Das siebte Gebot

„Du sollst nicht ehebrechen!"

2. Mose 20, Vers 14,

Die Formen des Zusammenlebens werden heute immer vielfältiger.
Zweit- und Drittehen, Patchworkfamilien mit Adoptivkindern, nichteheliche Lebensgemeinschaften und gleichgeschlechtliche Partnerschaften sorgen für Verwirrrung.

Was bedeutet „Ehe" im ursprünglichen Sinn und welchen Stellenwert besitzt sie?

Das Wort „Ehe" kommt sprachgeschichtlich von einer urgermanischen Sprachwurzel, der auch die Worte „Gesetz" und „Recht" entstammen. Es ist auch verwandt mit dem Wort „ewig". Man kann daher sagen, dass die Ehe ein „ewig geltendes Recht" ist.

Gottes Entwurf der Ehe

Die Ehe ist kein menschlicher Einfall, auch keine Erfindung der Gesellschaft. Niemand geringerer als Gott selbst ist der Stifter der Ehe, denn er kennt unsere tiefsten Sehnsüchte. Er weiß, dass der Mensch im Grunde auf Gemeinschaft angelegt ist. Daher sprach Gott: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei!" (1. Mose 2,19) Bereits im Paradies setzte Gott die Ehe und den Sabbat als Stiftung an die Menschheit ein und beides sollten Ruhe und Glück bedeuten:
„Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hangen; und sie werden ein Fleisch sein." (1. Mose 2,24) Ehe ist also das von Gott gewollte Verhältnis von Mann und Frau. In der Ehe werden sie zu einer Wesensgemeinschaft verbunden.

Doch Satan, der Widersacher Gottes, hat das schöne Geschenk verdorben und er will das Ebenbild Gottes im Menschen zerstören, durch Streit, Untreue, Trennung. Leider ist ihm das bis heute vielfach gelungen.

In Matthäus 19, 4-6 wiederholt Jesus Gottes Gedanken über die Ordnung der Ehe:
„Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen und werden die zwei ein Fleisch sein? Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden".

Was ist Ehebruch?

Nur wenn zuvor der Begriff „Ehe" klar ist, kann der Begriff „Ehebruch" definiert werden. Es ist Gottes Wille, dass die Ehe als Zweierbeziehung zwischen Mann und Frau geschützt wird. Denn die Ehe hat eine ordnende Funktion innerhalb der Gesellschaft. Wo sie missachtet und nicht geschützt wird, zerbricht das tragende Fundament mit zerstörerischen Folgen.

Mit Ehebruch ist jeder gedanklich oder praktisch ausgeführte Geschlechtsverkehr außerhalb einer geschlossenen Ehe zu verstehen. Jesus macht in der Bergpredigt deutlich, wo der Ehebruch beginnt:
„Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, der hat schon die Ehe mit ihr gebrochen in seinem Herzen." (Matth. 5,28) Gemeint ist hier eine verheiratete Frau, die von einem anderen Mann sexuell begehrt wird. „Begehren" bedeutet so viel wie Pläne schmieden, um an die Frau heranzukommen. Das Pläneschmieden ist also schon Ehebruch und nicht erst die Tat. Nach Matth. 15,19 beginnt der Ehebruch also in den Gedanken: „Aus dem Herzen kommen arge Gedanken: Ehebruch, Hurerei". Gottes Wort urteilt aber über die Ehebrecher, „dass sie das Reich Gottes nicht ererben werden" (1. Kor.6,9), und:
„Die Hurer und Ehebrecher wird Gott richten!" (Hebräer 13,4)

Doch der Mensch meint, zur Treue unfähig zu sein. Dabei merkt er nicht, dass er selbst zum Opfer seiner Lust geworden ist. Auf der Suche nach sexueller Befriedigung verspielt er sein Lebensglück. Ist Ehebruch heute nicht an der Tagesordnung und eheliche Treue die Ausnahme geworden? Wie viel Leid entsteht durch Ehebruch, Ehescheidung, Trennung! Die Kinder sind in besonderem Maße die Leidtragenden. Gott spricht: „Ich hasse Ehescheidungen!" (Mal. 2,16)
Gott will unser Bestes. Wer seinen Willen akzeptiert, wird letztlich den Segen davon haben, auch wenn es anfangs mit Verzicht verbunden ist.

