Die Pillengesellschaft

Verwandeln wir uns in Chemiepuppen?

 

Viagra, Xenical & Co. machen von sich reden. Der Mensch von heute findet es ganz normal, sich beinahe gegen jedes und alles eine Pille zu verordnen. Nach der Potenz-Pille kam die Anti-Fett-Pille, die laut Zeitungsberichten dafür sorgt, dass das Fett, das man oben hineinstopft unten wieder herauskommt, ohne am Körper Spuren zu hinterlassen. Wir sind mit dem Staunen darüber noch nicht fertig, da erscheint der nächste Stern am Pillen-Himmel: die Gedächtnispille! Ampakine sollen die Leitfähigkeit bestimmter, für das Gedächtnis wichtiger Nervenverbindungen erhöhen und in wenigen Jahren als Gedächtnishilfe für ältere Menschen zur Verfügung stehen.

Das Pillen-Arsenal ist heute unerschöpflich: Tranquilizer gegen Nervosität, Antibabypillen gegen unerwünschte Schwangerschaft, Vitamin-Pillen bei falscher Ernährung. Alles ist machbar. Gegen Sinnleere und Depressionen gibt es zumindest vorübergehend eine Erleichterung durch „Glückspillen". Es gibt bei uns nur noch wenige Frauen, die noch nie zu Tabletten gegriffen haben, um ihre psychische Situation zu ändern. Besonders in den Wechseljahren greifen die meisten Frauen zu verschiedenen „Glücklichmachern". Auch ein beachtlicher Prozentsatz der Schulkinder greift zur Tablett gegen Prüfungs- und sonstige Ängste.
Vom oft überlasteten Arzt wird eine schnelle Lösung verlangt. Weil er kaum Zeit für Beratungsgespräche hat, werden eben Pillen verschrieben. Aber dann beginnt der Teufelskreis.
Viele lernen ihre Sorgen und Unpässlichkeiten nur mit Medikamenten zu lösen. Tabletten schlucken ist einfacher als Situationen zu verändern. Es scheint, als sei der Mensch am Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr willens oder in der Lage, irgendeine Unannehmlichkeit zu ertragen, oder sie auf eine andere Weise zu behandeln als durch Pilleneinwurf. Wie haben nur frühere „pillenlose" Generationen ihre Probleme bewältigt ?

DER FLUCH DER PILLE

„Wir sind die erste Generation, die von Geburt an mit wirksamen Medikamenten gegen beinahe alle Leiden aufgewachsen ist," so ein Wiener Psychiater. „Deshalb haben wir noch keine Gebrauchskultur entwickelt. Der Einsatz der Medikamente dort, wo sie uns nur eine Änderung unseres Lebensstils oder Belastungen ersparen, ist ein Fluch."
Dafür gibt es genügend Beispiele. Frauen kommen oft wegen Schlaflosigkeit, Nervosität oder Depressionen zum Arzt. Er verordnet daraufhin in der Regel ein Beruhigungsmittel - der erste Schritt in die Abhängigkeit. Auch wenn Anfangs bestimmte Formen der Beschwerden verschwinden, setzen schon bald die unerwünschten Nebenwirkungen ein. Aus der Abhängigkeit herauszukommen, ist alleine fast nicht möglich. Lady Diana warnte auf einem Ärztekongress: „Wer die Sucht besiegen will, muss wirklich durch die Hölle gehen!" Wir sollten uns vor Augen halten, dass Medikamente eigentlich Operationen ohne Messer sind. Jedes Präparat hat nicht nur eine bestimmte Wirkung, sondern auch unerwünschte Nebenwirkungen, ganz zu schweigen von den Spätfolgen, die die Chemie in unserem Körper hinterlässt. Wer jahrelang seine Kopfschmerzen nur mit Tabletten bekämpft, wird dies wahrscheinlich mit einem schweren Nierenschaden bezahlen. Die Nebenwirkungen, psychisch und körperlich, sind zahlreich; je nach Wirkstoffen, die in der Tablette enthalten sind: Leberschäden, Störungen der Nerven, Beeinträchtigung der Erbsubstanz, Störungen im blutbildenden System usw. Weil die Folgen erst sehr viel später erscheinen, schließen wir oft nicht mehr von der Ursache auf die Wirkung. Schon vor rund hundert Jahren erkannte man: „Auf die Verabreichung vieler Medikamente sollte für immer verzichtet werden; denn während sie keine Krankheit heilen, schwächen sie den Organismus und machen ihn anfälliger für Krankheiten." (E.G. White, Gesundes Leben S 225)
Solche Aussagen sollten uns veranlassen, unsere „Gebrauchskultur" zu überdenken. Wenn wir einmal schlecht schlafen, müssen wir nicht gleich ein "Mittelchen" nehmen. Wir können auch ein zumutbares Maß an Schmerz ertragen, und: Wir sollten unseren Kindern die Chance geben so aufzuwachsen, dass sie nicht gegen jede Unannehmlichkeit eine Pille nehmen müssen.

