Cholesterin senken

Cholesterinreiche Lebensmittel überfordern bei vielen Menschen die körpereigene Regulation des Cholesterinspiegels.

 

Was ist Cholesterin und warum ist es für den Körper lebenswichtig?


Cholesterin ist eine fettähnliche chemische Verbindung, die in allen Körpergeweben vorkommt und zahlreiche Aufgaben besitzt: Aufbau von Zellmembranen, Regulation des Stoffaustausches der Zellen, Muttersubstanz von Gallensäuren, Hormonen und Vitamin D. Cholesterin erfüllt also wichtige Körperfunktionen. Der gesunde menschliche Organismus kann grundsätzlich genügend Cholesterin selbst produzieren. Cholesterin ist daher kein zufuhrnotwendiger Stoff. Wir unterscheiden ENDOGENES Cholesterin, das von der Leber und anderen Organen gebildet wird und EXOGENES Cholesterin, das aus tierischen Nahrungsmitteln (Eigelb, Leber) zugeführt wird.

Auf die Werte kommt es an


Als allgemeine Richtlinie für den IDEALEN Cholesterinspiegel kann 100 mg % plus Lebensalter gerechnet werden. Der ideale Cholesterinspiegel für einen 55-jährigen Mann wäre demzufolge 100 + 55 = 155 mg %. In der Regel liegt der Blutcholesterinwert zwischen 150 bis 200 mg %. Bekannt ist, dass in den Ländern, in denen die Menschen einen durchschnittlichen Cholesterinspiegel von 100 mg % bis 160 mg % haben, Arteriosklerose und koronare Herzerkrankungen nicht auftreten.
Blutcholesterinwerte über 200 mg % bergen gesundheitliche Risiken. Ein Zuviel an Cholesterin wird im Organismus auf den Innenflächen der Arterien und besonders in den Herzkranzgefäßen abgelagert. Durch diese Ablagerungen verengen und verhärten sich die Arterien, so dass die Sauerstoffzufuhr zu den Körperzellen und den Körpergefäßen nicht mehr ausreichend erfolgen kann. Man spricht von ARTERIOSKLEROSE (Verhärtung der Arterien).
Arteriosklerotische Veränderungen können in den Arterien der verschiedensten Körperteile auftreten. Wenn hiervon die Koronararterien betroffen werden ( jene Arterien, die das Herz mit Blut versorgen) und es durch Cholesterinablagerungen zu einer Sauerstoffunterversorgung des Herzmuskels kommt, dann kann dadurch ein INFARKT ausgelöst werden. Sind die Arterien im Gehirn betroffen, kann als Folge ein Schlaganfall eintreten. Immerhin sind heute 51 % aller Todesursachen in Österreich durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedingt, denn wir gehören zu den Ländern, in denen große Mengen Fett und Cholesterin verzehrt werden.

INNERE EINFLUSSFAKTOREN AUF DEN CHOLESTERINSPIEGEL


Zwei innere Einflüsse wirken wesentlich auf den Cholesterinspiegel. Zum einen die familiäre (genetische) Veranlagung. Bei 20 % der Menschen mit erhöhten Cholesterinspiegeln ist dies gegeben. Im Gegensatz dazu gibt es Menschen, die essen was sie wollen und trotzdem einen normalen Cholesterinspiegel haben. Sie sind zwar nicht durch Cholesterin gefährdet, leben aber trotzdem sehr ungesund.
Auch Frauen vor den Wechseljahren haben normalerweise niedrigere Cholesterinspiegel und zudem bessere HOL (günstiges Cholesterin) als Männer. Frauen sind daher weniger durch Arteriosklerose gefährdet. Schutzstoff ist das Hormon Östrogen. Erst mit dem Absinken in den Wechseljahren verändern sich die Cholesterinwerte.

