Antibiotika aus der Natur

Antibiotika sind ein Geschenk für die Menschheit, und ihr angemessener Gebrauch kann lebensrettend sein.

Aber durch unkritische Verwendung gewöhnt sich der Körper daran, und auch die Bakterien selbst werden gegen diese Stoffe unempfindlich (resistent). Außerdem muss man bei längerem oder höher dosiertem Gebrauch mit Nebenwirkungen rechnen: allergische Reaktionen, Schädigung der normalen Darmflora, Unterproduktion von Vitamin K und Vitaminen der B-Gruppe. Wer Antibiotika einnehmen muss, sollte dazu 1-2 Gramm Vitamin C und B-Vitamine einnehmen, um die Belastung zu verringern.

Viele Antibiotika sind nicht in der Lage, Bakterien abzutöten, sie hemmen nur ihr Wachstum. Der Körper muss seine eigenen Abwehrkräfte mobilisieren, um eine bakterielle Infektion zu überwinden. Antibiotika haben nur wenig oder keine Wirkung auf Viren, die eine große Anzahl von Krankheiten verursachen.
Zu wenig bekannt ist, dass die Natur eine Reihe von Heilpflanzen mit antibiotischer Wirkung anzubieten hat. Medizinische Pflanzen besitzen ein reichhaltiges Potential zur Steigerung der Immunabwehr des Körpers.
Zu den Pflanzen mit antibakterieller und abwehrsteigernder Wirkung gehören vor allem:
Sonnenhut (Echmacea) 
Knoblauch (Allium saUvurn)
Thymian (Thymus vulgans)
Kapuzinerkresse (iropaeolum majus) bzw. Brunnenkresse
Aber auch Meerrettich, Salbei, Silberdistel, Sonnentau, Wermut, Arnika und die Zwiebel besitzen antibiotische Wirkstoffe.

KNOBLAUCH - das "Penicillin der Natur "


Während des l. Weltkrieges wurde Knoblauch als antiseptisches Mittel eingesetzt.
Der Hauptwirkstoff des Knoblauches ist ALLICIN, eine ölige Substanz. Allicin weist den charakteristischen Knoblauchgeruch auf und besitzt eine stark bakterienhemmende Wirkung. Darüber hinaus enthält Knoblauch Kieselsäure, Jod und ätherisches, schwefelhaltiges 01. Das 01 bewirkt auf der Haut Rötung und auf Schleimhaut Sekretion. Es tötet krankmachende Darmbakterien, während die normale Darmflora nicht gestört wird.
Die Verwendung von Knoblauch ist vielseitig. Vor allem gegen sämtliche Infektionen kann er eingesetzt werden. Wir verwenden das "Penicillin der Natur" bei Blasenentzündung, Katarrh der Atemwege, Eierstockentzündung, Infektionen der Nasennebenhöhlen und des Ohres. Auf Infektionen im geschlossenen Hohlraum kann durch Knoblauch eingewirkt werden. Natürlich muss auch die übrige Ernährung stimmen.
Knoblauch kann auch äußerlich bei schlecht heilenden Wunden angewendet werden.
Das Rezept:
Ein Medizinglas mit Schraubverschluss nehmen, 1/3 mit ausgepresstem Knoblauchsaft, 2/3 mit kaltgepresstem Öl (Speiseöl/Olivenöl) füllen. Deckel aufschrauben und schütteln. Mit dem Inhalt des Glases eine Kompresse anfeuchten, die auf die Wunde gelegt wird. So geht es den Staphylokokken an den Kragen, ihr Zellwachstum kommt zum Stillstand, und die Wunde kann heilen.
Bekämpfen Sie Grippe mit Knoblauch. Sobald die ersten Anzeichen von Fieber und Erkältung auftreten, kann man die Situation retten, indem man Knoblauch in die Suppe oder in ein warmes Getränk presst. 6-8 Zehen täglich sind für eine wirksame "Erste Hilfe" notwendig.
Eine mittlere Einzeldosis beträgt 3-5 Gramm frische Knoblauchzehen pro Tag. Die käuflichen Knoblauchpräparate enthalten jedoch nur ca. 10 % der mittleren Einzeldosis. Heilsame Wirkungen lassen sich daher am besten mit frischem Knoblauch erzielen. Aber auch Fertigpräparate haben eine gewisse Wirkung.
Knoblauch hat nur eine einzige unangenehme Nebenwirkung: Es kann sein, dass Sie plötzlich alleine im Zugabteil sitzen! Gegen den Geruch kann man aber Pfefferminze einsetzen.

