Das zweite Gebot

"Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen

, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem was im Wasser unter der Erde ist.
Bete sie nicht an und dienen ihnen nicht.
Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der heimsucht die Missetat der Väter bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen....."

2. Mo./Ex 20, 4-6

 Gott will, dass wir ihn allein als unseren Schöpfer anerkennen und ihm allein die Ehre geben! Doch der Mensch verehrt tote Bildnisse, geschnitzte Statuen, leblose Steine und andere Gegenstände und misst ihnen spirituelle Kraft bei. Von all dem erwartet er wundersame Wirkungen für Leib und Leben. Diese Gegenstände begleiten ihn in Krankheitstagen, auf der Suche nach Glück, in finanzieller Not, auf Reisen, ja sogar in der Todesstunde.
Dennoch bleibt er im Dunkeln, bleibt unerlöst und ohne wahren Frieden. Wie kann eine Heiligenfigur, ein Maskottchen, das ein Mensch geschnitzt oder gegossen hat, ihm helfen? Gott zeigt uns einen anderen Weg.

 In diesem zweiten Gebot geht es um echte und falsche Anbetung. Der heilige Gott hat das Recht, selber zu bestimmen, in welcher Weise er sich dienen lassen will. Er hat nicht nur verboten, dass wir Engel oder verstorbene Gläubige verehren und sie um ihr Eintreten anrufen, sondern auch dass wir ihre Bilder verehren. Ja, er hat das Herstellen von Bildern und Reliquien die religiöse Verehrung empfangen sollen, überhaupt verboten. Gott weiß zu gut um die Gefahr, dass das Sinnbild bald anstatt dessen verehrt wird, den es darstellen soll! Abgesehen davon handelt es sich nur um menschliche Vorstellungen.
Es steht also vollkommen im Widerspruch zur Schrift, wenn man einen aus Holz geschnitzten Christus an einem Kreuz hängend, verehren will. Jesus wird damit als Person entwürdigt, verunstaltet und entpersönlicht! Christus selbst sagte zu der Samariterin im Neuen Testament: „Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, dass die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit!" (Joh.4,23) Der wiedergeborene Christ aus „Wasser und Geist" (Bekehrung und Taufe) - und nur dieser ist ein wahrer Christ - braucht keine Hilfsmittel oder materielle Krücken für seinen Glauben und seine Anbetung.
Der Apostel Paulus erklärt im Römerbrief deutlich, warum jede sichtbare Darstellung, die zum Gegenstand der Verehrung und Anbetung wird, ein Abfall von Gott ist:
„Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken...... Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen..... Darum hat sie Gott... dahingegeben...." (Röm. 1, 20-24)

 

Ein Bild von Christus betrachten führt daher nicht zum wahren Christus und ein geschnitztes Herrgottsbild ist auch kein Christus, sondern höchstens ein menschliches Kunstwerk. Nach biblischer Auffassung ist Sichtbares vergänglich und daher kein Gegenstand der Verehrung: „Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig." (2. Kor. 4, 18)
Der erlöste Mensch hat im Geiste Zugang zu Gott Vater und Sohn und zum Heiligen Geist.
Bilderverehrung ist daher im Licht des zweiten Gebotes als Rebellion zu verstehen und verletzt die Heiligkeit Gottes.
Jede Rückkehr zur Verehrung und Anbetung von Bildern und Statuen, auch unter christlichen Vorzeichen, ist im biblischen Sinn als Rückkehr ins Heidentum zu betrachten, wo auch der Ursprung dieser verkehrten Frömmigkeitspraxis zu suchen ist.

 

Bilderverehrung in der Kirchengeschichte

 


Die Verehrung von Statuen, Bildern und Götzentempeln blühte im Heidentum lange bevor christliche Heilige oder Märtyrer auf der Weltbühne erschienen. Bei den selbst gemachten Religionen menschlichen Ursprungs ist Gott nicht anders denkbar als menschenähnlich mit menschlichen Eigenschaften. Man denke an die Götterwelt im antiken Griechenland, Babylon, Ägypten oder Rom. Was schreibt der alttestamentliche Prophet Jesaja angesichts dieses Götzendienstes? Leute beauftragen einen Goldschmied, der ihnen einen Gott aus Gold oder Silber herstellt. Den tragen sie dann in einen Götzenhain und fallen vor ihm nieder: „Schreit einer zu ihm, so antwortet er nicht und hilft ihm nicht aus seiner Not."(Jes.46, 4.7.)

