Koffein - die Massendroge

Ein Schicksal aus der Kaffeetasse

 

Die ersten Kaffeegenießer waren abessinische Hochlandziegen. Als einem Hirten das allnächtliche Gemeckere auf die Nerven ging, beobachtete er die Tiere und fand heraus, dass sie von den Beeren eines (Kaffee-)Baumes fraßen. Der Hirte kostete selbst davon und spürte, wie alle Müdigkeit verflog. Die erste "Kaffeepause" war geboren.

Als Getränk verbreitete sich der Kaffee im 15. Jahrhundert aus Äthiopien, über den Jemen (Mokka) in alle arabischen Ländern. Die Türken brachten ihn nach Wien und hinterließen als Souvenir das Kaffeehaus.
Nur wenige erkannten schon damals die schädlichen Folgen. Im Jahre 1774 klagte ein Wiener: „Sie essen nicht ordentlich, trinken aber viermal am Tag Kaffee. Damit überschwemmen sie den Magen und verderben ihn. Die Kinder werden blass und kränklich." Trotzdem ist er bis heute das beliebteste Volksgetränk und es gehört zum Morgenritual von Millionen, auf schnellstem Weg die Droge aufzunehmen.

Koffein - der Muntermacher


Koffein zählt zu den Alkaloiden aus der Xanthinengruppe. Diese Familie meist giftiger Stoffe umfasst unter anderem Strychnin, Nikotin, Morphin, Meskalin. Koffein ist eine Droge, eine Pille in flüssiger Form. Es enthält keine Kalorien, keinen Nährwert, keine Vitamine. Koffein stimuliert das Zentralnervensystem. Es regt das Gehirn an, vertreibt den Schlaf und fördert die Wachsamkeit. Ist es aber auch eine Substanz, durch die sich die Qualität des Denkens steigern lässt?
Zunächst wird das Gehirn zu einem schnelleren Gedankenfluss stimuliert, doch wenn die Erregung abklingt, treten ein Stimmungstief und Erschöpfung an ihre Stelle. Die Gesundheitsreformerin E.G. White erkannte schon zu Beginn des Jahrhunderts: „Kaffee ist ein gefährlicher Missbrauch. Für eine gewisse Zeit erregt er den Geist zu ungewohnter Aktivität. Aber der nachfolgende Effekt ist ein trauriger Vergeudung und Erschöpfung der körperlichen, geistigen und moralischen Kräfte. "
Koffein verleiht ein falsches Gefühl von Wohlbefinden und Energie. Das verleitet dazu, die eigene Kraft zu überschätzen. Reaktionszeit und Reflexe sind für kurze Zeit schneller, fallen aber dann unter das normale Niveau ab. Das ist besonders bei übermüdeten Autofahrern gefährlich.
Man nimmt allgemein an, dass Koffein nicht nur die geistigen, sondern auch die motorischen Fähigkeiten wie Kraft, Schnelligkeit, Geschicklichkeit steigert. Während des 2. Weltkrieges ergaben Experimente in Deutschland, dass Koffein - trotz geistig erregender Wirkung - gleichzeitig zu einer unerwünschten Verschlechterung der motorischen Koordination führte (Ziel schießen, schreiben und simuliertes Autofahren).
Wer ohne Drogen die größtmögliche Anregung erzielen will, kann sehr billig und zuverlässig dafür sorgen, dass sein Organismus möglichst viel Dopamin und andere stimulierende Neurotransmitter (Überträgersubstanz der Nervenzellen) freisetzt: durch Bewegung und genügend Schlaf, da sich während der Nachtruhe die Vorräte erneuern. Nichts aber gefährdet den Schlaf mehr als der Konsum von Koffein.

Koffein und Schlaf


„Kein Kaffee nach 16 Uhr" - mit solchen oder ähnlichen Regeln versuchen viele Menschen, ihr Schlafbedürfnis mit dem Koffeingenuss zu vereinbaren. Was sie nicht wissen: Der Körper entledigt sich der Substanz keineswegs vollständig innerhalb einer gewissen Frist, sondern kann sie lediglich in einem bestimmten Tempo abbauen. In der Regel haben spezialisierte Leberenzyme nach fünf bis sechs Stunden etwa die Hälfte des Koffeins und dessen Folgeprodukte zerlegt. Wer also um 16 Uhr zwei Tassen Kaffee zu sich nimmt, muss für die Nacht mit derselben Wirkung rechnen, als würde er um 21 oder 22 Uhr eine Tasse trinken.
Säuglinge nehmen das Koffein über die Muttermilch auf. Da bei Säuglingen die Halbwertszeit wesentlich länger dauert, weil ihre Leber die notwendigen Enzyme noch nicht
genug erzeugt, schlafen die Kinder unruhig und schlecht, weil sie hohe Dosen von Koffein im Körper haben. Erst sechs Monate nach der Geburt baut die Leber das Koffein so schnell wie bei einem Erwachsenen ab.
Schlafentzug, wie er vielfach durch unbedachten Genuss von Kaffee, Tee oder Cola bewirkt wird, kann zweifellos krank machen. Kleine Kinder und Herzkranke sollten der Substanz eben so wenig ausgesetzt werden wie Menschen, die an starkem Stress oder innerer Anspannung leiden.