KAPUZINERKRESSE


wurde bei uns häufig als Zierpflanze angebaut, Die Peruaner kannten ihre Wirksamkeit gegen Wundinfektionen. Sie kam gegen Ende des 16. Jhds. nach Europa, fand aber in der Medizin kaum Beachtung. Erst 1952 wurde erstmals nachgewiesen, dass Kapuzinerkresse auf das Wachstum zahlreicher krankmachender Bakterien hemmend wirkt, vor allem Eitererreger und abnorme Darmbakterien, aber auch bei Lungenentzündung hilft. Zugleich übt der Wirkstoff eine kräftige Reizwirkung auf die allgemeine Abwehrfunktion des Organismus aus und senkt das Fieber.
In der Praxis hat sich die Anwendung der Kapuzinerkresse bei allen Infektionen des Nierenbeckens, der Harnwege, bei Rachen und Bronchialkatarrhen, Mandelentzündung, Grippe und Erkältungen bewährt.

Die tägliche Dosis:
Tgl. mehrmals 5-10 g Kresseblätter als würzig schmeckenden Salat essen. Kapuzinerkresse steht aber auch als Präparat zur Verfügung. Die Inhaltsstoffe sind Senfglykosid, ätherisches 01, Vitamin C.
Auch nach mehrwöchiger Verabreichung von tgl. 30 mg des Wirkstoffes ist weder eine Beeinträchtigung der normalen Darmbakterien noch eine Nierenreizung zu beobachten. Bauen Sie daher jetzt im Frühjahr genügend Kapuzinerkresse an!
Hier zeigt sich wieder, wie die Natur uns auf überraschend einfache Weise die Heil- und Schutzkräfte unserer Pflanzenwelt darbietet, wenn wir sie nur zu nutzen verstehen. 
"Wenn jede Familie gelehrt wäre, wie man diese Pflanzen im Krankheitsfall anwendet, könnte viel Leiden verhindert werden." EG White, Letter 81, 1897

Es gibt eine Reihe von Heilpflanzen mit antibiotischer, entzündungswidriger Wirkung. Wer sie nutzt, kann in leichteren Krankheitsfällen Antibiotika ersetzen und ihre unangenehmen Nebenwirkungen umgehen.

Der Sonnenhut (Echinacea angustifolia)


Der Wurzelstock wird als Droge verwendet. Die Pflanze ist in Nordamerika beheimatet, in Mitteleuropa kultiviert.
Bewährt hat sich Echinacea, wo die Abwehrleistung gesteigert werden muss, also bei schleichend oder chronisch verlaufenden fieberhaften Zuständen. Die wirksamen Inhaltsstoffe sind ätherisches Ö1, Glykosid und Inulin.
Wirkungsweise: Neuere Untersuchungen ergaben eine starke Hemmung des Bakterienfermentes Hyaluronodase. Gleichzeitig werden in Gewebe und Blut die Fresszellen aktiviert, wodurch die Erreger abgetötet und die Zerfallsprodukte abgebaut werden. Es wirkt also immunisierend, antiseptisch, wundheilend und geschwulsthemmend. 
Bei leichten Allgemeininfektionen und zur Grippevorbeugung genügt meist die Einnahme von Tropfen-Präparaten (3 x 20 Tropfen Echinacin, 1/2 Stunde vor dem Essen).
Die äußere Anwendung ist angezeigt bei Verätzungen, Verbrennungen, Erfrierungen, schlecht heilenden Wunden, Ekzemen, Eiterungen und Schleimhauterzündungen.
Die Dosierung für den äußeren Gebrauch eignet sich auch verdünnt (l Esslöffel auf 1 Glas Wasser) zum Spülen bei Mandelentzündungen (Angina) und Mundschleimhautentzündung (Stomatitis).