ZUVIEL TIERISCHE PRODUKTE UND FETT


Alle tierischen Nahrungsmittel, einschließlich aller Milchprodukte enthalten zusätzlich zum Fett noch Cholesterin. Da der menschliche Organismus die nötige Cholesterinmenge selbst produziert, kommt es sehr leicht zu einer Oberversorgung mit Cholesterin. Eine überhöhte Fettaufnahme ergibt sich hauptsächlich aus dem Verzehr versteckter Fette, die in Fleisch, Wurst, Käse, Eiern und Milchprodukten enthalten sind. Hinzu kommen Streichfette und die Verwendung pflanzlicher und tierischer Fette zum Kochen, Backen und Braten. Jedes Zuviel an Fett beeinträchtigt die Stoffwechselvorgänge und ist eine Last für den menschlichen Organismus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, mit der täglichen Nahrung nicht mehr als 300 mg aufzunehmen. 300 mg Cholesterin sind bereits im Eigelb von einem Ei oder 300 g 50 %igem Käse.
Fett in Verbindung mit Cholesterin erhöht die Aufnahme von Cholesterin durch den Darm in den Organismus. Zum Beispiel: Eier sind cholesterinhaltig. Werden sie in Fett gebraten und/oder mit einem fettbestrichenen Brot serviert, kommt zu dem Cholesterin im Ei zusätzliches Fett hinzu.

ZUVIEL ZUCKER


Zucker, zuckerreiche Nahrungsmittel und ballaststoffarme Weißmehlprodukte bewirken einen Anstieg des Blutzucker- und Insulinspiegels. Durch den Zucker und lnsulinüberschuss kommt es wiederum zur verstärkten Cholesterinproduktion in der Leber: Der Cholesterinspiegel steigt. Verstärkt wird dieser Effekt durch eine ballaststoffarme Ernährung. Wer seinen Cholesterinspiegel normalisieren will, muss gleichzeitig Fett und Zucker einschränken.

ZUVIEL EIWEIß


Neben Innereien gehören Eier zu den cholesterinreichsten Nahrungsmitteln überhaupt. Mageres Fleisch ist annähernd genauso cholesterinreich wie fettes Fleisch - hätten Sie es gewusst?

FALSCHE ZUBEREITUNG


Ob und in welchem Maß Cholesterin belastet, hängt auch von der Zubereitung ab. Cholesterin wird durch Braten oder Rösten so stark erhitzt, dass es sich verändert (oxidiert) und dann wirklich schädlich wirken kann.

IST KAFFEE SCHÄDLICH?


Aktuelle Untersuchungen zeigen für starke Kaffeetrinker einen steigernden Effekt auf den Cholesterinspiegel. Das gilt für koffeinfreien- wie für Bohnenkaffee gleichermaßen. Als Ursachen werden bestimmte Fettsäuren im Kaffee angenommen.

"Die Anfälligkeit für Krankheiten wird durch Fleischgenuss verzehnfacht." Bewusst essen, E.G. White

Jeder dritte Erwachsene hat einen Cholesterinwert von mehr als 260 mg % (Richtlinie: 100 mg % + Lebensalter). Jeder Blutcholesterinwert über 160 mg % birgt gesundheitliche Risiken in sich. Durch überhöhte Blutcholesterinwerte bilden sich Ablagerungen (Plaques) in den Arterien. Das muss aber nicht als unabänderliche Tatsache hingenommen werden.

Die gebildeten Plaques können wieder abgebaut werden, indem man die Cholesterinzufuhr deutlich verringert. Der allmähliche Plaqueabbau aus den Gefäßen beginnt normalerweise mit einem idealen Cholesterinwert, wodurch auch die Notwendigkeit einer koronaren Bypass-Operation reduziert wird

Sie können Ihre Blutfettwerte durch Ihre Ernährung schrittweise und dauerhaft senken. Die Ergebnisse werden Sie überraschen, wenn Sie sich streng an die Diät halten.

Ballaststoffe senken den Cholesterinspiegel. 
Rohkost und Vollkornprodukte gehören nicht nur wegen der wichtigen Vitalstoffe täglich in den Speiseplan, sondern auch wegen des hohen Gehaltes an Ballaststoffen. Für die cholesterinsenkende Wirkung sind die sogenannten löslichen Ballaststoffe verantwortlich. Hierzu zählt das Pektin, das sich besonders reichhaltig in Äpfeln, Birnen, im Beerenobst, aber auch in Möhren, Kohl und Zwiebeln findet.

EINE STUDIE HAT GEZEIGT; DASS MINDESTENS ZWEI ÄPFEL TÄGLICH VIER MONATE LANG DEN CHOLESTERINSPIEGEL IM BLUT SENKEN.

