Missverständnisse über die 10 Gebote

Gottes Gebote sind so unwandelbar wie Gott selbst:

 „Ich, der Herr, wandle mich nicht!".(Mal. 3,6) In diesem Punkt gibt es heute in der Christenheit viele Missverständnisse. Eine weit verbreitete falsche Lehre der Neuzeit ist, dass das Gesetz Gottes für die Menschen nicht mehr bindend sei. Wo aber die göttlichen Vorschriften verworfen werden, hört die Sünde auf sündhaft und die Gerechtigkeit wünschenswert zu erscheinen. Die Ablehnung und die Unkenntnis der Zehn Gebote ist heute eine Hauptursache für den moralischen Verfall der Gesellschaft. Die Bibel sagt über solche Zustände: "Es ist Zeit dass der Herr dazutue; sie haben dein Gesetz zerrissen!"(Psalm 119,126)

Wir wollen heute auf einige Einwände eingehen, die die Gültigkeit der Zehn Gebote betreffen.

 

"Wir leben im neuen Bund!"

Das ist richtig. Aber warum sollten wir im Neuen Bund andere Gebote haben oder gar keine mehr?
In Hebräer 8,10 wird das Wesen des Neuen Bundes mit folgenden Worten beschrieben: Das ist der Bund, den ich machen will mit dem Hause Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: "Ich will geben mein Gesetz in ihren Sinn und in ihr Herz will ich es schreiben und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein." Viele Tausende wenden sich von Gott und seinem Gesetz ab, auch in der sogenannten Christenheit. Jesus aber will es denen ins Herz schreiben, die ihn als ihren Herrn annehmen. Das ist der neue Bund! Im Alten Bund versprachen die Menschen, die Gebote Gottes zu halten, aber sie hatten die Gebote nicht im Herzen. Darum scheiterten sie. Wer Gottes Gebote nicht im Herzen hat, steht noch im Alten Bund und will durch eigene Werke vor Gott gerecht werden.

Warum sollte Gott nicht alle zehn Gebote in unser Herz geben? Wer Jesus in sein Herz aufnimmt, nimmt auch die Liebe zum Gesetz Gottes auf. Jesus sagt: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe." (Joh. 15,10)
Der neue Bund steht nicht gegen die Gebote: Der neue Bund schafft vielmehr die Voraussetzung, dass die Gebote durch die Liebe erfüllt werden.

 

"Wir stehen nicht unter dem Gesetz sondern unter der Gnade!"

Nehmen wir an, ein Mann hätte ein Verbrechen begangen und wäre zu einem Zuchthausaufenthalt verurteilt worden. Doch wird er eines Tages durch einen Gnadenakt frei. Der Gefangene empfängt etwas, das er nicht verdient hat. Er ist frei - aus Gnaden - durch eine Amnestie. Befreit ihn die empfangene Gnade und geschenkte Freiheit von jeglicher Verpflichtung dem Gesetz gegenüber? Nein! In Wirklichkeit hat er mehr denn je die Verantwortung, dem Gesetz des Staates zu folgen.

Wenn jemand seine Sünde bekennt und die Vergebung Jesu annimmt, steht er nicht mehr unter der Strafe des Gesetzes, sondern er ist frei aus Gnaden. Kann er jetzt sagen: „Ich stehe in der Gnade, das alte Gesetz brauche ich nicht mehr zu halten?" Wird ihn das Gesetz bei einer erneuten Übertretung nicht mehr schuldig sprechen? Die Bibel sagt: Übertretung des Gesetzes ist Sünde. Gnade hebt nicht das Gesetz auf, sondern die Strafe. Wer das Gesetz bricht, steht unter dem Verdammungsspruch des Gesetzes.
Die Tatsache, dass wir unter der Gnade stehen, erlaubt uns nicht, eines der Gebote zu missachten. Paulus fragt: "Wie nun? Sollen wir sündigen, weil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne!" (Röm. 6,15)

Wir können auch so fragen: Dürfen wir die Ehe brechen, können wir lügen stehlen oder töten, nur weil wir unter der Gnade sind? Warum soll die Gnade den Sabbat aufheben und den Sonntag einsetzen? 
Die Sonntagsheiligung hat die frühkatholische Kirche mit gesetzlichen Mitteln erzwungen. Was hat das mit der Gnade zu tun?
"Es gibt nur noch das Gebot der Liebe!"
Ein Gesprächspartner erklärte mir einmal, Jesus habe das Gesetz der Zehn Gebote abgeschafft und uns dafür das Gebot der Liebe gegeben. Da Jesus aber sagte, er sei „nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen", muss an dieser Überlegung etwas falsch sein.

