Jugend

Die Einstellungen Jugendlicher zur Religion

 

Es gibt ein grundlegendes Bedürfnis des jungen Menschen nach Religiosität und Glauben. Doch wer nicht mit der Religion der Bibel aufgewachsen ist, besitzt eine unklare, allzu menschliche Gottesvorstellung. Daher finden heute pantheistische Vorstellungen viel Zustimmung: Gott ist in der Natur, die Natur bin ich, Gott ist in mir. Daher müsse das Göttliche im Menschen nur noch entfaltet werden. Doch biblisch gesehen ist diese Auffassung ein Irrweg, der die christliche Heilswahrheit untergräbt, die Notwendigkeit einer Versöhnung mit Gott wegnimmt und den Menschen zu seinem eigenen Erlöser macht. Gott ist im Himmel über der Natur und nicht ein Teil von ihr.

Er ist Schöpfer, nicht Geschöpf.

 

 

Einweiterer Trend ist, dass Religiosität oft nicht mehr in der Kirche stattfindet. Für Jugendliche erhält Religiosität dann durch Events ihren besonderen Kick. Man wandert lieber nach Rom oder Köln zum Papsttreffen oder nach Taizé. Aber die dort vertretenen Wertvorstellungen (z.B. Sexualmoral) übernehmen sie häufig nicht. Das steht auf einem ganz anderen Blatt.

 

 Auf Grund der Ergebnisse solcher Umfragen könnte der Mensch der Postmoderne zu dem Schluss kommen: Eigentlich ist es gleichgültig, an welchen Gott man glaubt. Hauptsache, man glaubt überhaupt - oder?

 

Im Rahmen der 13. Shell-Studie „Jugend 2000“ gaben 25 Prozent der befragten Jugendlichen an, nicht religiös zu sein. Nur 17 Prozent konnten dem atheistischen Bekenntnis überhaupt nichts abgewinnen; der Rest findet Religion mehr oder weniger unnötig für die eigene Lebensführung.

 

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Auflistung nach Religionszugehörigkeiten: Ein Viertel der über 5000 Jugendlichen sind ohne Konfession.

 

Welche Einflüsse führen zur scheinbaren Areligiosität der Jugend? Da spielt einmal die Kosten-Nutzen-Abwägung der Konsumgesellschaft eine Rolle:  Was bringt mir meine Gläubigkeit? Was bekomme ich im Gegenzug? Dieses Konsumdenken wird unreflektiert auf die eigene Religiosität übertragen.

 

In einer Zeit mit hoher Neigung zur Individualisierung wird wenig Sinn dafür entwickelt, auf kurzfristigen Genuss zugunsten eines langfristigen Nutzens zu verzichten. Das macht den Zugang zum Glauben an Christus schwer, denn dort muss man genau das erlernen.

 

In einem „Supermarkt der Weltanschauungen“ besteht heute die Neigung, sich ein eigenes Gottesbild zusammenzuzimmern mit ausgeborgten Elementen von verschiedenen Weltanschauungen. Dabei wird Gott selbst zum Patchwork-Wesen gemacht, multifunktional einsetzbar und den jeweiligen Lebensumständen angepasst. Das ist nicht die biblische Vorgabe. Natürlich kann jeder Mensch sein höchstpersönliches Gottesbild haben aber auf welcher Grundlage?

 

In einer Studie des Würzburger Lehrstuhls für Religionspädagogik, die länderübergreifend in Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Großbritannien durchgeführt wurde, wurden 2000 Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren 25 verschiedene Glaubenssätze vorgelegt: „Es gibt etwas Höheres, was wir nicht in Worte fassen können“, oder „Gott ist für mich der Gott aus der Bibel“.

 

Positiv beurteilt wurden die Aussagen, die Gott als höhere Macht oder undefinierbares Geheimnis vorstellen. Als negativ wurden hingegen Glaubenssätze empfunden, die eng mit dem kirchlichen Kanon verbunden waren, aber auch Aussagen, in denen Gottes Existenz geleugnet wurde. Das Konzept eines strafenden Gottes, der eine höhere Gerechtigkeit darstellt, findet kaum noch Anhänger unter den Jugendlichen. Doch das Gericht Gottes und die Verantwortung des Menschen ist ein wesentlicher Teil des Evangeliums.

 

 

 

Biblische Antworten auf  Fragen der Gegenwart

 

 

 

Das säkulare Gottesbild gibt sich gerne nebulos und undefinierbar, als „etwas Höheres, was wir nicht in Worte fassen können“, als „Transzendenz“ oder Spiritualität“. Gott hat für den modernen Menschen ein wenig erkennbares Gesicht. Er ist „universal, fern und nah zugleich“. Kritisch betrachtet bedeuten diese Aussagen: Nichts Genaues weiß man nicht!

