Aktuell
30 Mai

Der demografische Wandel

In Österreich und Deutschland sind seit einer Reihe von Jahren beunruhigende Veränderungen zu beobachten. Immer mehr ältere Menschen stehen immer weniger jungen gegenüber. Die Bevölkerung als Ganzes altert, sie erlebt einen demografischen Wandel. Die durchschnittliche Frau in Österreich bekommt nur noch 1,44 Kinder, was deutlich unter dem Reproduktionsniveau liegt. Das bedeutet: Wir werden auch immer weniger. Dieser Trend hat schon vor zwei Generationen begonnen und ist vorläufig unumkehrbar.

 

Ein uns bekannter Notar bemerkte im Gespräch, dass er nach seiner Pensionierung noch mehr zu tun hätte als jetzt in seiner aktiven Zeit. Warum? Er würde mithelfen bei Essen auf Rädern und bei der Betreuung alter Menschen, denn „diejenigen die noch rüstig sind müssen die anderen mitversorgen, die nicht mehr können“. Eine neue Art gesellschaftlicher Solidarität müsse entstehen, denn „die öffentlichen Einrichtungen werden das auf die Dauer nicht mehr schaffen. Sie kommen jetzt schon manchmal an die Grenzen ihrer Belastbarkeit“. Das ist ein bemerkenswerter Gedanke.

 

Wenn wir einen historischen Rückblick machen, erkennen wir, dass der Übergang zu den modernen demografischen Verhältnissen jeweils mit einem Rückgang der Sterblichkeit begann. Davor gab es starke Schwankungen durch Seuchen, Kriege und Naturkatastrophen. Im vormodernen Europa bekamen Frauen in der Regel im Lauf ihres Lebens fünf bis acht Kinder, doch die Hälfte der Geborenen überlebte ihre Kindheit und Jugend nicht. Aber mit dem Einsetzen der gesellschaftlichen Modernisierung begann die Lebenserwartung zu steigen. Die Familien reagierten mit der Zeit auf die veränderten Lebensbedingungen mit einer Beschränkung ihrer Kinderzahl. Geburten– und Sterberate pendelten sich in einigen Ländern auf niedrigem Niveau ein. Die Erfahrungen der letzten 30 Jahre in Europa zeigen jedoch, dass die demografische Entwicklung nicht auf ein Gleichgewicht zwischen Geburten– und Sterbefällen zusteuert. In den westlichen Ländern sank die Geburtenrate bereits deutlich unter die Sterberate und das bedeutet längerfristig für Europa, aber auch Japan und Australien ein Schrumpfen der einheimischen Bevölkerungen.

 

Bedeutet dieser demografische Wandel bereits eine Vision des Untergangs oder bietet er auch viele übersehene Chancen? Wie gehen wir eigentlich als Christen mit diesen Entwicklungen um? Das sind Fragen, über die wir heute nachdenken wollen. Vielleicht sollten wir uns auch wieder rückbesinnen auf die  Wertschätzung alter Menschen nach dem biblischen Vorbild. 

 

Freundlichst,

                Ihr Blickpunkt-Team

 

10 Mär

Sicherheit in einer unsicheren Welt

 „Ich traue mich allein nicht mehr vor die Türe. Ich bin ein totales Wrack!“, gibt sie offen zu. Diese traumatisierte Frau war von mehreren Männern in der U-Bahn Station umzingelt und belästigt worden. Zum Glück holten Passanten rechtzeitig die Polizei.

Solche Berichte wie dieser über traumatische Ereignisse füllen immer mehr die Tageszeitungen. Gewalttaten, Bedrohung, Vandalismus und Diebstähle verunsichern uns. Es sind weniger die großen Coups, welche die Leute nerven, sondern vielmehr die Angst, man könnte selbst das nächste Opfer sein.

Wer oder was ist daran schuld, dass unsere Lebensumstände anscheinend immer unsicherer werden? Es sind vorwiegend drei Themen, welche die Österreicher derzeit beschäftigen: das Flüchtlingschaos, die Sorge um einen Arbeitsplatz und die Sicherheit.

Sicherheit ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Es geht den Menschen gut, wenn sie sich sicher und wohl fühlen. Ein bekanntes hierarchisches Modell ist die sogenannte Bedürfnispyramide des amerikanischen Psychologen Abraham Maslow. In der untersten Stufe dieser Maslowschen Bedürfnispyramide befinden sich die physischen Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, Schlafen usw. Aber gleich in der zweiten Stufe erscheint die Sicherheit als psychisches Grundbedürfnis, das allen Menschen gemeinsam ist. Sicherheit bedeutet das Bedürfnis nach Fürsorge, Geborgenheit, Beschütztsein, soziale Einbettung, aber auch die Möglichkeit, Vorsorge zu  treffen für die persönliche Zukunft.

Die Sicherheit ist in vielen Gegenden der Welt durch Kriegshandlungen, Terror, Naturkatastrophen, Verfolgung mehr oder weniger stark bedroht. Die Ängste und Sicherheitsbedenken vieler Menschen hierzulande werden aktuell durch das Thema Migration beherrscht. Sind unsere Behörden einem plötzlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen gewachsen? Trotz alledem gilt Österreich im Vergleich zu anderen Ländern noch als ein relativ sicheres Land. Und wir wünschen uns auch alle, dass das so bleiben möge!

Bibelleser erkennen, dass Sicherheit vor allem  ein Geschenk Gottes ist. Wer mit Gott eng verbunden ist, der weiß, dass nur von dort wahre Sicherheit kommt, sogar unter unsicheren Umständen. Als David, der später König in Israel wurde, vor seinem größten Feind, dem König Saul fliehen musste und nirgendwo seines Lebens sicher war, konnte er sich nur dem Schutz Gottes anbefehlen. Gerade in dieser Zeit der Bedrängnis machte er die wichtige Erfahrung, wie man mit Gott eine feste, freudige Ruhe erlangt:

 

„Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne!“ (Psalm 4, 9)

 

Ihr Blickpunkt-Team