Menopause

Der Wechsel zwischen zwei Lebensabschnitten
Die Wechseljahre - Zeit des Übergangs

 

Das Klimakterium oder die Wechseljahre sind die Lebensphase, die einige Jahre vor oder nach der letzten Regel liegt.
Es ist eine Zeit der körperlichen und seelischen Veränderungen, die individuell verschieden einsetzt. Bei den meisten Frauen tritt die Menopause (letzte Regelblutung) zwischen 49 und 55 Jahren ein. Damit einhergehen die typischen Wechseljahresbeschwerden, die nicht eigentlich von Krankheitswert sind, aber Leistungsfähigkeit, Vitalität und Stimmungslage enorm beeinflussen.

Am häufigsten wird, als Folge der unregelmäßigen Tätigkeit der Eierstöcke, eine Unregelmäßigkeit der monatlichen Blutung beobachtet, entweder in Form des Aussetzens, der zu häufigen, zu starken oder völlig unregelmäßigen Blutung. Außerdem lässt sich häufig als Zeichen der Umstellung eine Änderung in der nervalen Versorgung der kleinen Blutgefäße feststellen, erkennbar durch fliegende Hitze, Schweißausbrüche, Ohnmachten, Herzklopfen, Schwindelgefühle. Häufig werden Schlafstörungen beklagt, die zusätzlich zu Konzentrationsmangel und Tagesmüdigkeit führen. Die Umstellung der inneren Sekretion kann auch eine Neigung zu vermehrtem Fettansatz und Haarausfall zur Folge haben.
Ebenso schwerwiegend sind Veränderungen im Denken und Handeln. Depressive Stimmungen sind häufig. Die Zeit der Lebenswende begünstigt auch seelische Krisen. In dieser Zeit brauchen Frauen Verständnis von ihrer Umwelt und Hilfe für ihren Organismus. Die Information „MENOPAUSEASSISTANCE", herausgegeben von Uchee Pines Institute, Alabama (für den Sämann übersetzt), gibt hier einige hilfreiche Anhaltspunkte:

Unterstützung in der Menopause


Die Mehrzahl der Frauen braucht keine Behandlung in der Menopause, weil die Symptome minimal sind und ohne besondere Behandlung in einigen Wochen oder Monaten vorübergehen oder höchstens zwei bis drei Jahre dauern. Der Gebrauch von Hormonen von äußeren Quellen ist mit ernsthaften Problemen verknüpft, daher wird empfohlen, dass der Gebrauch von Hormonen wenn möglich vermieden wird. Mit dem Gebrauch von Östrogenen ist ein vermehrtes Krebsrisiko für Brust, Ovarien und Endometrium verbunden.

Was ist eine natürliche Menopause? Der leichte, natürliche Wechsel von einem normalen monatlichen Menstruationszyklus zu gar keinem Zyklus. Nur wenige Frauen erfahren ihn heute wegen der hohen Rate an Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter) und Medikamenten.

Was geschieht nach der Hysterektomie? Obwohl der Patientin gesagt wird, dass bei Entfernung der Gebärmutter die Eierstöcke erhalten bleiben, sind die Ovarien kaum gebrauchsfähig. Durch die Unterbindung der ernährenden Blutgefäße und die mechanische Verletzung der Drüsen funktionieren sie nicht länger. Das ist immer die Überlegung bei diesem Eingriff.

Osteoporose ist zweifellos die gesundheitliche Hauptangelegenheit in der Menopause. Es dauert fünf, zehn, sogar fünfzehn Jahre, bis sie entstanden ist. Zur Zeit der Menopause sind noch keine erkennbaren Symptome vorhanden. Das unerfreulichste Hauptsymptom in der Menopause sind die Hitzewellen.

Allgemeine Symptome in der Menopause

  • Herzkreislaufsystem: Herzklopfen, hoher Blutdruck, fliegende Hitze.
  • Muskulatur und Skelett: Schmerzen, Osteoporose verläuft symptomlos.
  • Genital: unregelmäßige Blutungen, vaginale Trockenheit.
  • Allgemein: Trockenheit der Haut, Faltenbildung.
  • Neurologisch: Übelkeit, Schwindel, Reizbarkeit, Depression, Schlaflosigkeit, Betäubung, Stimmungswechsel, nervöse Erregung.