Jesus sagte: "Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte! Dies ist das vornehmste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. In diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten". (Matthäus 22, 37-40)
Die Liebe zu Gott und die Liebe zum Nächsten sind die beiden Grundpfeiler, auf denen die Zehn Gebote verankert sind. Wer seinen Nächsten liebt, wird kein falsches Zeugnis wider ihn sprechen und sein Eigentum weder begehren noch stehlen. Er wird Vater und Mutter ehren und die Ehe heilig halten. Wenn wir Gott von ganzem Herzen lieben, dann werden wir keine anderen Mächte oder Kräfte an seine Stelle setzen. Wir werden seinen Namen nicht missbrauchen, keine geschnitzten Bilder verehren und seinen heiligen Sabbat nicht übertreten. Jesus sagte, dass alle Gebote am Grundsatz der Liebe zu messen sind.

 

"Wir werden durch den Glauben gerecht!"

In Römer 3,31 sagt der Apostel Paulus: "Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf." Wenn das Gesetz nicht übertreten worden wäre, hätte Jesus nicht zu sterben brauchen. Das gebrochene Gesetz machte sein Opfer erforderlich. So richten wir das Gesetz auf (bringen es zur Geltung), in dem wir glauben, dass Jesus für unsere Übertretungen gestorben ist.

Wir werden allein durch den Glauben an Jesus Christus mit Gott versöhnt und vor ihm gerechtfertigt.
Die Versöhnung nimmt unsere Schuld weg und bringt uns so in Übereinstimmung mit dem Gesetz. 
Die Versöhnten und Gerechtfertigten lieben Gottes Gesetz. Christus ist dazu gestorben und auferstanden, "damit die Gerechtigkeit, vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist." (Röm. 8,4)

Der Apostel sagt, dass die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit nicht von uns oder durch uns, sondern in uns erfüllt wird. So haben wir keinen Grund, uns unserer Werke zu rühmen. Denn jede gute Tat hat Jesus in uns gewirkt. Christus hat uns von unserem Hang zum Ungehorsam erlöst. Nun ist es uns eine Freude, ihm zu gehorchen. Darum beachten wir auch den Sabbat, den Christus eingesetzt und zum Segen für jeden Menschen bestimmt hat.

Niemand wird gerecht durch das, was er tut, sondern wer gerecht geworden ist durch die freie Gnade Christi, der tut, was recht ist. Wir dürfen hier Ursache und Wirkung nicht verwechseln.

 

"Die zehn Gebote wurden ans Kreuz genagelt!"

Dieser Spruch ist bei religiösen Auseinandersetzungen gängig. Doch wo spricht die Bibel darüber? In der Tat gibt es einen einzigen Bibeltext darüber und dort heißt es: "Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn weggetan und an das Kreuz geheftet !" Kol. 2,14
Nun müssen wir die Frage klären, was denn nun wirklich ans Kreuz geheftet wurde ? Die Antwort lautet: der Schuldbrief, wörtlich die „Handschrift" (des Mose), das ist das Zeremonialgesetz mit allen Opfervorschriften für das alttestamentliche Volk Israel. Viele Christen wissen heute nicht mehr, dass es im Alten Bund zwei Arten von Geboten gab. Dieses Halbwissen führt aber zu Verwechslungen und falschen Schlüssen. Die Wahrheit ist: Christus tilgte unsere Schuld, unsere Sünde, die uns das Gesetz bezeugt, durch seinen Tod am Kreuz.