Gewohnheit oder Sucht?


Wie beim Gebrauch von Suchtmitteln entsteht eine Toleranz. Vielkonsumierer von Koffein benötigen im Extremfall die zehn- bis fünfzehnfache Menge für denselben Effekt, den der Stoff bei einem Erstverbrauch bewirkt. Das Gehirn passt sich innerhalb von nur sieben bis zehn Tagen an eine regelmäßig aufgenommene Menge von Koffein an.
Obwohl Koffein für die meisten Menschen kein Suchtstoff ist, kann es aufgrund der Toleranz beim Absetzen zu heftigen Entzugserscheinungen kommen: Kopfschmerzen, leichte Depressionen sowie Müdigkeit bis hin zur Lethargie, Gereiztheit, erhöhter Muskelspannung, Schwindel und Erbrechen. Die Entzugserscheinungen setzen meist 12-24 Stunden nach der letzten Aufnahme von Koffein ein und dauern einige Tage an. Der Normalzustand, wie ihn ein Nichtkonsument der Droge erlebt, ist erst rund eine Woche nach der letzten Koffeinzufuhr wieder erreicht.
Unangenehme Wirkungen des Koffeins lassen sich am sichersten durch Abstinenz vermeiden.

 

Produkt Menge Inhalt Koffeingehalt
Filterkaffee Tasse 125 ml 60-100 mg
Espresso Tasse 50 ml 50-60 mg
Löslicher Kaffee Tasse 125 ml 60-100 mg
Entkoffeinierter Kaffee Tasse 125 ml 1-4 mg
Schwarzer Tee (3 min.) Tasse 125 ml 10-25 mg
Kakao Tasse 150 ml 2-6 mg
Energy Drink Dose 250 ml 80 mg
Cola Dose 330 ml 40 mg
Zartbitterschokolade Tafel 100 g 10-75 mg
Schmerzmittelsubstanz Einheit   30-100 mg

 

Kein koffeinhaltiges Getränk ist so gründlich auf seine pharmakologische Wirkung untersucht worden wie Kaffee. Koffein wirkt sich an den verschiedensten Stellen des Körpers aus und hinterlässt gesundheitsschädliche Folgen:

  1. Bluthochdruck
    Nicht nur hoher Alkohol- oder Salzkonsum, sondern auch reichlicher Kaffeegenuss kann den Blutdruck erhöhen. Das hat, wie Professor Kay-Tee Khaw aus Cambridge auf eine
    Presseveranstaltung berichtete, eine Studie mit 1000 männlichen Probanden über 32 Jahre hinweg ergeben. Fünf bis sechs Tassen Kaffee pro Tag steigerten das Risiko, eine Hypertonie zu bekommen, um das Dreifache.
  2. Am Herzen
    Koffein erhöht die Herztätigkeit um fünfzehn Prozent. Kaffeetrinken kann zu Herzrhythmusstörungen beitragen. Ein Zusammenhang zwischen der Höhe des Kaffeekonsums und dem Auftreten von Herz-Kranzgefäßerkrankungen ist erwiesen. Außerdem besteht bei Kaffeetrinkern ein zwei ein halb mal größeres Herzinfarktrisiko.
  3. Im Blut 
    Koffein erhöht den Katecholaminspiegel, das sind Hormone, die die Blutgefäße verengen und somit den Blutdruck steigern. Koffein erhöht auch den Cholesterinspiegel im Blut. Der Anstieg der Fettsäuren plus dem Stress-Effekt und der Blutdruckerhöhung bilden die Vorstufe für einen Herzanfall.
    Koffein hebt auch den Blutzuckerspiegel bei dafür anfälligen Personen und wirkt sich somit ungünstig auf einen Diabetes aus. Neun Männer mit leichtem Altersdiabetes stellten sich freiwillig für ein Experiment zur Verfügung. Obwohl sie alle an Kaffee gewöhnt waren, stieg ihr Blutzuckerspiegel unmittelbar nach dem Trinken von zwei Tassen löslichen Kaffees stärker an. als wenn sie die gleiche Menge Wasser tranken.
  4. Am Magen 
    Kaffee regt die Magensaftproduktion an, er ist ein sogenannter "Säurelocker". Das führt zu Sodbrennen und fördert das Entstehen von Zwölffingerdarmgeschwüren. Wer zu Magenerkrankungen neigt, sollte konsequent auf Kaffee verzichten. Hier ist auch der koffeinfreie Kaffee keine Alternative, denn er hat die gleiche Wirkung auf die Magensäureproduktion.
  5. Kaffee und Krebsverdacht 
    Forscher haben festgestellt, dass Kaffeetrinker einem vermehrten Krebsrisiko ausge-
    setzt sind. Besonders Blasen- und Pankreaskrebs sind im Gespräch. Damit ist die Liste noch nicht vollständig. Kaffeetrinker neigen mehr zu Übergewicht und haben mehr Verlangen nach Alkohol und Nikotin.
  6. Osteoporose 
    Schlechte Nachricht für Damen über 40: Durch Kaffee wird Kalzium ausgeschwemmt. Kalziumverlust ist eine Ursache für Osteoporose, der Entkalkung der Knochen.
  7. In der Schwangerschaft
    Schwangere sollten daran denken, dass Koffein auch die Plazenta passiert und auch das Ungeborene beeinflusst. Eine belgische Studie an fast 400 Frauen zeigte einen Zusammenhang auf zwischen dem Kaffeekonsum und dem Anstieg von Fehl-Tot- oder Frühgeburten. Es ist auch bekannt, dass Kaffee die Chromosomen, die Keime des Erbgutes schädigen kann. Schwangere Frauen sind gut beraten, auf Kaffee zu verzichten.
    Lernen Sie die Risiken des Koffeins kennen und überlegen Sie, ob der kurze Genuss die schwerwiegenden Folgen wert ist, das Schicksal ans der Kaffeetasse?

