Das dritte Gebot:

„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht."

 

2. Mose 20,7

 

Wenn wir den Namen unseres Gottes aussprechen, sollten wir bedenken, dass es sich um etwas H e i l i g e s handelt.
Wir können Gott, den Herrn über das ganze Weltall, mit unserem begrenzten Verstand nicht begreifen. Wir können ihn nur verehren und anbeten.

 

Ein jüdischer Gruß lautet: „Baruch ha Schem", gesegnet sei sein Name. Damit ist Gott gemeint. Der Name, der auf Gottes geheimnisvolles Wesen Bezug nimmt, wird im Urtext der Bibel mit dem Tetragramm, das heißt mit den vier hebräischen Konsonanten J H W H wiedergegeben. Dieser Name wird im Alten Testament das erste mal in 1. Mose 2,4 erwähnt. Ein frommer Jude spricht ihn normalerweise nicht aus. Stößt er beim Lesen auf diesen Namen, liest er statt dessen „ADONAJ", was „HERR" bedeutet.

 

Als Mose beauftragt wurde, das Volk Israel aus Ägypten zu führen, da war sein besonderes Anliegen, dass Gott ihm seinen Namen offenbare: „Siehe wenn ich zu den Kindern Israel komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? Was soll ich ihnen sagen?" Da gab Gott sich Mose zu erkennen mit den Worten: „Ich werde sein, der ich sein werde!" Und er fügte hinzu: „Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: „Ich werde sein" hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose:
Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: JHWH, euer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein gedenken für und für".
(2. Mose 3, 13-15)
Gott hat das Geheimnis seines Namens durch diese Aussage selbst enthüllt. ER ist die ewige Gegenwart, der Seiende, Bleibende, Dauernde, der sich niemals ändert (vgl. Mal. 3,6) Achtmal hat Gott in den Zehn Geboten seinen Namen mit eigenem Finger geschrieben.

 

„Heilig und hehr ist sein Name", so heißt es in Psalm 111,9. Die Israeliten betrachteten diesen Namen so ehrfurchtsvoll, dass er kaum über ihre Lippen kam, wussten sie doch genau, dass SEIN NAME drei göttliche Eigenschaften ausdrückt: heilig (Jesaja 57.15), herrlich (Nehemia 9,5) und erhaben (Psalm 148,13)
Wenn die Cherubime und Seraphim (Thronen-gel), die sündlos sind, sich dem Thron Gottes mit heiliger Ehrfurcht nähern und ihr Angesicht in seiner Gegenwart bedecken, wie viel mehr sollten wir als sündige Menschen ehrfürchtig Gottes Namen aussprechen. Wir stehen hier auf heiligem Boden.
Als der Prophet Jesaja in einer Vision an den Thron Gottes entrückt wurde, rief er aus: „Wehe mir, ich vergehe! Denn ich bin unreiner Lippen!" (Jesaja 6, 1-5) Und die Thronengel riefen: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth; alle Lande sind seiner Ehre voll!"

 

Der Gottesname JAHWE kommt im Alten Testament weit über 6.000 Mal vor und ist auch außerhalb dieser Schriften bezeugt. In der jüdischen Tradition wurde für JHWH entweder ELOHIM oder ADONAJ gelesen. Durch falsches Ineinanderlesen der beiden Worte (JHWH und Adonai) entstand die Namensform „Jehova", die ungefähr ab dem 11. Jhd. n. Chr. in Gebrauch kam. Galatinus, der Beichtvater von Papst Leo X. (16. Jhd) brachte die Namensform „JEHOVA" mehr und mehr in Anwendung.
Heute ist man sich großteils über die Namensform und deren Bedeutung einig. In der Elberfelder-Übersetzung heißt es schon in der Vorrede zur zweiten Ausgabe aus dem Jahr 1891: „Von den neueren Gelehrten wird fast einstimmig angenommen, dass anstatt Jehova „Jahwe" (d.h der ewig Seiende, der Unwandelbare, vgl. 2. Mose 3,14; Jes. 40,28) zu lesen sei."
Andererseits ist es auffällig, dass im Neuen Testament kein einziges Mal der Name Gottes (JHWH) zu finden ist. Aber Christus, der Sohn Gottes verkündigte diesen Namen in besonderer Weise dadurch, dass er auf die Werke Gottes hinwies und danach lebte. Er offenbarte die Eigenschaften Gottes, und damit erfüllte er auch alles andere, was mit dem Namen Gottes in Zusammenhang steht.

