Das sechste Gebot

"Du sollst nicht töten!"


(2. Mose 20, 13)

Weil der Mensch zum Ebenbild Gottes geschaffen wurde (siehe 1. Mose 1,27), daher ist es auch ein Frevel gegenüber Gott einen Menschen zu töten. Gott allein kann das Leben geben und darum hat er auch als Einziger das Recht, das Leben wieder zu nehmen. Gott wird einen solchen Frevel nicht ungestraft lassen, diesen Grundsatz lesen wir bereits im Alten Testament:
1. Mose 9,6 „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden, denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde bemacht."
3. Mose 24,17 „Wer irgend einen Menschen erschlägt, der soll des Todes sterben."

Gott will nicht, dass sich jemand an Menschenleben vergreift. Er will, dass wir es schützen.
Doch der Wert und der Respekt dem Leben gegenüber schwindet immer mehr. Wie sieht heute die Wirklichkeit aus?

Mord, gewaltsame Tötung. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden pro Jahr 1,6 Millionen Menschen umgebracht. Fast jede Minute wird irgendwo auf der Welt eine Person gewaltsam getötet und in jeder Stunde raffen Kriege 35 Menschen dahin. Besonders bedrückend ist die starke Zunahme von Morden unter Jugendlichen. Laut WHO ist dieser Trend vor allem in den USA, in den Ländern Ost- und Zentraleuropas und in Südamerika festzustellen. Im letzten Jahrhundert ist die schier unfassbare Zahl von 191 Millionen Menschen durch Kriege und Morde umgekommen.

Selbstmord, Freitod, Suizid.
Pro Jahr begehen etwa eine Million Menschen Selbstmord. Das geht aus derselben Statistik hervor. Demnach sterben mehr Menschen durch Selbsttötung als durch die aktuellen kriegerischen Handlungen auf diesem Globus. Rein statistisch gesehen nimmt sich alle 40 Sekunden ein Mensch das Leben. Natürlich gibt es bestimmte Gruppen von Menschen mit hoher Selbstmordrate wie Suchtkranke (Alkohol, Medikamente, Drogen), aber auch Depressive, Alte und Vereinsamte. Doch hängt der Selbstmord auch von Vorbildern, Anlässen und Umgebung ab. Bei Jugendlichen ist der Selbstmord nach Verkehrsunfällen die zweithöchste Todesursache.

Leider werden heute Ansichten verbreitet, die eine absolute Übertretung des sechsten Gebotes bedeuten: „Die führende britische Expertin für medizinische Ethik empfiehlt älteren und gebrechlichen Menschen sich umzubringen, um ihren Familien und der Gesellschaft nicht zur Last zu fallen." (Topic 1/2005). Wenn aber unsere betagten Eltern und Mitbürgern einem solchen Nützlichkeitsdenken zum Opfer fallen, dann könnte dadurch bald eine Hintertür zu aktiver Sterbehilfe geöffnet werden.

Ein Christ weiß, dass er nicht Hand an sich legen darf und dass der Selbstmord eben nicht die einzige Lösung aller persönlichen Probleme darstellt. Wir haben einen Gott, an den wir uns auch in den schwersten Lebenslagen um Hilfe wenden können. Schon mancher, der Schluss machen wollte hat auf diese Weise erfahren: Gott hat wunderbar eingegriffen und es ging wieder weiter!

Euthanasie, Sterbehilfe
Was versteht man unter Sterbehilfe? Es bedeutet Handlungen zu setzen, die das Sterben eines Menschen herbeiführen oder beschleunigen können. Dabei unterscheidet man aktive Sterbehilfe (Tötung auf Verlangen) oder passive, wenn lebensrettende Maßnahmen unterlassen werden.

Euthanasie (von griech. Euthanatos = guter, sanfter Tod) bedeutet soviel wie aktive Sterbehilfe. Seit dem Jahr 2002 ist Euthanasie, die Tötung auf Verlangen, in den Niederlanden unter bestimmten Voraussetzungen gesetzlich zugelassen. Damit ist es das erste Land der Welt. Doch betrachten wir die Entwicklung dieser Sache: 2004 ist zum ersten Mal die Alzheimer-Erkrankung als Euthanasiegrund anerkannt worden. Da die Anzahl der Alzheimer-Kranken stark anwächst, wird auch bald in anderen Ländern das Thema „Sterbehilfe" bei Alzheimer diskutiert werden. 2005: Kenner des holländischen Medizinbetriebes behaupten es seien weitaus mehr als die 18.000 bis 20.000 Fälle pro Jahr.

Aktive Sterbehilfe wird nun sogar an behinderten Säuglingen geleistet. Nun denkt man laut darüber nach, die Sterbehilfe auch auf Schwerbehinderte zu erweitern. Mehrere staatliche Studien haben gezeigt, das jährlich fast 1000 Holländer ohne ihre Einwilligung getötet werden. Es regt sich aber auch immer mehr Widerstand.