 

Im Christentum finden wir den Beginn der Verehrung von Reliquien seit dem 4. Jahrhundert, in der Zeit, als sich das Christentum von der verfolgten Gemeinde Jesu zur Staatskirche wandelte.
Reliquien (Überbleibsel) so genannter „Heiliger", sind Bilder oder Figuren die durch Kniefall verehrt oder in einer Prozession durch die Straßen getragen wurden. Offiziell wurde die Bilderverehrung im Jahre 787 n. Chr. im Rahmen einer Kirchensynode eingeführt. Der Bilderstreit zog sich über Jahrhunderte hin. Erst seit dem 11. Jahrhundert ist der Widerspruch gegen die Bilderverehrung verstummt. Daher fehlt auch dieses zweite Gebot bedauerlicherweise in jedem Katechismus. Die Kirche teilte dafür das zehnte Gebot in zwei Gebote, damit die Anzahl wieder stimmte.
Doch der heidnische Götzendienst wurde unter christlichen Vorzeichen genauso lebendig wie zur Zeit des antiken Heidentums.

 

Heilsbringer. Der Glaube an wundertätige Gegenstände wie Amulette und andere Heilsbringer ist sowohl im ursprünglichen Heidentum wie auch in der modernen Esoterik fester Bestandteil des religiösen Kultes. Die wahre christliche Religion lehnt jedoch jede Art von Fetischismus als Aberglauben ab und darf sich allein auf das Wort Gottes verlassen.

 

Bilderkult, besonders um Maria. „Ihr sollt euch keine Götzen anfertigen, Schnitzbilder und Steinmale nicht errichten, Steine mit Bildwerk in eurem Land nicht aufstellen, um davor niederzufallen; denn ich der Herr, bin euer Gott!" (Lev. / 3. Mo. 26, 1) Die vielfältigen Erscheinungen einer angeblichen Maria lassen Bilderverehrung nicht nur zu, sondern fordern die Leute, denen sie erscheinen, geradezu auf. Darum kann es sich hier auch nicht um die Mutter des Herrn handeln, sondern um den Vater der Lüge in Verkleidung. Bei diesem Marienbilderkult können zwei Ausrichtungen unterschieden werden:
1. Die so genannten Gnadenbilder, denen eine Wunder bewirkende Macht zugeschrieben wird, also Magie;
2. Lebendig werdende Bilder und Statuen, die sprechen oder sich bewegen können, oder (blutige) Tränen weinen. Nach der Heiligen Schrift sind dies trügerische Zeichen (Okkultismus), die nicht göttlichen Ursprungs sind. (vgl. 2. Tess. 2, 10-11)

 

Die Früchte dieser Marienphantom-Erscheinungen sind daher Verführung zum Bruch des zweiten Gebotes Gottes hinsichtlich der Bilderverehrung; durch Einführung eines heidnischen Bilderkultes. Die erste Frucht dieser Erscheinungen ist der Aberglaube an verehrungswürdige Gegenstände, wie Medaillen und Amulette, die wunderwirksam sein sollen. Der Bilderkult beweist, dass nicht Christus, der Erlöser, sondern die Muttergöttin für die Menschen die Basis ihres Glaubens ist.
Sprechende und weinende Bilder sowie sich bewegende Statuen sind zu einem Standardwunder marianischer Erscheinungen geworden. Dies führt dann dazu, das Menschen nicht mehr bei Gott sondern bei „Maria" sein wollen. Damit wird sie zum Ersatzgott, wovor schon das erste Gebot warnt: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!"

 

Die Heilige Schrift spricht von einer Kettenreaktion, wenn auch nur ein Gebot übertreten wird:
„Denn wenn jemand das ganze Gesetz hält und sündigt gegen ein einziges Gebot, der ist am ganzen Gesetz schuldig!" (Jak.2,10)