Warum hat Gott die 10 Gebote gegeben?

Der Zustand der heutigen Gesellschaft

 

Die dramatischen Veränderungen in unserer Gesellschaft bereiten vielen Menschen Sorge. Da gibt es immer mehr Brutalität, Gewalt, Machtgier, Unmoral. Da gibt es Lug und Trug an laufenden Band. Die Menschheit wird von den Medien mit moralischem Schmutz überflutet. Moralische Werte, die man gestern noch hochgehalten hat, scheinen heute bedeutungslos. Überall Unsicherheit und Angst. Andere stürzen sich bewusst oder unbewusst in den Konsum und Materialismus. Dramatisches ereignet sich auf unserem Planeten. Eine Krise löst die andere ab. Auch die Familien und Gemeinschaften werden immer mehr zerrüttet.

Was haben wir falsch gemacht? Sind die himmelschreiende Missstände in unserer Welt nicht größtenteils hausgemacht? In dieser von Krisen geschüttelten Welt sucht man vergeblich nach charakterstarken klugen Führungspersönlichkeiten. Wo sind denn die Vorbilder, an denen sich unsere heranwachsende Generation orientieren kann?
Die Wahrheit ist: Die meisten Menschen haben Gott aus ihrem Denken gestrichen und darum seinen Segen verloren. Die Bibel sagt es ja: „Das Land ist entheiligt von seinen Einwohnern; denn sie übertreten das Gesetz und ändern die Gebote und lassen fahren den ewigen Bund. Darum frisst der Fluch das Land, denn sie verschulden´s, die darin wohnen". (Jes.24,6)
Dort, wo man auf Gott nicht mehr hört, ist alles möglich. Der Weg ohne ihn führt nur nach unten.
Die Menschheit hat Gottes Gebote missachtet. Und jetzt erntet sie was sie gesät hat. Wir gleichen einem Schiff ohne Kompass. Es schlingert auf dem offenen Meer den unvorhersehbaren Katastrophen, dem Untergang entgegen. Gibt es einen rettenden Ausweg? Ja, wenn wir uns nur wieder auf Gottes Ordnungen besinnen würden, die diese Welt und die Menschheit zusammenhalten!

 

Für wen gelten die Zehn Gebote?

Gott hat damals mit seinem auserwählten Volk Israel einen Bund geschlossen und ihnen am Berg Sinai die Zehn Gebote gegeben, nachzulesen in 2. Mose 20.

Das Gesetz wurde zu jener Zeit nicht ausschließlich für die Israeliten gegeben. Aber Gott ehrte sie, indem er sie zu Hütern und Bewahrern seines Gesetzes machte. Er beabsichtigte jedoch, dass sie es als ein heiliges und anvertrautes Gut für die ganze Welt betrachten sollten: „Lasst uns die Hauptsumme aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen!" (Prediger,12, 13) Wir halten fest: Die Zehn Gebote sind somit für alle Menschen gültig und anwendbar! Sie bilden Gottes Lebensordnung, die er für uns vorgesehen hat.

 

Nur zehn!

Tausende von Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften werden jährlich im Parlament verabschiedet. Oft sind sie schon veraltet und müssen binnen kürzester Zeit ergänzt oder erneuert werden. Doch Gott braucht nur zehn! Und diese zehn sind für alle Zeiten gültig. Sie sind nicht überholt, nicht mangelhaft, nicht wirkungslos geworden und müssen durch andere ersetzt werden.

Die Zehn Gebote sind so ewig wie Gott selbst. Mit seinem eigenen Finger hat er sie auf Moses Steintafeln geschrieben. Die Zehn Gebote sind der einzige Teil der Bibel, den Gott höchstpersönlich aufgezeichnet hat.

Zehn Vorschriften, kurz, bündig und maßgebend, enthalten die Pflichten des Menschen gegenüber Gott und seinem Mitmenschen. Und alle stützen sich auf den großen Grundsatz der Liebe.

 

Warum wurden die Gebote für den Menschen niedergeschrieben?

