Was tun bei niedrigem Blutdruck?

Zu hoher Blutdruck (Hypertonie) gilt als häufigster Risikofaktor für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weniger ernst genommen wird dagegen ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie). Dabei kann Hypotonie unangenehme Beschwerden verursachen und auch ein ernstes Alarmzeichen sein.

 

Ab wann gilt der Blutdruck als zu niedrig?


In medizinischen Lehrbüchern liest man, dass der erste Wert beim Blutdruckmessen (systolischer Blutdruck - er entsteht, wenn sich der Herzmuskel zusammenzieht und Blut in den Körper pumpt) über 100 sein soll.
Nach neuerer Ansicht ist der Blutdruck auch dann zu niedrig, wenn Beschwerden darauf zurückgeführt werden müssen:

  • Müdigkeit,
  • Antriebsschwäche,
  • Schwindelgefühl,
  • Wetterfühligkeit,
  • Kältegefühl,
  • Schweißausbrüche,
  • Konzentrationsprobleme,
  • Kollapsneigung beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen.

Zu beachten ist, dass Blutdruckschwankungen auch von der Tageszeit (am Morgen niedriger als am Abend) und von der Jahreszeit (im Sommer niedriger als im Winter) abhängig sind.

Wo liegen die Ursachen für zu niedrigen Blutdruck?


Sie hängen mit einer schlechten Blutverteilung im Körper zusammen. Rund 85 % des gesamten Bluts befinden sich im Venensystem, also in jenen Blutgefäßen, die das Blut zum Herzen zurückführen. 15 % fließen in den Arterien, die sauerstoffreiches Blut in die Körpergewebe transportieren. Bei Menschen mit Hypotonie sammelt sich zuviel Blut in den Venen der Beine. Dieser ungenügende Rücktransport zum Herzen und die damit verbundene schlechte Blutverteilung kann verschiedene Ursachen haben:

  • Bestimmte Herz-Kreislauferkrankungen, Infektionen
  • Seelische Überbelastung - Stress, der zu Erschöpfung führt. Eine häufige Ursache bei Frauen mit Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt. Der niedrige Blutdruck ist hier ein Hinweis, dass der Organismus keine Energie mehr aufbringen kann.
  • Langes Stehen bei warmer Witterung bzw. in der Hitze und in schlechter Luft
  • längere Bettlägerigkeit oder zu wenig Bewegung
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente (z.B. entwässernde oder blutdrucksenkende)

Es sollte medizinisch abgeklärt sein, ob eine Grundkrankheit vorliegt.

Wie kann geholfen werden?


Hier kommt es vor allem auf die Bereitschaft des Betroffenen an, selbst auf geeignete Weise mitzuhelfen. Sich nur auf Tropfen gegen niedrigen Blutdruck verlassen, führt erfahrungsgemäß nicht zu dauerhaftem Erfolg.

Leider ist häufig der Genuss von Bohnenkaffee das Mittel der Wahl, um wieder „auf die Beine" zu kommen. Koffein wirkt erregend auf das zentrale Nervensystem, aber nach der Erregung folgt eine Phase der Erschlaffung und Lähmung. Die Kraftreserven des Organismus werden angegriffen. Die Kreislauflabilität bei niedrigem Blutdruck wird weiterhin verstärkt, während der Betroffene durch fortgesetzten Kaffeegenuss in eine psychische Abhängigkeit hineingerät. Der Kaffee ist wie eine Peitsche, die das Pferd antreibt, aber den Hafer nicht ersetzen kann.

Bei Vorliegen eines Erschöpfungszustandes ist konsequente Ruhe und Erholung das Mittel der Wahl. Es muss dabei möglich sein, sich von der Alltagssituation zu lösen. Erholung trägt dazu bei, Kräfte zu sammeln, widerstandsfähiger zu werden.
Wer zu niedrigem Blutdruck neigt, braucht besonders viel Flüssigkeit, etwa sechs bis acht Gläser Wasser über den Tag verteilt. Am besten gleich nach dem Aufstehen zwei große Gläser Wasser trinken. Das kurbelt zusätzlich auch die Verdauung an. Trinken Sie Teesorten, die einen kreislaufaktivierenden Einfluss haben: Weißdorn, Rosmarin, Ysop.
Versuchen Sie folgende Teemischung: Rosmarinblätter + Melisse + schwarze Johannesbeerblätter zu gleichen Teilen. Zwei Teelöffel voll auf eine Tasse mit siedendem Wasser überbrühen und zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen. Mehrmals täglich trinken, besonders zum Frühstück.

Vermeiden Sie fette und üppige Mahlzeiten. Sie verstärken nur die Kreislaufprobleme, weil sich das Blut im Magen-Darmfrakt ansammelt.

Trockenbürsten: Bürste aus Naturfasern oder ein festes Frotteehandtuch verwenden. Extremitäten in Längsrichtung herzwärts bürsten mit verstärktem Druck, am Körper kreisförmig. Rechts beginnen: Außenseite der Füße - Unter- und Oberschenkel, danach die Innenseiten. Anschließend das Gesäß. Am Oberkörper wieder rechts beginnen: die Außenseite der Arme von den Handgelenken bis hoch zu den Schultern, danach die Innenseiten. Dann kreisförmig im Uhrzeigersinn - Brust, Bauch, Rücken.