wird als eine Hauptursache der religiösen Wehrlosigkeit Europas genannt. Angesichts der aktuellen politischen Lage ist es kein Wunder, wenn dann eine Religion wie der Islam in dieses selbst verschuldete religiöse Vakuum vorstoßen kann. Die „Islamisierung Europas“ ist kein geflügeltes Wort, sondern bereits vielerorts eine reale Herausforderung geworden. Nur ein starkes und lebendiges Christentum könnte diese Strömung aufhalten.             

 

                Christen haben daher eine doppelte Aufgabe: Sie können dazu beitragen, dass christlicher Glaube wieder stärker ins Bewusstsein unserer säkularisierten Gesellschaft dringt. Und sie können helfen, dass Migranten erfahren und erleben, wie wertvoll der gelebte Glaube an Jesus Christus ist, so ferne sie den Mut haben, damit aufzutreten und sich nicht verstecken.

                                                                                             Ihr „Blickpunkt-2000– Team“

 

Jesus Christus spricht zu seinen Nachfolgern:

„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen?  Es ist zu nichts nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.“  (Matth. 5,13)

  

17 Aug

Warum Religionsfreiheit?

Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das weiß heute jedes Kind. Aber wie vielen Leuten im säkularen Westen mag das Recht auf Religionsfreiheit in den Sinn kommen?

Kaum jemand denkt daran, dass dieses Recht auf Glaubens- und Gewissensfreiheit in der Vergangenheit teuer erkauft wurde. Viele haben dafür gelitten und einen hohen Preis bezahlt.

 

Religionsfreiheit ist hauptsächlich eine protestantische Errungenschaft. Einer ihrer Vorkämpfer war Roger Williams aus dem Kreis der Puritaner. Die Puritaner mussten wegen Verfolgung ihre alte Heimat England verlassen um über dem Ozean eine neue Heimat zu suchen. Im Jahre 1620 verließ die „Mayflower“ mit den Pilgervätern die Küste Europas. Es war das Verlangen nach Gewissensfreiheit, das die Pilger bewegte, unbekannten Gefahren zu begegnen und ein Land zu suchen, indem sie frei ihren Glauben ausleben konnten, ohne von Staatskirche und König bedrängt zu werden.

 

Aber den großen Grundsatz religiöser Freiheit begriffen auch die Puritaner noch nicht, denn ihr Ziel war die Schaffung eines autoritären Staates unter religiöser Herrschaft. Daraus hätte sich wieder eine geistliche Diktatur entwickelt.

 

Einige Jahre nach der Gründung der ersten Kolonie an der Westküste Amerikas kam Roger Williams in diese Neue Welt. Williams suchte ernsthaft nach Wahrheit, aber er war auch freiheitsliebend. Er erklärte, dass staatliche und religiöse Macht voneinander getrennt sein müssen. Der Staat dürfe keine Macht über das Gewissen ausüben und staatliche Obrigkeit habe sich nur um Angelegenheiten des Staates zu kümmern. Niemand dürfe wegen seiner Religion oder Anschauung verfolgt werden. Niemand sollte zur Anbetung oder zum Besuch eines Gottesdienstes gegen seine Zustimmung gezwungen werden, denn das hieße Heuchelei verlangen! Die Erlangung eines Regierungsamtes dürfe nicht an die Kirchenmitgliedschaft gebunden sein.

 

Damit stieß er die Puritaner Neuenglands vor den Kopf und musste aus der Kolonie flüchten, mitten im Winter: „Vierzehn Wochen lang“, so schrieb er, „musste ich mich in der bitteren Jahreszeit herumschlagen, und ich wusste nicht, was Brot oder Bett heißt!“ Als er - bereits schwer krank - aufgeben wollte, fand ihn ein befreundeter Indianer in der Wildnis und pflegte ihn in seinem Wigwam gesund.

 

Schließlich gründete er den Staat Rhode Island mit der Stadt „Providence“. Providence (Vorsehung) war sein Dank an Gott, der ihn aus der Verzweiflung gerettet hatte. Dieser neue Staat gewährte jedem die volle Freiheit nach seinen Vorstellungen zu glauben. Alle, die aus Gewissensgründen verfolgt wurden, strömten nach Rhode Island. Roger Williams kleine Republik wurde in der Welt bewundert wegen ihrem Grundsatz, „dass jedermann das Recht haben sollte, Gott nach seinem eigenen Gewissen zu verehren:“ Diese Grundsätze, nämlich die bürgerliche und die religiöse Freiheit wurden auch zu Ecksteinen der jungen Republik der „Vereinigten Staaten von Amerika“. 

 

Die Religion wurde dadurch zu einer Frage, die nur den Menschen und seinen Schöpfer etwas angeht. Und dass daher Menschen keine Autorität über das Gewissen anderer ausüben können. Mit diesem Grundsatz wurden Zwang und Unglück beseitigt, die das Leben unzähliger Menschen zerstört haben. Deshalb wollen wir an den Grundsatz der Religionsfreiheit erinnern, ihn hochhalten und wenn notwendig, dafür eintreten.

 

Ihr  „Blickpunkt-Team“