Antibiotika im Fleisch

Nach dem Rinderwahnsinn kam der Schweineskandal:

"Illegale Arzneimittel im Schweinestall. Kriminelle Praktiken von Schweinezüchtern bekannt geworden", so lauteten die Schlagzeilen. Schon seit Jahren sind immer wieder illegale Fälle von Medikamenteneinsatz in der Masttierhaltung bekannt geworden.

Seit den jüngsten Entwicklungen - BSE und Schweineskandal - findet ein Umdenkprozess statt, was den Fleischkonsum betrifft. Viele Deutsche und Österreicher haben sich noch nie so viel Gedanken darüber gemacht, was sie essen. Besonders von der Masttierhaltung geht eine mehrfache Gesundheitsgefährdung aus:
1. durch Erreger und Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden
2. durch Medikamente, die nicht abgebaut werden, sondern über den Fleischgenuss zu einer potentiellen Gefahr werden.

Medikamente, die in der Masttierhaltung verwendet werden sind: Sexualhormone, Thyreostatika (Schilddrüsenhormone), Glukocorticoide (Cortison), Psychopharmaka und vor allem Antibiotika.

ANTIBIOTIKA - "gesunde" Tiere, kranke Menschen?

Die Probleme kamen mit der Intensivtierhaltung. Durch die Züchtung widernatürlicher Fleischberge wurden Tiere anfällig und erkrankten beim geringsten Anlass. Unter Tieren, die auf engem Raum zusammengepfercht sind, breitet sich jede Infektion binnen kurzer Zeit aus, was einen Verlust für den Mäster bedeutet. Daher werden Antibiotika in beträchtlichem Ausmaß in der Tierhaltung eingesetzt.

Antibiotika werden aber nicht nur zur Behandlung von Krankheiten verabreicht, sondern auch zur Wachstumsbeschleunigung von Hühnern, Kälbern und Schweinen. Die Gewichtszunahme steigt. Antibiotika werten minderwertiges Futter auf: Mineralstoff-, Vitamin- und Eiweißmangel kann damit verschleiert werden. Es geht also keineswegs nur um die Gesundheit der Tiere, es geht auch um Ertragssteigerung, beschleunigte Aufzucht und Gewichtszunahme, was maximale Profite garantiert. Die Tiere werden bis zur Schlachtung symptomfrei gehalten, was keineswegs dasselbe wie "gesund" bedeutet.

Der Verbraucher hat einen Vorteil, nämlich den künstlich niedrig gehaltenen Fleischpreis. Man spart an der Kasse des Supermarktes ein paar Schillinge ein, doch das geschieht auf Kosten unserer Gesundheit und das kann teuer kommen.

Auswirkungen auf den menschlichen Organismus

Die mit nahrungsbedingten Erkrankungen meist in Verbindung stehenden Bakterien sind die Salmonellen, Campylobacter, Listerien, Escherichia und Yersinien. Immer mehr Bakterienstämme werden Antibiotika gegenüber in zunehmendem Maß resistent, was beim Menschen zu ernsthaften Krankheitsausbrüchen führen kann. Eine fortgesetzte Gabe von geringen Dosen eines Antibiotikums führt zur Entstehung von Organismen, die gegen dieses Antibiotikum resistent sind. Infiziert sich ein Mensch mit diesen resistenten Organismen, so kann der Arzt nicht mehr auf ein bestimmtes Antibiotikum zurückgreifen, denn es spricht nicht mehr an. Resistenz heißt: Diese Bakterien sind nun völlig unempfindlich gegen die angewandten Medikamente.

Medikamentenresistente Bakterien haben zu einem ständigen Anstieg menschlicher SALMONELLENINFEKTIONEN geführt. Ein steigender Prozentsatz von Salmonelleninfektionen beim Menschen ist mittlerweile gegen JEDE medikamentöse Therapie resistent. Die Begleitsymptome einer Salmonelleninfektion sind Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen, manchmal sind Schüttelfrost, Fieber und Verwirrtheitszustände möglich. Für alte und immungeschwächte Menschen sowie für Kleinkinder kann dies tödliche Folgen haben.

Die Antibiotika-Bombe bleibt aber nicht auf den Fleischesser beschränkt, sondern kann sogar über die Muttermilch an Säuglinge weitergegeben werden.

Tetrazykline sind die am häufigsten verwendeten Antibiotika in der Tierzucht und diese Medikamente erscheinen dann gewöhnlich in den Tiererzeugnissen, die wir im guten Glauben essen. Eine Kontaminierung der Lebensmittel mit Antibiotika birgt verschiedene Gesundheitsrisiken in sich und kann auf empfindliche Menschen stark allergen wirken.

Zwar wird von den Herstellern verlangt, nach Verabreichen von Antibiotika an das Tier eine Abstinenzzeit einzuhalten, bevor das Produkt auf den Markt kommt. In der Praxis ist es aber unmöglich, alles Fleisch, das vermarktet wird zu kontrollieren. In einer Studie über den Gehalt an Antibiotikarückständen stellte man fest, dass in mehr als 50 % der Hühner- und Rindfleischproben mehr als ein Antibiotikum nebeneinander nachzuweisen war. In einigen Fällen wurden den Tieren drei oder vier verschiedene Antibiotika gleichzeitig verabreicht.

Antibiotika-resistente Bakterien sind eine der größten Herausforderungen, denen Wissenschaftler heute gegenüberstehen. Enterokokken (meist Darmerreger) sind gegenüber alle bekannten Antibiotika immun geworden und zur selben Zeit sind sie eine der Hauptursachen für Harnwegs- und Wundinfektionen im Krankenhaus. Die Bakterien haben die Fähigkeit, die Gene zu verändern und Forscher befürchten, dass sich dieser Resistenz-Faktor als Ursache von Lungenentzündung und Gehirninfektionen ausbreitet.

Welche Konsequenzen ziehen wir daraus?

Vegetarier leben gesünder. Da in den meisten Fällen tierische Produkte die Hauptursache für Infektionen sind, leben Vegetarier heute mit einem erheblich geringeren Risiko einer Infektion oder einer Antibiotikaresistenz. Das Immunsystem wird weniger belastet, sowohl durch Medikamente als auch durch die Schadstoffe im Fleisch.
Das Motto für uns zivilisationsgeschädigte Menschen sollte heißen:
GESUND und FIT OHNE FLEISCH - aber mit einer gesunden Vollwerternährung !

"Die Tiere sind krank. Wenn wir ihr Fleisch essen, säen wir Krankheitskeime in unser eigenes Gewebe und ins Blut. Wenn wir dann den Wechselfällen einer von Gift verseuchten Umwelt ausgesetzt sind, spüren wir diese umso mehr. Auch bei herrschenden Epidemien und ansteckenden Krankheiten ist unser Körper nicht in der Lage, der Krankheit Widerstand zu leisten." "Bewusst essen" S. 178