Eine einzige Sünde nur war es, die Adam und Eva, die ersten Menschen im Paradies, von Gott getrennt hat. Der Teufel hat, in Gestalt einer Schlange, den Menschen zu dieser Tat des Ungehorsams gegen Gott verführt. Man stelle sich vor: Durch einen einzigen Ungehorsam Gott gegenüber ist die Sünde in jedes Menschenleben gekommen. Ausnahmslos! Alle sind von diesem „Killervirus" angesteckt. Alle sind davon in Mitleidenschaft gezogen. „Sie sind alle Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten!" (Röm. 3,23) Die harmonische Gemeinschaft zwischen Gott und seinen Geschöpfen ist zerbrochen. Die Folge? Der Mensch ist durch die Sünde an Leib, Seele und Geist schwach geworden. Die Menschheit ist seitdem einer Abwärtsentwicklung unterworfen. Am Ende steht für jeden der Tod: „Denn der Tod ist der Lohn der Sünde!" (Röm. 6,23)

 

Doch Gott liebt den Menschen.

Er will nicht den Tod des Sünders. Er will, dass jeder zu seinem Gott umkehrt und lebt: Darum hat Gott dem Menschen, der sich auf der „Todeslinie" befindet, die Gebote zum Leben gegeben! (Röm.7,10)
Die Gebote sind keine Strafe, auch keine Einschränkung! Sie sollen als Leitplanke zum Guten, Schutz und Bewahrung gegen die todbringende Sünde sein.

Genau diese Frage stellt ja der Apostel Paulus: „Was soll denn das Gesetz?" Und er gibt gleich die Antwort: „Es ist hinzugekommen um der Sünden willen......." (Gal.3,19)
Die Bedeutung dieser Bibelstelle ist, dass das Gesetz gegeben wurde, um die wahre Natur der Übertretung zu zeigen und erkennbar zu machen, was Sünde ist. Damit sollten Menschen einerseits vor der Sünde abgeschreckt werden, andererseits sollte sie das Bewusstsein ihrer Schuld zur Erkenntnis bringen, dass sie Gottes Hilfe und einen Erlöser brauchen. Das ist der wahre Grund, warum Gott dem gefallenen Menschen das Gesetz gegeben hat und diese Anwendung des Gesetzes besteht immer noch.

„Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde!" (Röm.3,20) Nochmals: Gott gibt dem Menschen sein Gesetz, indem sein Wille klar zum Ausdruck kommt. Gott gibt deutliche Anweisungen, damit niemand die Ausrede hat, er könnte das nicht verstehen. Gerade durch die Gebote erkennt der Mensch, der sie versteht, die schreckliche Sündhaftigkeit der Übertretung und seinen verlorenen Zustand: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenem Leib! Dank sei Gott durch Jesus Christus unsern Herrn!" (Röm.7,24)

Die Zehn Gebote Gottes vergleichen wir einem Spiegel, der dir sagt: Du bist schmutzig!
Aber der Spiegel kann dich nicht reinigen. Dazu brauchst du Wasser und Seife. Im Falle der Sünde ist das Reinigungsmittel das teure Blut Jesu Christi, das er für uns zur Erlösung vergossen hat.(Hebr.9, 22)

Der rechtmäßige Gebrauch des Gesetzes besteht darin zu zeigen, was Sünde ist, den Sünder zu überzeugen, dass er ein Gesetzesübertreter ist und dass er einen Erlöser braucht.
Wer braucht einen Arzt? Doch der Kranke, nicht der Gesunde! Wer braucht die Gebote? Nicht der Gerechte, sondern der Gesetzesübertreter: „Und weiß solches, dass dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen, den Vatermördern und Muttermördern, den Totschlägern und Unzüchtigen, den Menschenhändlern, den Lügnern, den Meineidigen und wenn noch etwa anderes der heilsamen Lehre zuwider ist." (1. Tim. 1,9 + 10). All den Menschen, die Gottes Gesetz übertreten soll es vor Augen gehalten werden, damit sie ihre Taten im wahren Licht sehen. Erst wenn die Verletzung schmerzhaft gefühlt wird, sucht man Heilung für die Wunde.

Wir werden also nicht durch das Halten der Zehn Gebote erlöst, sondern dazu gebracht, Erlösung von unserer Schuld zu suchen! Es ist wichtig, das zu verstehen, denn hier gibt es viele Missverständnisse.

Christus zeigte in seinen Lehren, wie weit reichend die Grundsätze des am Sinai verkündeten Gesetzes sind. In der Bergpredigt vertiefte und erweiterte er die Anwendung der Zehn Gebote nicht nur auf das äußere Verhalten, sondern auch auf den inneren Menschen, seine Gedanken und Beweggründe. Er selbst hat in seinem Erdenleben alle Gebote in vollkommener Weise gehalten und wurde so für uns zum großen Vorbild: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe; gleich wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe." (Joh. 15,10).