Schmerzhafte Tage

Rund 1,2 Millionen Österreicherinnen leiden vor und während der Regel, wie kürzlich eine aktuelle IMAS-Umfrage zutage brachte.

700 000 davon klagen sogar über mehrere Beschwerden gleichzeitig. Dazu zählen bis zu zwei Wochen vor dem Einsetzen der Periode Unterleibs-, Kreuz- und Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen etc. Der Leidensdruck führt nicht selten zu häufigen Krankenständen und zu Schmerzmittel-Missbrauch, der eine unnötige Belastung der Niere darstellt.

Menstruationsbeschwerden sind vielfältig. Die Palette reicht von „wenig Beschwerden" bis hin zu massiven Krämpfen, die einen normalen Tagesablauf fast unmöglich machen.
Der Vorstand der Wiener Universitätsklinik für Frauenheilkunde bestätigt:
„Überstarke Schmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden bei der Menstruation." Am häufigsten leiden Frauen zwischen 16 und 23 Jahren. Ab Mitte 20 pendeln sich die Schmerzen auf ein Normalniveau ein.

Was sind die Ursachen?


Die Ursachen der DYSMENORRHOE (schmerzhafte Regel) können organischer Natur sein. Bei jungen Mädchen und Frauen handelt es sich häufig um eine Unterentwicklung der Gebärmutter oder um einen sehr engen Gebärmutterhalskanal. In späteren Jahren kann sich eine Dysmenorrhoe entwickeln auf Grund von Polypen (Schleimhautgebilde) und Myome (gutartige Geschwulst), chronische Unterleibsentzündung oder Gebärmutterverlagerung.
Es gibt auch psychische Ursachen, wie permanenter Stress oder eine falsche Einstellung. Schließlich kommen noch hormonelle Ursachen in Frage, ein Mangel an Gelbkörperhormon (Progesteron) führt zu Störungen im Hormonhaushalt.
Im wesentlichen ist der weibliche Zyklus durch rhythmisches Auf und Ab von zwei Hormonen geprägt: dem Ostrogen und dem Progesteron. Das Ostrogen ist vor allem in der ersten Zyklushälfte tätig und fördert das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Der Mit- und Gegenspieler, das Progesteron, kommt nach dem Eisprung zum Einsatz und "bremst" das Ostrogen. Diese natürlichen Hormonschwankungen beeinflussen die körperlichen und seelischen Vorgänge. Unter permanentem Stress - sei es im Beruf. durch Leistungssport oder Konflikte - können die Eierstöcke empfindlich reagieren und bilden zuwenig Gelbkörperhormone aus. Die Folge: Das Ostrogen im Körper überwiegt. Dieses Ungleichgewicht führt zu den typischen Beschwerden vor und während der Regel.

Was hilft gegen Regelschmerzen?


Die meisten jungen Mädchen greifen heute bedenkenlos schon bei den ersten Anzeichen von Schmerz zur Tablette. Doch das Schmerzmittel sollte in der Kette der möglichen Maßnahmen das letzte Instrument sein.
Wer die Nebenwirkungen (Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit) und Spätfolgen bedenkt, wird alternativen Strategien den Vorzug geben. Natürlich müssen zuerst die organischen und psychischen Ursachen abgeklärt werden, darüber hinaus gibt es eine Reihe von Maßnahmen.

l. Umstellung der Ernährung 
Tierisches Fett unterstützt prämenstruelle Symptome (PMS), da es auf den Aufbau der Hormone wirkt. Eine vegetarische Ernährung ist vorzuziehen.
ZUCKER weitgehend meiden: Schokolade hebt zwar die Stimmung, Zucker allgemein begünstigt krampffördernde Abbauprodukte im Körper. Auch KOFFEIN sollte gemieden werden. SALZ reduzieren. Es bindet Wasser im Körper.
Eine MAGNESIUMGABE in der zweiten Zyklushälfte kann Regelschmerzen dämpfen. Vielen Frauen mangelt es an Magnesium, das verursacht Krämpfe. Manche empfinden es als hilfreich, einen Tag vor Beginn der Periode zu FASTEN bzw. während der Schmerzattacke nur Brot und Obst zu essen.

2. Wärme 
Entkrampfend, entspannend und beruhigend wirkt Wärme jeder Art. Schon die Auflage eines Heizkissens oder eines Thermophors für 15-30 Minuten tut gute Dienste. Bewährt haben sich auch heiße Dunstwickel.
Kalte Extremitäten verstärken die Schmerzen und Krampfbereitschaft. Die Nervenrezeptoren der Haut rufen schon bei wenigen Grad Wärmeverlust Muskelkontraktionen hervor. Auf warme Bekleidung der Füße und des Unterkörpers, besonders im Winter ist zu achten.

3. Wasseranwendungen 
Ein heißes Fußbad schafft oft Abhilfe. Genügt das nicht, so bringt ein heißes Vollbad Linderung. Allerdings: Frauen mit starken Blutungen sollten wissen dass durch ein heißes Bad die Blutung verstärkt wird!
Diese Anwendungen sollte man 5-7 Tage vor der erwarteten Periode bereits beginnen und mit Beginn der Periode stoppen. Für akute Schmerzen nach Beginn der Regel heiße Dampfkompressen anwenden oder das ableitende Sitzbad (heißes Sitzbad 20-30 Minuten, kalte Kompresse auf die Stirn). Kalte Beingüsse verringern die Blutung.

4. Heilkräuter 
Ringelblumentee wirkt krampflösend und fördert die Durchblutung. Allerdings muss der Tee, damit er seine Wirkung entfaltet, konsequent getrunken werden. Beginn: Eine Woche vor dem errechneten Termin täglich 4 Tassen frisch zubereiteten Tee trinken. Blüten mit kochendem Wasser übergießen, nach 10 Minuten abseihen.
Auch Schafgarbe oder Himbeerblättertee sind hilfreich, müssen aber über längeren Zeitraum getrunken werden.

5. Körperliches Training 
Sportliche Aktivitäten zwischen den "Tagen" verbessern die allgemeine Konstitution. Speziell sollte der Halteapparat, die fascialen Bänder des Beckens und der Lendenwirbelsäule gestärkt werden durch Übungen wie Beckenkippen, Bauch- und Gesäßmuskel anspannen.
Solche Übungen sollte man 3 x täglich, mindestens 3 x hintereinander durchführen. Diese Übungen sollen über eine längere Zeitperiode fortgeführt werden, auch nachdem Besserung eingetreten ist.

Regelstörungen bei jungen Mädchen werden heute sehr häufig mit Hormonpräparaten behandelt. Ehe man sich dazu entschließt, sollte man das Wachstum und die Ausreifung der Geschlechtsorgane durch Reibesitzbäder, Bindegewebsmassagen und Moorkuren fördern. Diese natürlichen Methoden führen, verbunden mit Heilpflanzenanwendungen, auf dem Wege über eine Durchblutungssteigerung meist zum Erfolg.