Behandlungsmöglichkeiten 
l. Hormone. 
Mit folgenden Organen können wir zusammenwirken, um die physiologischen Prozesse zu verstärken:

DIE NEBENNIEREN (Adrenalindrüsen)
erzeugen bei Frauen kleine Mengen männlicher Hormone, einige von ihnen werden in den Fettzellen des Körpers in Östrogene verwandelt.
Rege die Drüsentätigkeit an durch kräftiges Klopfen mit den Fingern auf die Nierengegend während 2 Minuten, dann folgen Kontrast-Wasseranwendungen (Dusche oder Umschlag) sehr heiß und sehr kalt, abwechselnd je l Minute - 6 Minuten lang, beenden mit kalt. Täglich wiederholen.

DIE LEBER ist das System für den Abbau der Östrogene. Entlaste die Leber durch einen Fasttag pro Woche, beende das Fasten mit dem Frühstück, nicht mit dem Abendessen.

DIE SCHILDDRÜSEN mit ihrer Wirkung auf den Stoffwechsel. Anregen durch einen kalten Guss jeden Morgen, gefolgt durch eine frische kurze kalte Abreibung für drei Minuten.

DER HYPOTHALAMUS mit dem Luteinisierungshormon; Anregung, indem man ein neues intellektuelles Programm beginnt, etwa eine Bibelstudiengruppe im Heim oder einen Besuchsdienst für Gefängnis und Kinderheim organisieren etc.

HYPOPHYSE - Vorderlappen mit den Hormonen FSH und LH; Anregen durch Regelmäßigkeit im Schlafengehen und Aufstehen, regelmäßig eine Stunde körperliche Übung, wenn möglich, immer zur selben Zeit.

 

Hilfe zur Bewältigung der kritischen Wechseljahre

Körperliche Aktivität


Bewegung ist nicht nur ein gesunder Zeitvertreib sondern ein absolutes Muss in der Menopause. Wir empfehlen mehrere Stunden körperliche Arbeit, möglichst im Freien, um Ovarien und endokrine Drüsen zu stimulieren. Bewegung schützt gegen Osteoporose, hilft Kalzium in die Knochen einzulagern. Schwimmen für 1 Stunde 3 mal pro Woche kann den Knochenmineralgehalt stabil halten.

Lebensgewohnheiten


Mit dem RAUCHEN aufzuhören gehört zur Behandlung in der Menopause. Rauchen führt zur Senkung des Östrogenspiegels und vermehrtem Knochensubstanzschwund in früheren Jähren. ALKOHOL unterdrückt das Knochenwachstum, wirkt toxisch auf die Ovarien, kann seltene Ovulation und unregelmäßige Menstruationen verursachen.

Seelische Gesundheit


Der Gemütszustand wirkt in viel größerem Maße auf die Gesundheit als viele es sich vorstellen. Viele Krankheiten sind die Folge von Depression, Angst, Unzufriedenheit, Schuld, Misstrauen.
Mut, Hoffnung, Glaube, Mitgefühl, Liebe fördern die Gesundheit und verlängern das Leben „Ein fröhlich Herz fördert Genesung" (Spr. 17,22) in dieser Umstellungsphase Ist es notwendig, die Gesetze nach denen Körper und Geist funktionieren besonders sorgfältig zu beachten. Die Aufmerksamkeit sollte nicht auf sich selbst und die eigenen Beschwerde sondern mehr auf die Pflege mitmenschlicher Beziehungen gerichtet sein. Wer es sich zum Ziel macht, für andere ein Segen zu sein, wird auch die Gefühlslabilität der Wechseljahre positiv überwinden. In der Heiligen Schrift schöpft man dazu Kraft. In den Psalmen findet sich Trost, Rat und Hilfe für viele Lebenslagen und der Leser profitiert von den Glaubenserfahrungen anderer.