Thymian (Thymus uulgaris)

Hauptwirkstoff ist das Thymianöl.
Verwendung: Besonders bei akuten, fieberhaften Atemwegserkrankungen (Bronchitis) und bei Nieren- und Harnwegserkrankungen als Tee.

Meerrettich (Armorcia rusticana) (volkstümlich "Kren" genannt)


Der Hauptwirkstoff ist ein Gemisch natürlicher Senföle, die eine deutliche Bakterienhemmung entfalten.
Verwendung: Besonders bei Harnwegsentzündungen (Nierenbecken, Harnleiter, Blase), aber auch bei Infekten der Atmungsorgane anzuwenden. Kren wird gerieben und messerspitzenweise eingenommen oder auch äußerlich auf die Haut aufgetragen.

Salbei (Salvia officinalis) - der Bakterientöter!


Die Wirkstoffe sind ein ätherisches Ö1 mit Thujon, Eucalyptol, Kampfer und Gerbstoffe. Das Salbeiöl hat bakterienhemmende Eigenschaften. Der Salbeiaufguss ist vor allem Heilmittel bei entzündlichen Mundhöhlen- und Zahnfleischerkrankungen. Dabei ist die Kombination mit der entzündungswidrig wirkenden Kamille vorteilhaft. Überdosierung und Dauergebrauch bei Salbei vermeiden.

Kamille (Chamomilla recutita)


Hauptwirkstoff ist ein ätherisches 01, das Azulen enthält. Azulen gilt als wirksame entzündungswidrige Substanz.
Verwendung: Kamille ist geeignet bei allen entzündlichen Vorgängen der Haut und der Schleimhäute, wie Zahnfleischentzündung, Angina, Mundschleimhautentzündung, Nasenkatarrh und Magen-Darm-Katarrh. Kamille ist enthalten in zahlreichen Teemischungen, Salben oder als Kamillosan-Tinktur.

Die Zwiebel (Allivurn cepa)


Die beliebte Küchezwiebel war ein fester Bestandteil von Großmutters Hausapotheke. Sie enthält in der Hauptsache ein ätherisches Ö1 (Lauch- und Senföl), das in verschiedenen Verbindungen organisch gebundenen Schwefel enthält. Dieser ist auch in Sulfanamiden enthalten. Die desinfizierende Kraft der Zwiebel ist schon lange bekannt. Sie wurde bereits im Mittelalter zum Schutz gegen so verheerende Seuchen wie Pest und Cholera benutzt. Außer der antibiotischen besitzt sie noch eine Reihe anderer gesundheitsfördernder Wirkungen. Die Desinfektionskraft des Magensaftes wird vermehrt, krankhafte Darmbewohner (Gärungs-, Fäulnis-, Entzündungs- und Eitererreger) werden abgetötet.
Die Anwendung ist vielseitig. Wer kennt nicht den altbewährten Zwiebelsirup als Heilmittel bei Erkältungen der Atemwege. Für den Sirup eine Zwiebel schälen, in kleine Scheiben schneiden und mit l EL Kandiszucker und etwas Wasser zu einem dicken Brei kochen. Davon nimmt man gegen Husten alle zwei Stunden einen Teelöffel ein. Bei Insektenstichen wird eine aufgeschnittene Zwiebel auf die Einstichstelle gepresst.
Der Zwiebelwickel für Hals und Bronchien: Dafür wird die geschälte Zwiebel in Scheiben geschnitten und ohne Fett etwas weich gedämpft. In ein Leinentuch (oder Küchenkrepp) einschlagen, auflegen und ein Wolltuch darüber. Am besten so ins Bett gehen.
Zur Kurmäßigen Anwendung verwendet man am besten frisch gepressten Zwiebelsaft. "Ihre Früchte dienen zur Speise, und ihre Blätter als Arznei." Hesekiel 47, 12

Gottes Apotheke stammt aus der Sieben-Tage-Schöpfung. Der Schöpfer hat ein reichhaltiges Spektrum an Heilkräften in die Pflanzenwelt hineingelegt. Es ist dem Menschen überlassen, ihre Wirkung zu entdecken und anzuwenden.