Heute noch Sünde?

In unserer Gesellschaft geht das Bewusstsein für Gut und Böse immer mehr verloren.

 

Wenn jemand im Alltag von Sünde spricht, dann meint er meist Diätsünden, Umweltsünden oder die Vernachlässigung seines Fitness - Programms. Aber das trifft nicht den Kern der Sache.

Das Sündigen selbst bereitet vielen Menschen heute keine Kopfschmerzen mehr. Typische Ausrede: Man gönnt sich ja sonst nichts! Wir sprechen heute lieber von Entgleisungen oder misslungener Affektkontrolle. Bedauerlich sind meist nur die unangenehmen Begleiterscheinungen. Denn die diesseitigen Folgen ungezügelter Impulsivität oder Trägheit machen uns zunehmend zu schaffen - in Gestalt diverser Suchten, steigender Aggressivität und zerstörter Beziehungen.


In Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wächst die Tendenz das Gewissen zu verdrängen. Schuld und Sünde sind nahezu zu Fremdwörtern verkommen. In der gegenwärtig heranwachsenden Generation wird das immer deutlicher. In einer Schulklasse stellte ein Schüler die Frage: „Was ist das, Sünde?" Alles schwieg. Nur eine Mitschülerin hatte ihre Antwort parat: „Es gibt eigentlich keine Sünde. Sünde ist nur das, was man selber dafür hält. Wenn ich zum Beispiel jemanden umbringe, dann ist das keine Sünde, wenn ich einen Grund dafür habe!"
Diese Antwort bringt das Empfinden vieler Menschen heute auf den Punkt: Es gibt keine Sünde! Und wo es keine Sünde, kein Tabu gibt, gibt es auch keine Schuld und kein Unrechtsbewusstsein!
Aber was ist mit Brutalität, Gewalt, Bosheit, Gemeinheit und Lüge? Was ist mit Diebstahl und Raub, mit Betrug, Korruption, mit Mord und Totschlag, was ist mit Hartherzigkeit, Egoismus und Geiz, mit Schamlosigkeit und Hurerei, Menschenverachtung und Gottlosigkeit? Was ist richtig, was ist falsch? Wer weiß das heute noch, wo die meisten Leute die Zehn Gebote überhaupt nicht mehr kennen? Die Zehn Gebote Gottes, die das Miteinander der menschlichen Gesellschaft zusammenhalten sollen, drohen im Sandsturm dieser Zeit zu versinken, daher haben die Menschen keine Orientierung mehr. Ihnen fehlen die sicheren Werte.

Die fehlende Orientierung durch die Elternhäuser, auch die von den Massenmedien mitgegebenen negativen Leitbilder sind besonders in den Schulen spürbar. In der Tat: Wir haben es mit beunruhigenden Umwälzungen in unserer Gesellschaft zu tun, die alles auf den Kopf stellen: Unrecht wird zu Recht, Mitleid zu Schwäche, Rücksicht zum taktischen Fehler, Verbrechen zahlt sich in klingender Münze aus, Liebe wird zu Sex degradiert, das Abnormale wird immer mehr zur Norm erhoben. Die Bibel hat vor solchen Entwicklungen stets gewarnt:
„Wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen!" Jesaja 5,20

Was ist das, Sünde?


Sünde kann man nicht auf subjektives Empfinden verkleinern. Die Bibel gibt für „Sünde" eine fest umrissene Definition:
„Wer Sünde tut, steht gegen das Gesetz; und die Sünde ist Übertretung des Gesetzes!" 1. Joh. 3, 4
In Gottes Augen ist die Sünde GESETZLOSIGKEIT und schließt alles ein, was meine Beziehung zu einem anderen Menschen oder zu Gott verletzt und zerstört.
Sünde achtet nicht auf das, was die Liebe tun würde. Das Wort, das im hebräischen und griechischen Grundtext der Bibel für Sünde steht, bedeutet: das Ziel verfehlen! Die biblischen Ausdrücke kennzeichnen Sünde als Versagen, Fehler, Rebellion, Untreue, Bosheit, Untugend, Ungerechtigkeit, Gesetzlosigkeit und Übertretung. Sünde bewirkt, dass man das Ziel verfehlt und anderen Schaden zufügt. Unsere Worte, Gedanken, Handlungen „verfehlen das Ziel" oft genug und verletzen Familienangehörige, Freunde und Nachbarn. Häufig zerstören sich Menschen durch ihre Sünde selbst. Und schließlich beleidigen wir damit einen heiligen Gott.
Der Kern der Sünde ist die Selbstsucht, die in vielen Erscheinungsbildern existiert. Dahinter steht das menschliche ICH, das auf dem Thron sitzt und immerzu sein vermeintliches Recht fordert. Die Selbstsüchtigkeit steht im Gegensatz zum Gesetz der selbstlosen Liebe, die im Himmel herrscht - unter Gott und den heiligen Engeln.