Ernährung


Heiße Getränke, heiße Speisen und scharfe Gewürze verstärken Hitzewallungen, ebenso Zucker oder verfeinerte Kohlenhydrate. Sei nicht enttäuscht, wenn du Monat für Monat versuchst die Hitzewallungen verbessern. Nimm eine vegetarische Ernährung ohne Zucker und oft hören daraufhin die Hitzewellen auf.
In folgenden Nahrungsmitteln findet sich ein hohes natürliches Vorkommen an pflanzlichen Steroiden ähnlich der chemischen Formel von Östrogen. Einige von ihnen sollten täglich in freien Mengen gegessen werden, so ferne keine Allergie dagegen vorliegt. Äpfel, Gewächse der Nachtschattenfamilie (Paprika, Pfefferoni, Melanzani, Kartoffeln, Tomaten) Kirschen, Oliven, Pflaumen, Anissamen, Weizenkeime, Speisehefe, Vollkorn, Knoblauch, Gerste, Petersilie, Hafer, Reis, Weizen, Kokosnuss, Alfa-Alfa, Kräutertee, Süßholztee, Karotten, Himbeerblättertee, Erdnüsse, Sojabohnen, Yamswurzel.
Iss eine eiweißarme Diät, sonst scheiden die Nieren große Mengen Kalzium durch den Harn aus um den hohen Schwefelsäuregehalt vom Protein auszugleichen.
Eine eiweißarme Ernährung ist eine wichtige Behandlung und eine vorbeugende Instandhaltung. Viele klinische Ernährungsberater empfehlen eiweißarme Diät, aus der größtenteils oder völlig (je nach Gewicht) alle freien Fette entfernt sind wie Margarine, Mayonnaise, in Fett gebackene Speisen, Salatöle, Speisefette.
Diese Ernährung ist hilfreich in der Menopause, sowohl gegen die Hitzewellen als auch zur Osteoporosevorbeugung. Vegetarierinnen mit fettarmer Ernährung, die kein tierisches Fett und Eiweiß aufnehmen, haben kein Anzeichen von Mangel an essentiellen Fettsäuren und haben eine geringe Osteoporoserate.
Leimamen, zwei Esslöffel voll zu jeder Mahlzeit, ist nützlich für die Blutfette, zu viel Salz regt die Nieren an mehr Kalzium auszuscheiden. Koffein kann vermehrten Kalziumverlust verursachen. Frauen sollten wenig Phosphate in der Ernährung aufnehmen. Das ist der Vorteil veganer Ernährung, weil Tierprodukte im allgemeinen viel Phosphate enthalten. Softdrinks, Speiseeis und Backpulver enthalten ebenfalls viel Phosphate.
Vitamin E dient der Verbesserung des Allgemeinzustandes und kann ebenfalls zur Regulierung von Hitzewellen verwendet werden.

Bekleidung


Gürtel sind tabu. Man sollte nichts tragen, was eine rote Marke auf der Haut hinterlässt. Am wichtigsten ist warme Bekleidung der Extremitäten. Erfahrungsgemäss gibt es einen Wechsel in der Durchblutung der Beckenorgane, wenn nur eine Hand mehr als fünf Minuten kalt ist.

Wasserbehandlung gegen Hitzewallungen

  1. Vor der Behandlung um Weisheit, Führung und Heilung beten.
  2. Kleidung entfernen, bäuchlings auf Bett oder Sofa legen.
  3. Für 1 - 1 1/2 Minuten eine sehr heiße Kompresse auf die Nierengegend legen (Rückenmitte). Die Kompresse wurde vorher im Wasserbad oder über Dampf erhitzt.
  4. Schüssel mit Eiswasser in der Nähe aufstellen. Sobald die Zeit für die heiße Kompresse um ist, sofort einen kalten Umschlag 1/2 bis 1 Minute auflegen. Abnehmen, wieder heiße Kompresse auflegen. Aufpassen, dass man die Haut nicht verbrennt, diesen Wechsel sieben Mal vollziehen, mit kalt abschließen.
  5. Nach der letzten kalten Kompresse benutze die Fingerspitzen beider Hände und klopfe sehr rasch über die ganze Gegend 2 Minuten lang. (Wirbelsäule nicht beklopfen)
  6. Wiederhole diese Behandlung für 2- 3 Wochen Montag - Freitag, am Wochenende Pause. Die folgenden Wochen darauf 1-2 x pro Woche. 

Diese einfache und natürliche Wasser- und Temperaturanwendung kann sehr wirkungsvoll helfen, so ferne man die Arbeit nicht scheut.

 

Wechsel ohne Hormonpillen?