 

LEBEN OHNE KOFFEIN

Wenn Sie vom Kaffeetrinken loskommen wollen, beachten Sie bitte folgende Vorschläge:

  • Um morgens in Schwung zu kommen, machen Sie eine Wechseldusche, zwei bis drei Minuten warm, dann zwanzig Sekunden kalt. Den Brausestrahl besonders auf den Rücken richten. Anschließend den Körper bürsten, immer zum Herzen hin.
  • Sie haben Kaffee getrunken wegen Ihres niedrigen Blutdrucks? Das war sicher das schlechteste Hilfsmittel, nicht nur wegen der Gewöhnung, sondern auch wegen des nachfolgenden starken Blutdruckabfalls. Probieren Sie statt dessen Rosmarintee. Man nehme Rosmarinblätter, Melisse und schwarze Johannisbeerblätter zu gleichen Teilen gemischt, zwei Teelöffel auf eine Tasse. Mit siedendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen.
  • Achten Sie auf genügend Schlaf.
  • Wichtig ist ein ausreichendes Frühstück, um vormittags keinen Leistungsabfall zu haben. Da Ihre Nerven auf den Koffeinentzug reagieren werden, brauchen Sie viel Vitamin B eins von natürlichen Quellen :Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Ersetzen Sie Süßigkeiten durch Trockenobst. Vermeiden Sie scharfe Gewürze, Senf, Essig und weitgehend Fleischgerichte.
  • Ersetzen Sie Bohnenkaffee durch Getreide- oder Malzkaffee, die frei von Koffein und Gerbsäure sind. Trinken Sie mindestens sechs Glas frisches Wasser zwischendurch, es wird die Entzugserscheinungen mildern.
  • Hören Sie mit dem Rauchen auf! Kaffeetrinken und Rauchen sind bei vielen Menschen miteinander verbunden. Es besteht eine chemische Ähnlichkeit zwischen Koffein und Nikotin. Trinken Sie auch keinen Alkohol, er setzt Ihre Selbst- und Willenskontrolle herab.
  • Rechnen Sie damit, dass Ihr Körper auf den Koffeinentzug reagiert. Die Symptome dauern etwa zehn- bis vierzehn Tage an: Kopfschmerz, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche. Wenn Sie sich nervös und gespannt fühlen, nehmen Sie ein neutrales Bad mit 36 Grad Celsius für etwa 20 Minuten. Das entspannt.
  • Wenden Sie sich geistlichen Quellen zu. Besonders wenn das Verlangen stark ist, legen Sie Pause ein und beten Sie um göttliche Hilfe zum Überwinden dieses Verhaltens. Gott ist daran interessiert, dass Sie gesund bleiben, denn er gibt uns das Versprechen: „Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft!" (Psalm 138,3)

Wer diesen Vorschlägen folgt, wird sich bald viel besser fühlen als er sich vorher als Kaffeetrinker gefühlt hat.
„Der einzig sichere Weg heißt: Hände weg von schwarzem Tee, von Bohnenkaffee, Wein, Tabak, Opium und Alkohol; nicht berühren, nicht probieren, einfach gar nichts damit zu tun haben!" E.G. White „Ein Tempel des heiligen Geistes" S. 179