Das achte Gebot

„Du sollst nicht stehlen!"

2. Mose 20, Vers 15

Gott will, dass Eigentum respektiert und geschützt wird. Das achte Gebot ordnet daher im menschlichen Zusammenleben den Bereich von materiellen Gütern, Eigentum und Besitz, sowie den Bereich geistigen Eigentums.
Doch durch Neid, Gewinnsucht und Raffgier wird der Mensch schnell zum Dieb und vergreift sich am Besitz des anderen. Manche Menschen haben einfach nicht gelernt mit Geld umzugehen. Andere werden durch Armut und Notlagen zum Stehlen verführt, weil derjenige meint, es gehe eben nicht anders.

„...und sie klauen wie die Raben".... Diebstahl hat heute viele Gesichter:

  • Diebstahl im Kaufhaus und in der Firma
  • Steuerhinterziehung
  • Gefälschte Bilanzen
  • Lohndumping / Ausbeutung am Arbeitsplatz
  • Manager, die sich selbst enorme Privilegien zuschanzen, die mit Leistung nicht mehr erklärt werden können
  • Auch Faulheit und Nachlässigkeit am Arbeitsplatz
  • Raubkopien
  • Plagiat-Diebstahl von geistigem Eigentum
  • Raubüberfälle, Bankraub, Plünderungen, Einbrüche
  • Preise zu hoch ansetzen
  • Auch Freiheitsberaubung, Sklaventum
  • Den anderen die Zeit stehlen
  • Doch heute müssen wir noch dazuzählen:
  • Das gewissenlose Ausbeuten der Rohstoffe auf Kosten nachfolgender Generationen
  • Gewissenlose Spekulationsgewinne auf Grundnahrungsmittel und Treibstoffe, so dass dadurch die Allgemeinheit geschädigt
    wird. Heute werden hohe Gewinne privatisiert, Verluste auf die Allgemeinheit abgewälzt, wie die letzten Bankenpleiten zeigen.
  • Die kleinen Leute müssen mit ihren Steuergeldern dafür herhalten.

Leider gehört das Raffgier-Denken zum heutigen Wirtschaftssystem. So ist Gier zum Leitmotiv der Weltwirtschaft geworden. Immer schneller soll immer mehr Geld aus der Arbeit von Menschen herausgepresst werden. Dass man sie dabei um Kraft und Gesundheit beraubt, spielt keine Rolle. Moral und Ethik sind etwas für feierliche Symposien, so ein Wirtschaftsredakteur. Im geschäftlichen Alltag gewinne aber der, der vor nichts zurückschrecke. Doch die Kehrseite dieses Raffgier-Denkens schafft eine Hölle, in der viele ausgebeutete Menschen auf der Strecke bleiben.

„Geldgier ist eine Wurzel allen Übels!" mahnt Gottes Wort in 1. Tim.6, 10. Hoffentlich beherzigen Christen diese Warnung eher als andere. Nach einer Untersuchung des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen wird um so weniger Geld am Fiskus vorbeigeschleust, je mehr Menschen in seiner Gesellschaft an Gott glauben. Eine direkte Auswirkung des christlichen Glaubens auf das Gemeinwesen lässt sich somit nachweisen. („Topic", März 2008)

Nur nicht erwischen lassen?

Das ist nicht, was das achte Gebot meint. Das achte Gebot ist eine Barrikade für die Seele. Es verbietet jede Art von Unehrlichkeit, Ungerechtigkeit und Betrug. So wie wir mit Menschen verfahren, so verfahren wir auch mit Gott. „Damit niemand zu weit gehe und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über alles..." (1. Tess.4, 6) Ein echter Christ wird nicht zulassen, dass die Begierden und selbstsüchtigen Wünsche über ihn herrschen, sonder mit Gottes Hilfe daran arbeiten, dass Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Rechtschaffenheit zur zweiten Natur werden. Das sind nicht die Grundsätze, die diese Welt regieren, die aber im Himmel erwünscht sind! Erforschen wir daher die wahren Beweggründe unseres Redens und Handelns, um die eigene Hinterhältigkeit zu entdecken. Jesus hat gesagt: „Geben ist seliger denn nehmen!" (Apg. 20,35)

Wir mögen Menschen hinters Licht führen, doch vor dem Gericht Gottes werden auch heimliche Taten offenbar. Besser als ein kurzfristiger materieller Vorteil ist ein reines Gewissen und im Frieden mit Gott zu leben. Solange Himmel und Erde bestehen, werden die heiligen Grundsätze des Gesetzes Gottes ein Segen sein.

Wenn Kinder stehlen

Wenn Kinder bereits anfangen zu stehlen, so ist es entscheidend, wie man damit umgeht. Die „Kirschen in Nachbars Garten" zu klauen ist kein harmloser Kinderstreich, sondern handfester Diebstahl. Es gilt in Kindern ein Unrechtsbewusstsein zu entwickeln. Wir müssen herausfinden, warum das Kind stiehlt und wofür es das gestohlene Geld verwendet. Das ist nur herauszubekommen, wenn ein gutes Vertrauensverhältnis besteht. Wir halten das schuldige Kind zur Wiedergutmachung an, Gestohlenes wird gemeinsam zurückgebracht.

Wenn die Eltern nicht nur reden, sondern auch mit der Tat ein gutes Beispiel für Ehrlichkeit geben, so ist das der beste Schutz, damit sich das Kind nicht zur „diebischen Elster" entwickelt.

Wiedergutmachung

Tatsache ist, wenn all das wieder zurückgebracht würde, was in den Kaufhäusern gestohlen und all das wieder an Ort und Stelle käme, was am Firmentor vorbei „in die eigene Tasche" geschmuggelt wurde, käme man am Jahresende mit der Inventur nicht mehr klar!

Gott gebietet uns, das von anderen entwendete Gut zurückzuerstatten, die schuldhaft angerichteten Schäden wieder gut zu machen, die Schulden zurückzuzahlen und den Arbeitern den gerechten Lohn zu geben. Als Jesus damals in das Haus des Zöllners Matthäus einkehrte, schimpften die religiösen Leute darüber, denn Zöllner galten als Betrüger. Doch nach der Gemeinschaft mit Jesus änderte Zachäus seinen Sinn und versprach: „Siehe, die Hälfte meiner Güter gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen haben, das gebe ich vierfach zurück". Jesus aber lobte seine Sinnesumkehr und sprach: „Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams." (Lukas 19, 8 + 9)

Besser als entwenden und an sich bringen ist, zu helfen und zu geben, wo jemand Mangel leidet. Der Apostel Paulus weiß die beste Therapie für Menschen, die zum Diebstahl neigen:
„Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, damit er habe zu geben dem Bedürftigen." (Epheser 4, 28)