Heilpflanzen als Alternative zu Hormonen bei Wechselbeschwerden

Seit langem ist bekannt, dass es über die ganze Welt verstreut Heilpflanzen gibt, welche die endokrinen Drüsen beeinflussen können. Zwei besonders interessante Arzneipflanzen, deren Wirkung auf die Funktion der Eierstöcke wissenschaftlich erforscht und belegt ist, enthalten keinerlei hormonverwandte Inhaltsstoffe. Sie wirken als pflanzliche Regulatoren für den Zyklus der Frau bzw. vermindern die störenden Symptome des Klimakteriums.

Mönchspfeffer (Agnus-castus)
führt dem Körper die fehlenden Hormone nicht von außen zu, sondern regt ihn dazu an, seine eigene Hormonerzeugung zu normalisieren. Die Wirkung tritt langsam ein (frühestens nach 10 Tagen). Der Pflanzenextrakt ist gut verträglich, Neben- und Wechselwirkungen sind nicht bekannt.

Anwendungsgebiete sind:
Gelbkörperschwäche und damit zusammenhängende Blutungsstörungen, wie zu starke/ zu häufige Menstruation, azyklische Dauerblutungen, zu seltene und zu schwache Menstruation.

Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)
Es handelt sich um einen etwa 2,5 Meter hohen Strauch mit weißen, traubenförmigen Blütenständen. Verwendet wird der Wurzelstock.
Herkunft: Kanada, in Europa ist sie nur selten zu finden.
Bereits 1848 wurde in der Fachliteratur eine beruhigende Wirkung auf das vegetative Nervensystem beschrieben.Hauptanwendungsgebiet ist die Milderung klimakterischer Beschwerden der Frau. Cimicifuga ist eine brauchbare Alternative, wenn Ostrogenbehandlung abgelehnt oder wegen Unverträglichkeit abgesetzt wird.
Nach der letzten Regelblutung bilden die Eierstöcke zu wenig Östrogene, worauf das vegetative Nervensystem sehr empfindlich reagiert. Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Nervosität und depressive Verstimmungszustände können die Folge sein.
Als Ursache all dieser unangenehmen Begleiterscheinungen des Alterwerdens gilt die veränderte Reaktionsfähigkeit der Eierstöcke auf bestimmte körpereigene Botenstoffe, die wiederum einen eigenen Regelkreis in Gang setzen.
Der Vorteil pflanzlicher Behandlung besteht darin, dass in Cimicifuga keinerlei Hormone selbst enthalten sind, sondern dass ausgleichend in den Regelkreis im Bereich der Hypophyse eingegriffen wird. Der Körper kann sich leichter an die geänderte hormonelle Situation anpassen, wobei die Wirkung aber langsamer eintritt als bei einer direkten Hormonzufuhr. Regelmäßige Einnahme über einen längeren Zeitraum ist Voraussetzung. Nach 2-4 Wochen kann man mit einer deutlichen Verbesserung der unangenehmen Begleiterscheinungen des Klimakteriums rechnen.

Weitere Heilkräuter, die Ostrogen- und Progesteronvorstufen enthalten sind Hopfen und Ginseng. (enthält Saponine)
Ginseng regt an, ohne aufzuputschen, sorgt für körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, für konzentrierte Aufmerksamkeit tagsüber und erholsamen Schlaf in der Nacht. Ginseng hilft über den "toten Punkt", gleicht aus und macht aktiv.
Zwar kein Heilkraut, aber ein Naturprodukt, das in den Wechseljahren verwendet wird ist Gelee Royale (oder Weiselsaft), der Futtersaft der Bienenkönigin. Er schenkt ihr ein fünfmal längeres Leben, als der gewöhnlichen Arbeitsbiene. Seine stimulierenden Kräfte sind belegt. Es ist das Bienenprodukt gegen Aufbraucherscheinungen und nachlassende Vitalität. Es steigert Belastbarkeit und Energie, wirkt gegen Tagesmüdigkeit und Konzentrationsmangel.
Heilpflanzen können mithelfen, die "Midlife-Crisis" zu bewältigen und sich den täglichen Anforderung mit neugewonnenen Reserven zu stellen.

„Wenn man die natürlichen Heilkräuter und Heilpflanzen verwendete, bräuchten viele Familien den Arzt kaum häufiger als einen Rechtsanwalt." - EGW -