Was führt oft zum Ehebruch?

  • Treulosigkeit, auch in Gedanken
  • Mangelnde Wertschätzung und Vernachlässigung des Ehepartners
  • Fehlende Gottesfürchtigkeit - Gottes Gebote werden leichtfertig missachtet
  • Wenn Probleme auftauchen in der Ehe, sind viele nicht mehr bereit daran zu arbeiten. Man neigt dazu, sich zu schnell zu trennen
  • Leichtfertige Motive für die Eheschließung. Was nicht viel wert ist, wird auch bald wieder aufgegeben, wenn sich etwas Besseres findet
  • Die falsche Einstellung, dass Sexualität als Konsumgut betrachtet wird
  • Das Anschauen von Sex- und Pornomagazinen oder entsprechenden Videos, und damit die Vorbildfunktion
  • Aufreizendes Verhalten, Flirten und zweideutiges Reden bereiten den Boden für einen Ehebruch
  • Alkohol und Drogenkonsum

 

Die christliche Familie in der Welt von heute

Seit den letzten Jahrzehnten erleben wir einen ideologischen Krieg. Die Beseitigung von Ehe und Familie ist eines der erklärten Ziele einer bewusst antigöttlich ausgerichteten Bewegung. Unverbindliche Partnerschaften auf Zeit werden als Ersatz angeboten, als „Lebensabschnittspartner" sozusagen.
Die Scheidungsraten gehen seit Jahren dramatisch in die Höhe, so dass heute jede zweite bis dritte Ehe wieder geschieden wird. Der Ehebruch wurde gesetzlich legitimiert und ist heute keine strafbare Handlung mehr. Durch die Sexualisierung der Gesellschaft wurden die Grundlagen der Ehe (Liebe und Treue) ausgehöhlt. Durch die Legalisierung der Abtreibung wird die Untreue gefördert. Statt dessen will man homosexuelle Partnerschaften legalisieren und immer mehr der Ehe gleichstellen. So wird Gottes Schöpfungsordnung verdreht und abgeschafft! Dafür beklagen wir überall den Werteverfall, ja das Wertechaos. Die praktizierte Sexualerziehung hat unsere Generation häufig liebes- und bindungsunfähig gemacht.

Schuldig geworden?

Wenn jemand durch schuldiges Verhalten, durch Untreue und Ehebruch, durch Ungeduld und Egoismus in eine Scheidung hineingeraten ist, zeigt die Bibel dann einen Ausweg? Ja! Durch Umkehr und Vergebung.

Im Neuen Testament wird die Begegnung Jesu mit der Ehebrecherin geschildert, die zum Tode durch Steinigung verurteilt worden war. Die Pharisäer forderten Jesus heraus, aber Jesus sprach zu ihr: „So verdamme ich dich auch nicht. Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!"
Sünde ist immer verabscheuungswürdig in den Augen Gottes. Doch wer sie ernsthaft bereut und sich innerlich davon lossagt, kann zu Gott kommen und die Vergebung seiner Schuld erfahren.
Durch den Glauben bringen wir Gottes heilenden und heiligenden Einfluss in die Ehe.

Nach biblischem Verständnis gehören Gottesbund und Menschenbund, Glaubenstreue und eheliche Treue eng zusammen. Wenn eines fällt, so wird auch das andere nicht lange halten. Wir können daher nur ermutigen, zu den göttlichen Ordnungen zurückzukehren.

 „Die Rosen in Nachbars Garten". Wie man der Versuchung zum „Seitensprung" erfolgreich widerstehen kann entnehmen Sie unserem „Eheseminar" (Broschüre im Angebot).