Ein knochenbewußter Lebensstil

Kann man Osteoporose aufhalten?

 

Osteoporose, der Schwund der Knochenmasse ist ein Prozess in der zweiten Lebenshälfte und macht sich durch unangenehme Symptome bemerkbar: Wirbelsäulenschmerzen, Abnahme der Körpergröße, erhöhte Neigung zu Knochenbrüchen und diffuse Muskelverspannungen entlang der Wirbelsäule. Dabei ist es gar nicht schwer, gegen die Osteoporose und ihre Entstehung etwas zu tun.

Führen Sie ein bewegteres Leben!


Körperliche Aktivität ist ein Grundpfeiler der Osteoporosebehandlung. Durch Bewegung wird der Knochenabbau unmittelbar gebremst. In einer Studie an Frauen nach den Wechseljahren konnte durch regelmäßiges körperliches Training eine über fast zwei Jahre anhaltende Zunahme des Mineralsalzgehaltes des Skeletts erreicht werden. Kalzium wird dabei durch Bewegung in den Knochen eingelagert. Dr. Donald G. Whedon, Konsulararzt der NASA beobachtete, dass vier Stunden Bewegung täglich genügen, um den Kalziumverlust der Knochen vorzubeugen. Am besten eignet sich eine Bewegungsart, die das ganze Körpergewicht mit einbezieht wie Gehen, Jogging, Fahrradfahren, Schwimmen, Bewegungsbäder.

Achten Sie also auf ein umfassendes Bewegungsprogramm. Wählen Sie Sportarten, die Spaß machen. Unsere Großmütter, die im fortgeschrittenen Alter noch Feld- und Gartenarbeit verrichteten, hatten weniger Probleme mit dem Schwund der Knochenmasse. Nutzen Sie daher jede Möglichkeit zur körperlichen Arbeit, ohne jedoch abrupte Kraftakte zu setzen.

Ist durch die Osteoporose das Bewegungsausmaß schon stark eingeschränkt bzw. die Bewegung mit Schmerzen verbunden, so ist eine spezielle Krankengymnastik zu empfehlen

Wie kommt es zu Schmerzen?


In noch jungen Jahren besteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Knochenbau, Muskelkraft und Festigkeit der Bänder. Wird nun ein Faktor z.B. der Knochenbau beeinträchtigt, kommt es zur Überbelastung der Muskeln und Bänder. Durch diese Fehlhaltung entsteht eine muskuläre Verspannung. Es ist daher Aufgabe der Gymnastik, durch eine Wechselwirkung von Spannung und Entspannung der Muskulatur eine muskuläre Verkrampfung vorzubeugen. Darüber hinaus beachten Sie im Alltag folgende Verhaltensregeln:

  • Kletterpartien vermeiden
  • rutschfeste Beläge und Sohlen. Machen Sie die Umgebung sicher, um Stürze zu vermeiden.
  • Verteilen Sie Lasten gleichmäßig auf beide Arme.
  • Tragen Sie nichts, was man schieben kann.
  • Heben Sie keine schweren Gewichte.
  • Hartgefederte Autos und Fahrräder übertragen die Stöße auf die Wirbelsäule.
  • Gehen Sie lieber in die Hocke um etwas hochzuheben, anstatt sich zu bücken.
  • Sorgen Sie für eine feste aber biegsame Matratze auf einer harten Unterlage.
  • Tägliche Bewegung im Freien fördert mit Hilfe des Sonnenlichtes die Bildung von Vitamin D. Im Frühjahr und Sommer reicht schon eine halbe Stunde Aufenthalt aus, um genügend Vitamin D zu bilden. Vitamin D steuert den Kalziumhaushalt und stimuliert die Knochen bildenden Zellen.

GESUNDE KNOCHEN DURCH GESUNDE DIÄT


Immer wieder wird zur Osteoporosevorbeugung eine kalziumreiche Ernährung (880-1200 mg tgl.) mit vielen Milchprodukten empfohlen. Ist MEHR Kalzium die Lösung?

Dr. D. Lawrence Riggs, Mayo-Clinic, führte an 107 Frauen eine Studie durch. Ihnen wurde während 41/2 Jahren die Knochendichte gemessen. Der Kalziumkonsum reichte von 269 - 2000 mg täglich, aber die Untersucher konnten KEINE Beziehung zwischen Knochenschwund und Kalziumeinnahme nachweisen. Zugeführtes Kalzium wird nicht "einfach", in den Knochen eingebaut. Es ist bekannt, dass hohe Kalziumeinnahmen die Vitamin-D-Verwertung stören können (Vitamin D ist ebenso zur Knochenbildung notwendig) und Nierensteine verursachen. Das Kalzium der Kuhmilch ist gröber als in menschlicher Milch und noch dazu an Kasein gebunden. Es wird vom Körper nicht völlig absorbiert. Schöpfen Sie lieber aus pflanzlichen Kalziumquellen: Mandeln, getrocknete Feigen, Bohnen, Sojabohne, Tofu, grünes Blattgemüse, Bierhefe, Karobmehl, Sesam, Haselnüsse, Kürbiskerne. Gute Nahrungsmittel sind reich an natürlichem Kalzium. Für gute Gesundheit muss man die Nahrung so natürlich wie möglich essen ohne künstliche Zusätze.

Beachten Sie folgende Ernährungsregeln bei Osteoporose

  • Vermeiden Sie ein Eiweiß- und Fettüberangebot (durch Fleisch und Milchprodukte). Wenig tierische, dafür mehr pflanzliche Nahrung.
  • Vermeiden Sie unbedingt Alkohol, Rauchen und Koffeingenuss (Bohnenkaffee).
  • Streichen Sie Fertiggerichte so weit wie möglich aus Ihrem Speiseplan, weil deren Phosphatgehalt das Kalziumgehalt des Blutes verringert.
  • Ernähren Sie sich mit viel frischem Obst und rohem Gemüse - Vitamin C - reiche Kost ist nötig! Ein chronischer Vitamin C Mangel kann Knochenschwund mit verursachen.
  • Auch eine gute Magnesiumversorgung ist für den Knochenstoffwechsel notwendig. (Magnesium ist an Chlorophyll gebunden und daher in Grünpflanzen enthalten, auch in Karotten und Hagebutten)
  • Einfache, biologisch orientierte Mittel sind unschädlich und daher dem Risiko einer Hormonbehandlung vorzuziehen. 

»Mit Haut und Muskeln hast du mich umgeben, aus Knochen und aus Sehnen mich geflochten. Das Leben gabst du mir und deine Liebe, dein Schutz bewahrte meinen Lebensgeist.« Hiob 10,11 (nach „Gute Nachricht")