Die Niederlande sind der unübersehbare Beleg dafür, dass ein erstes Abweichen vom Tötungsverbot zu einer immer weiter ausufernden und unkontrollierbaren Euthanasie-Praxis führt. Das muss ein warnendes Beispiel für die anderen europäischen Länder sein.
Eine einfühlsame Sterbebegleitung und Palliativpflege sind jedenfalls die menschlichere Alternative.

Abtreibung, Schwangerschaftsunterbrechung
Das ungeborene Leben ist nicht einfach etwas Unfertiges, sondern wird von Gott her bereits als ganzer Mensch betrachtet. Gott sprach zum Propheten Jeremia bei seiner Berufung: „Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleib bereitete und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest." (Jer.1,5) Hier wird kein „Zellhaufen" oder „Gebärmutterinhalt" angesprochen, sondern eine Persönlichkeit: Das Herz des Ungeborenen schlägt am 18. Tag nach der Empfängnis. Am Ende des zweiten Monats ist der Embryo bereits vier cm groß, Arme und Beine sind erkennbar. Am Ende des dritten Monats ist das Ungeborene nachweislich schmerzempfindlich. Bei einer Abtreibung durch Curettage oder Absaugung würde dieses kleine lebendige Wesen in Stücke gerissen. Ein Mensch, der das Recht hätte zu leben, wurde vorsätzlich umgebracht.

Seit 1976 ist die Abtreibung staatlich erlaubt. Seitdem wurden Millionen Kinder stillschweigend umgebracht. Hunderttausende Männer, Frauen, Ärzte und Berater sind bereits schuldig geworden. Diese Schuld hat meist Folgen für ihre Seele: Depressionen, Alpträume, psychische Störungen. Ganze Schulklassen werden Jahr für Jahr abgetrieben. Doch Töten ist niemals der Weg um soziale, gesellschaftliche oder persönliche Probleme zu lösen. Diese Kinder werden in der nächsten Generation fehlen. Wir werden es spätestens dann merken, wenn niemand mehr da ist, der unseren Rollstuhl schiebt.

Wir verurteilen nicht Mütter, die in einer drückenden Lebenslage keine andere Möglichkeit sehen. Gott vergibt auch die Schuld bei aufrichtiger Reue und dem Bekenntnis der Sünde. Doch die bessere Lösung wäre es, bereits bei den Ursachen anzusetzen: Wenn das siebente Gebot: „Du sollst nicht ehebrechen!" beachtet und ein verantwortungsvolles Sexualleben geführt würde, so würde sich die Frage der Abtreibung weit weniger häufig stellen.

„Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger...!" (1. Joh.3,15)
Ist Rache erlaubt? Nein! Gott allein hat sich die Rache, das gerechte Gericht vorbehalten. Jesus Christus hat in der Bergpredigt das sechste Gebot nicht nur auf Mord und Totschlag, sondern auf Hassgefühle, Zorn und beschimpfende Reden ausgedehnt. (Matth.5,22) Wer ist nicht in Gedanken schon einmal zum Mörder geworden? Selbst wer dem Anderen nur Böses wünscht, hat schon das sechste Gebot übertreten. Jesus zeigt uns den furchtbaren Ernst der Sünde, damit wir uns zu ihm als Retter wenden.

Heute müssen wir noch die Tötung virtueller Art mit einbeziehen. Eines der weltweit erfolgreichen Computerspiele „Doom 3" macht den Spieler mit verschiedenen Tötungsarten bekannt:
„Es verspritzt literweise Blut auf weißen Kacheln....usw." Man kann es als Einübung in eine Tötungsmaschinerie betrachten.
Der „Abschuss" virtueller Personen ist seit langem auf dem Markt. Solche Computerspiele wirken sich verheerend auf das kindliche und jugendliche Denken aus. Zu den langfristigen Folgen gehört, dass Spieler gegenüber Gewalt abstumpfen und ihre Fähigkeit zur Anteilnahme verringert wird.
Es ist eindeutig nachgewiesen, das Gewalt im Videospiel zu mehr Gewalt in der realen Welt führt. Eine verantwortungslose Spielindustrie ist auf gigantische Profite aus und verdirbt damit die Jugend.

Gott ist der Herr des Lebens. Jede Art von Tötung und Mord kommt von Satan, seinem Widersacher, den Christus einen „Mörder von Anfang an" genannt hat. Darum sind alle Tötungsformen wie Krieg, Völkermord, Ausmerzung „unwerten Lebens" die abscheulichen und schrecklichen Folgen einer Welt ohne Gott, in der sich jeder selbst der Nächste ist.