Aktuell
17 Dez

Dunkle Wolken am Horizont

Die neueste Studie der Statistik Austria zeigt auf: Uns geht´s gut, aber wir haben Angst vor der Zukunft. Das Ergebnis der Studie besagt, dass die Lebensqualität in Österreich noch hoch ist, aber Wachstum, Einkommen und Konsum gehen zurück. Die wirtschaftliche Dynamik hat in den letzten drei Jahren nachgelassen.

 

Die guten Nachrichten der Studie sind: Die Armutsgefährdung ist im internationalen Vergleich (noch) gering und der Anteil erneuerbarer Energien stieg seit 2005 stetig an. Auf der anderen Seite zeigt sich ein weniger schönes Bild: Die verfügbaren Haushaltseinkommen pro Kopf gingen nach einem deutlichen Rückgang 2013/2014 nochmals leicht zurück. In den letzten 20 Jahren entwickelte sich auch der Konsum der Haushalte schwächer. Und der Anteil für Wohnen und Heizung an den Haushaltsabgaben hat sich in Österreich seit 1976 fast verdoppelt. Die Preisspirale, die ständig und unaufhaltsam nach oben geht, wird leider voraussichtlich auch die Steuerreform 2016 ziemlich wirkungslos machen.

 

Und es gibt noch andere Dinge, die uns Sorgen bereiten, etwa ob der Lebensstandard zu halten ist, den wir gewohnt sind. Da kommen die Flüchtlingsströme, die nicht enden wollen und die eine Reihe von Problemen nach sich ziehen wie eine Überlastung der Sozialsysteme, verschärfte Konkurrenz am Arbeits– und Wohnungsmarkt und vermehrte gesellschaftliche Konflikte.

 

Nein, eine rosige Zukunft sieht anders aus. Wie aber sollen wir damit umgehen? Sollen wir den Kopf in den Sand stecken, wie dieser gut situierte Angestellte der  sagte: „Hauptsache, mir geht´s gut und mein Gehalt kommt pünktlich. Alles andere ist mir „wurscht!“ Er könnte eines Tages vor dem Abgrund stehen. Es gibt für die Wenigsten eine Garantie, dass es so bleibt. Sollen wir in Depressionen verfallen oder noch alles zusammenraffen, was sich an Möglichkeiten bietet? Das wäre kein vorausschauendes Verhalten. Am besten ist, die Realität zur Kenntnis zu nehmen und so gut wie möglich Vorsorge zu treffen: Was mache ich wenn….?

 

Vieles ist im Umbruch in unserem Land und in Europa. Wir sind verunsichert, besorgt, haben Angst um die Zukunft unserer Kinder. Die Probleme, die wir hier bekommen werden, wird es aber auf der ganzen Welt geben. Die ganze Welt ist im Umbruch und treibt auf eine Krise zu.

 

Fest steht: Wer in guten Zeiten immer mit Gott gerechnet hat, wird das auch in schlechten Zeiten tun. Gottvertrauen gibt uns immer einen Boden unter den Füßen, auch wenn alles andere ins Wanken gerät. Gott hat Himmel und Erde geschaffen und hält alles in seiner Hand. Er wird am Ende Sieger sein. Daher dürfen wir uns auch in unseren Ängsten und Unsicherheiten an ihn wenden und mit seinen Zusagen in der Heiligen Schrift durch das neue Jahr gehen.

 

In diesem Sinne wünschen wir unseren Lesern ein gesegnetes Jahr 2016

Ihr „Blickpunkt-Team“.

 

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe!“    Psalm 91, 1.2.

 

04 Nov

Europa und die fremde Flut

Informationsveranstaltung in einem kleineren Ort in Niederösterreich. Es geht um Containerdörfer für Flüchtlinge. Die Atmosphäre im Saal ist aufgeheizt. Die Meldungen aus dem Publikum drücken Besorgnis, Angst, Unsicherheit und Zorn aus. Viele fragen: Was für Flüchtlinge kommen? Was ist mit Flüchtlingen, die ohne Papiere kommen? Wo ist die Obergrenze der aufzunehmenden Asylwerber? Wer bezahlt das? Was passiert, wenn sie einbrechen oder stehlen, denn Flüchtlinge bezahlen ja keinen Schadenersatz. Wo nehmen wir die vielen Wohnungen her? Wie lange bleibt ein Asylwerber?

 

Die Verantwortlichen versuchen die Bürger zu beruhigen, indem sie versichern dass ständig eine Betreuungsperson im Containerdorf anwesend sein wird, dass die Polizei vermehrt patrouilliert, dass es klare Regeln und Richtlinien gibt, an die sich Asylwerber halten müssen. Integration muss von dem passieren, der kommt. Trotzdem sind die Leute sehr beunruhigt. Wer garantiert Sicherheit für unsere Kinder? Können sich Frauen nach dem Anbruch der Dunkelheit noch aus dem Haus wagen? Warum ist Geld da für Asylanten, aber nicht für unsere Obdachlosen?

 

Ganz vereinzelt kam auch einmal die Frage: Wie kann man sinnvoll helfen und unterstützen? 

An der Flüchtlingsfrage scheiden sich eben die Geister: Die Einen, die den Neuankömmlingen sehr ablehnend gegenüberstehen. Sie befürchten, dass ganze Horden von jungen Männern mit Gewaltpotential uns überlaufen und einen Krieg vor unserer Haustüre entfachen. Diese Befürchtung ist nicht ganz zu Unrecht; Terror, heiliger Krieg und islamische Expansion würden Frieden und Sicherheit hier beenden und das will niemand. Krisen, die gestern weit weg waren, rücken  heran und entfalten ihre Auswirkungen in unserer Nähe.

 

Aber da gibt es noch die andere Seite. Viele flüchten, weil ihre Stadt, ihr Dorf zerstört, Angehörige getötet und das eigene Leben bedroht wurde. Sie können seit Jahren kein normales Leben mehr führen. Sie flüchteten zuerst in die Nachbarländer. Aber der Krieg dauert schon vier Jahre und damit schwindet die Hoffnung auf Rückkehr oder irgendwelche Lebensperspektiven. Sie sehnen sich nur nach Sicherheit, nach Normalität und dass die Kinder wieder eine Schule besuchen können! Viele sind schwer traumatisiert, sie wurden beschossen, überfallen, mussten um ihr Leben laufen, fuhren in Todesangst im überfüllten Boot über das Mittelmeer. Was sie brauchen ist Ruhe und freundliches Entgegenkommen und vor allem Menschen, die ihnen zuhören.

 

Ja, die Flüchtlingsfrage polarisiert. Am Anfang gab es sehr viele Helfer und Ehrenamtliche, doch je länger der Flüchtlingsstrom andauert, desto mehr kippt die Stimmung. Wie auch immer, als Christen folgen wir dem Beispiel Jesu Christi und er stellte die goldene Regel auf: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch!“ (Matthäus 7, 12.)