Leben ohne Pillen? Die Alternative!


Was für frühere Generationen selbstverständlich war, erscheint uns heute unmöglich: ein Leben ohne Pillen! Der Verzicht auf die Chemie macht es notwendig, sich ein Wissen über natürliche Heilmittel anzueignen. In einer Ärztezeitschrift beklagte sich ein Kinderarzt über eine Mutter, die am Wochenende verzweifelt in ganz Niederösterreich nach einem Kinderarzt suchte, weil das Kind erhöhte Temperatur hatte. Obwohl es sich um einen ganz gewöhnlichen grippalen Infekt handelte, wusste sich die Mutter nicht zu helfen. Wo bleiben Großmutters Schwitzpackungen, Grippetees, Essigpatscherl und Wickel? Früher war die Hilfe des Arztes und der Pharmazie für arme Leute selten verfügbar, weil zu teuer. Dafür haften viele Frauen und Mütter eine solide Kenntnis über die Anwendung von Heilkräutern, Wasseranwendungen und die Heilkräfte der Natur. Solches Wissen wurde von einer Generation zur anderen weitergegeben. Das war nicht nur der billigere, sondern oft der bessere Weg.
Genaugenommen heilen Medikamente keine Krankheit. Es ist wahr, dass sie augenblicklich Erleichterung verschaffen und der Kranke auf Grund des Medikamentes zu genesen scheint. Doch in den meisten Fällen verändert die Medizin Form und Lage der Krankheit. Das Immunsystem wird beeinträchtigt, anstatt richtigerweise so gestärkt, dass es die Arbeit der Wiederherstellung selbst zu leisten vermag. Die Folgen medikamentöser Nebenwirkungen bleiben im System und schaden zu einem späteren Zeitpunkt.
Warum wird den Heilmitteln der Natur so wenig Beachtung geschenkt und im Notfall doch wieder zur Pille gegriffen? Ganz einfach es ist leichter Pillen zu schlucken, als Wasseranwendungen durchzuführen. Dafür braucht man Zeit und Geschick. Das will gelernt sein. Auch das Aufgeben schädlicher Gewohnheiten wie Rauchen, Alkohol oder Naschen erfordert einen Krafteinsatz, den viele nicht aufbringen können oder wollen.
Ein weiser Arzt versucht seinen Patienten deutlich zu machen, dass nicht im Medikament, sondern in der Natur die wiederherstellende Kraft liegt. Ein kluger Patient achtet auf die Krankheitsursache und unterstützt die Natur bei der Wiederherstellung einer guten Kondition. Die acht natürlichen Heilfaktoren sind: richtige Ernährung und Pflanzenmedizin, Bewegung. Wasseranwendung, Sonnenlicht, Ruhe/Schlaf, frische Luft, Mäßigkeit und Vertrauen in die göttliche Kraft. Diese „acht Ärzte" der Natur arbeiten zusammen und verstärken sich gegenseitig.
Es gibt viele Heilkonzepte. Aber nur eines stimmt mit dem Plan des Schöpfers überein: Gehorsam gegenüber den Naturgesetzen und die Heilmittel der Natur und dem Wirken der göttlichen Kraft.
Durch den Glauben an die Kraft der Pille ist uns der Glauben an die Kraft Gottes verlorengegangen! Die göttliche Kraft aber macht Menschen gesund - ganz ohne Nebenwirkungen.
Das sollten wir uns überlegen!