Nach der Bibel gibt es keine „Sieben Todsünden" (niederträchtige Leidenschaften). Diese Einteilung entstammt der kirchlichen Tradition, von einem Mönch im 4. Jhd. nach Chr. Die Sünde ist die Ursache für alles Elend und Leid, das jemals auf diese Erde gekommen ist. Kriege, Blutvergießen, Krankheiten, Kriminalität, Rassismus, Sucht, Perversität, Betrug - in der Geschichte der Menschheit hat die Sünde ihre grausigen Spuren hinterlassen. „Die Sünde ist der Leute Verderben." Sprüche 14, 4

Hinter den Kulissen findet ein großer Kampf zwischen Recht und Unrecht im Universum statt.
Wir alle, ob wir es wissen oder nicht, sind an diesem Kampf beteiligt - entweder auf der Seite Gottes oder auf der Seite des Widersachers!


Woher die Sünde kommt

Die Sünde nahm ihren Ursprung im Weltall vor der Erschaffung des Menschen, als ein Engelwesen, Luzifer, aus eigenen Willen zum Widersacher (Satan) wurde. Einige Zeit nach der Erschaffung des Menschen verführte Satan in Gestalt einer Schlange auf unserer Erde Adam und Eva zum Ungehorsam gegen ein göttliches Gebot, das ihre Treue prüfen sollte. Gott musste die ersten Menschen wegen ihrer Sünde aus dem Paradies entfernen. Seitdem haben die Menschen eine sündhafte d.h. zur Sünde neigende Natur. Es sind die angeborenen und angeeigneten Charakterfehler, aber auch die Entfremdung von Gott.
Die Heilige Schrift kennt keine Erbsünde im Sinne der auf jeden Menschen übergegangenen persönlichen moralischen Schuld Adams. Aber jeder Mensch, der nach dem Sündenfall geboren wurde, besitzt diese innewohnende Neigung zur Sünde. Seitdem haben alle Menschen gesündigt und kein Mensch kann deshalb vor Gott bestehen: „Da ist keiner, der gerecht sei, auch nicht einer". (Röm. 3,10)
Da die Sündhaftigkeit sozusagen zu unserer ersten Natur geworden ist, können wir sie nicht aus eigenem Bemühen ändern. Jeremia, der Prophet Gottes drückt es gleichnishaft aus:

„Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Leopard seine Flecken?
So wenig könnt auch ihr Gutes tun, die ihr an das Böse gewöhnt seid!" (Jeremia 13,23)

Angesichts der Scherben, die in unserem Leben herumliegen, mögen wir zur Einsicht kommen: „Du musst dein Leben ändern! Bringe deine Beziehungen in Ordnung! Beherrsche dich beim Essen und Trinken! Aber leider , nach kurzer Zeit finden wir uns im alten Fahrwasser wieder. Es fehlt wohl an der Willenskraft! Leider reicht die Mobilisierung des Willens alleine nicht aus. Eine Kraft, die stärker ist als unsere eigene ist nötig, um uns aus dem Sumpf zu ziehen.
Die Flecken des Leoparden lehren uns: Wer sich innerlich nicht verändern kann, ist auch nicht in der Lage sich selbst zu retten. Das Dilemma des Sünders ist, dass er mit seiner Sünde dem Gericht Gottes verfällt und verloren geht, aber aus eigener Anstrengung seine Natur nicht verändern kann.

Wo ist der Ausweg aus diesem Dilemma? Wir benötigen übernatürliche Hilfe! Die Flecken des Leoparden lehren uns, dass wir ohne Erlöser verloren sind. Wir brauchen jemanden, der uns von der Macht der Sünde und des Todes frei macht.

„Das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde!" 1. Johannes 1,7