Ebenfalls gehören bestimmte Hemizellulosen, die man im Haferkorn und in Hülsenfrüchten findet, dazu. Die Ballaststoffe quellen im Wasser (viel trinken !) zu einer zähen, viskosen Flüssigkeit auf. Zum einen wird hierin ein Teil des Nahrungscholesterins gebunden und mit dem Stuhl ausgeschieden. Zum anderen werden auch Gallensäuren gebunden, die in der Leber aus Cholesterin gebildet werden. Normalerweise werden 90 Prozent der Gallensäuren nach der Verdauung wieder dem Körper zurückgeführt. Dieser Kreislauf wird durch die Ballaststoffe zum Teil unterbunden, so dass sich die Leber das Cholesterin zur Neubildung aus dem Blut holt.

Besondere Aufmerksamkeit hat in den letzten Jahren die Haferkleie erweckt. In verschiedenen Studien konnten die Cholesterinwerte bei einer täglichen Zufuhr von 100 Gramm Haferkleie deutlich gesenkt werden. Allerdings stiegen die Werte wieder, wenn das Produkt abgesetzt wurde und sich die Ernährungsweise nicht verändert hatte. Langfristig ist das ganze Haferkorn in Form von Haferflocken dem Verzehr von isolierten Randschichten vorzuziehen. Es ist besonders reich an der wichtigen Linolsäure und enthält Phytosterine. Diese scheinen die Cholesterinaufnahme zu hemmen. Für den Verzehr des ganzen Lebensmittels spricht eben, dass die einzelnen Inhaltsstoffe zusammenwirken und man nicht dem Trugschluss unterliegt, ein einziges Produkt könnte einen ungesunden Lebensstil ausgleichen.

Welche Richtlinien für eine cholesterinsenkende Diät muss man noch beachten ? 
Ein cholesterinsenkender Effekt wird besonders den MEHRFACH UND HOCHUN-
GESÄTTIGTEN FETTSÄUREN ZUGESCHRIEBEN: Hier sind die LINOLSÄURE und die Alpha-Linoleinsäure die einfachsten Vertreter. Sie müssen dem menschlichen Organismus mit der Nahrung zugeführt werden, weil der Körper sie nicht selbst bilden kann. Linolsäure ist in hohen Mengen in Sonnenblumensamen, Maiskeimen, Sojabohnen enthalten. Linolein-Säure befindet sich besonders in Sojabohnen, Rapssamen und Walnüssen. Fast alle NÜSSE ENTHALTEN Linol- und Linolensäure in höheren Mengen, ebenso sind diese essentiellen Fettsäuren in Getreide, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse enthalten.

Eine Ernährung, frei von TIERISCHEM FETT UND EIWEISS UNTER Einbeziehung von Nüssen, Samen, pflanzlichen Ölen, Hülsenfrüchten, Getreide, Obst und Gemüse bietet eine gute Versorgung des Organismus mit lebensnotwendigen Fettsäuren. Diese Kostform ist in der Lage, in relativ kurzer Zeit den Cholesterinspiegel zu senken und Cholesterinablagerungen abzubauen.
- VEGETARIER haben in der Regel niedrige Cholesterinkonzentrationen im Serum, was einerseits auf die geringe Cholesterinzufuhr, den hohen Ballaststoffanteil und die mehrfach ungesättigten Fettsäuren zurückzuführen ist, und andererseits auch durch den hohen Anteil an pflanzlichem Eiweiß mitbedingt wird.
DIE IDEALE CHOLESTERINSENKENDE Diät IST EINE TOTAL VEGETARISCHE.

Interessant ist auch die Erkenntnis, dass Bestandteile des KNOBLAUCHS die Serumspiegel von Cholesterin und Triglyzeriden senken und somit einen anti-arteriosklerotischen Effekt auf das Gefäßsystem haben.

Eine Lebensverlängerung durch medikamentöse Cholesterinsenkung wurde NICHT nachgewiesen. Dagegen ergaben DIÄT- Studien deutliche Lebensverlängerungen von rund vier Jahren in den Interventionsgruppen. Neue Herzkranzgefäßerkrankungen traten um zwei Drittel seltener auf als in Vergleichsgruppen, die Zahl der Herztoten wurde halbiert! Eine konsequente Ernährungsumstellung lohnt sich also!

 

"Getreide, Früchte, Nüsse und Gemüse 
bilden die von unserem Schöpfer 
für uns ausgewählte Ernährung. 
Diese Speisen, einfach zubereitet, 
sind die gesündesten und nahrhaftesten. 
Sie teilen eine Kraft, eine Ausdauer und 
eine Verstandesschärfe mit, 
welche durch eine verwickeltere und 
erregende Ernährung nicht erzielt werden."


aus "Weg zur Gesundheit"