 

 

 

Doch die Bibel macht sehr deutliche Angaben über Gott:

 

  • Wir haben nicht „irgendein höheres Wesen“, sondern einen Gott der sich offenbart (Röm.1, 19.20).
  • Diese Gottesoffenbarungen finden wir sowohl in der Schöpfung (Röm.1,20) als auch in der Heiligen Schrift (Joh.5,39)
  • Gottes Wesen erkennen wir durch Jesus Christus, seinen Sohn (Joh. 14,9),
  • Gott ist ein persönlicher Gott, nicht irgendeine „Energie“ oder „Kraftquelle“, daher sprechen wir ihn auch als Person an: „Unser Vater im Himmel!“
  • Gotteserkenntnis ist notwendig um das Ziel unseres Daseins, nämlich das ewige Leben zu    erlangen (Joh.17,3)
  • Gott erwartet, dass der Mensch nach diesen Gottesoffenbarungen sucht und ihn immer besser kennen lernt. Solche Menschen bezeichnet Gott als klug (Psalm 14,2)
  • Ein toter Glauben an „irgendein“ unbekanntes höheres Wesen steht auf keiner höheren Stufe als der Glaube der Dämonen (Jak. 2, 29)  weil es ein Glauben ohne persönliche Konsequenzen ist.  Diese werden nicht gerettet, weil sie gegen Gottes Ordnungen verstoßen. Dämonen können die Wirklichkeit  Gottes ja nicht leugnen, doch das macht sie weder selig noch fromm.
  • Die persönliche Verantwortung des Menschen Gott gegenüber kann nicht ausgeklammert werden. Sie gibt dem Glauben ein moralisches Gewicht: „Freue dich Jüngling in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein in deinen jungen Tagen. Tu, was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt; aber wisse, dass dich Gott um dies alles vor Gericht ziehen wird.“ (Pred. 11,9)

 

 

 

Gott als undefinierbares Geheimnis– das kommt dem modernen Menschen sehr gelegen. Er braucht nicht weiter zu forschen, und daher, so glaubt er, auch sein Leben nicht zu ändern. Doch Gott anerkennt diese Art von Glauben nicht. Jesus hat bereits vorausgesagt, dass in der letzten Zeit vor seiner Wiederkunft der wahre Erlösungsglaube kaum noch zu finden sein wird: „Doch wenn des Menschen Sohn kommen wird, meinst du, dass er auch werde den Glauben finden auf Erden?“ (Luk 18,8)

 

Nein, es ist nicht gleichgültig an welchen Gott man glaubt oder welches Gottesbild man sich macht. Christus spricht: „Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt...“ Nur der Gott der Bibel ist der authentische Gott, der den authentischen Heilsweg weist. Menschliche Phantasievorstellungen sind leider Irrwege des Heils.

 

 Vor allem junge Leute brauchen heute den Glauben an einen persönlichen Gott:  „Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleib bereitete.“  So kennt er jeden Menschen mit Namen und Lebensumständen und möchte, dass wir uns über das Gebet persönlich an ihn wenden. Er hilft uns, die Lebensprobleme zu meistern und gibt Kraft als Antwort auf unser Gebet.

 

Junge Leute fragen oft: „Was bringt mir meine Gläubigkeit? Was bekomme ich im Gegenzug?“  Die Konsumgesellschaft nimmt eine Kosten-Nutzen-Abwägung vor und überträgt diese Haltung 1:1 auf das Glaubensleben. Von Gott bekommt man allerdings Güter, die auf keiner Konsumliste stehen: die Vergebung von Schuld und Sünde, Frieden mit Gott, die Kraft das Gute zu tun, Charakterveränderung zum Guten, Erkenntnis über göttliche Dinge und letztlich das ewige Leben. Gott formt uns zu reifen Persönlichkeiten.

 

Doch diese Güter ziehen nur junge Menschen an, die nach Höherem als nach Konsum streben. Ja, man kann Christ sein ohne ein Kirchgänger zu sein. Aber Christ sein ohne Christus und die Heilige Schrift — das ist unmöglich! Christ sein im engeren Sinne ist keine Kultur sondern ein Kindschaftsverhältnis: „Unser Vater im Himmel!“ Wo Kinder Gottes sind, verändern sie die Welt zum Guten.

 

 

 

„Wenn nun das alles zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommen Wesen“.    2. Petr. 3,11.