 

Wir verstehen daher, dass es nicht so sehr auf das Aussprechen oder Niederschreibens des Namens (JHWH) ankommt, sondern hier geht es um eine viel umfassendere Verkündigung, nämlich um die Verkündigung von seinem Wesen und Wirken: ER - unsere alleinige Zuflucht und Rettung; der ewig lebende, aus sich heraus existierende, immer wirkende und überall gegenwärtige Gott und Schöpfer alles Lebens.
Die Bibel verwendet aber nicht nur einen, sondern mehrere Namen für Gott: ELOHIM = die Gottheit (Mehrzahl), ZEBAOTH = Herrscher über alle Heerscharen, JAHWE = der ewig Seiende, JAHWE ZIDKENU = Jahwe, unsere Gerechtigkeit, EL SCHADDAI = Gott der Allmächtige, ADONAJ = der Herr. IMMANUEL= Gott mit uns.

 

Wie kann man nun den göttlichen Namen missbrauchen?

 


Allzu viele Menschen haben nur einen schwachen Begriff von der Heiligkeit Gottes und seines Namens. Sie gebrauchen diesen Namen nicht in respektvoller, ehrfürchtiger Art und Weise. Auch im Vaterunser, dem Mustergebet Jesu, werden wir aufgefordert: „Geheiligt werde dein Name!" Eine Reihe von Bibelstellen soll uns zeigen, wie wir den Namen Gottes missbrauchen, verunehren oder in Mißkredit bringen können:

 

  • Durch unehrwürdiges Aussprechen, das Herabziehen auf eine gewöhnliche Ebene, unüberlegte Redensarten (vgl. Kinderseite auf S. 12). Die häufige und gedankenlose Wiederholung seines Namens entehrt ihn (2. Mose 20,7). Unser Gebet soll ehrfürchtig gesprochen werden, wenn es erhört werden soll.
  • Durch Götzendienst Hes. 36, 16-28 (Verehrung von Ersatzgöttern)
  • Durch ein dem Willen Gottes entgegen gesetztes Handeln ( Jer. 34, 16)
  • Durch Geringachtung heiliger Dinge, (3. Mose 22, 1-9)
  • Durch falsches Schwören und einen Meineid (vgl. 3. Mose 19, 12)
  • Durch offene Lästerung, lästerliche Redensarten und Ausdrücke (vgl. 3. Mose 24, 10-17) Gott will nicht verspottet werden.
  • Durch die Missachtung der göttlichen Gebote (5. Mose 28, 58)
  • Durch Missbrauch des Namens als Aushängeschild, um Wahrhaftigkeit vorzutäuschen (vgl. Jes. 48, 1+2) Die Gesinnung darf nicht im Widerspruch zum Bekenntnis stehen.

 

Wir müssen uns daher in Acht nehmen, dass wir nicht zu jenen gehören die den göttlichen Namen im Munde führen, aber dabei so leben, dass es für Gott eine Schande ist. Wir sollten auch nicht schlecht über die Wahrheit, die Gebote Gottes und über die Sache des Evangeliums sprechen.
Wir wollen aber den Namen Gottes erheben und heiligen, indem wir die Heilsbotschaft verkündigen und danach leben!
Die himmlischen Wesen beten ihn Tag und Nacht an:

 

„Heilig, heilig, heilig ,
ist Gott der Herr,
der Allmächtige,
der da war und der da ist und
der da kommt!"
Offenbarung 4,8