Volkskrankheit Osteoporose

Unsere Knochen bestehen aus einer Anzahl von Elementen.

Die zwei wichtigsten Minerale des Knochens sind Kalzium und Phosphor. Wenn Kalzium aus den Knochen eine Zeitlang verloren geht, dann werden sie dünner, spröder und für Knochenbrüche anfälliger. Diese Stoffwechselerkrankung des Knochens nennt man Osteoporose. Allerdings hat jeder Mensch mit etwa 70 Jahren etwa ein Drittel seiner Knochenmasse verloren. Dieser altersbedingte Knochenabbau ist keine Krankheit. Osteoporosekrank ist jemand erst dann, wenn die Knochen frühzeitig so viel an Substanz verloren haben, dass sie bereits bei normalen Belastungen brechen.

Die Osteoporose ist mit anderen bedeutsamen Erkrankungen des älteren Menschen, wie z.B. Bluthochdruck, Arterienverkalkung oder Lungenemphysem in gleicher Reihe zu sehen. Neben jeder 3. Frau in den Wechseljahren sind zunehmend auch Männer betroffen Die Früherkennung erfolgt durch Knochendichtemessungen. Das normale Röntgenbild zeigt die Ausdünnung der Knochenmasse erst, wenn bereits ein Drittel verloren gegangen ist.

Meist wird man erst durch unangenehme Folgen aufmerksam. Charakteristisch ist eine erhöhte Knochenbruchgefahr, besonders im Bereich des Oberschenkelhalses. Durch Wirbeleinbrüche entsteht langfristig ein so genannter "Witwenbuckel", der Frauen immer kleiner werden lässt. Dadurch verlagert sich der Körperschwerpunkt nach vorne und die Sturzgefahr wird größer. Häufig leiden Betroffene schon bei unvorsichtigen Bewegungen unter starken Schmerzen, bedingt durch eine Verformbarkeit der Knochen mit Druck auf nahe liegende Nerven.

Osteoporose ist nicht als normale Alterserscheinung abzutun. Sie bedeutet quälende Kreuzschmerzen, einen verunstalteten Körper und dauernde Invalidität infolge von Knochenbrüchen. Die Selbständigkeit des alten Menschen geht verloren.

RISIKOGRUPPEN und RISIKOVERHALTEN


Für Osterreich gibt es noch keine verlässlichen Zahlen, doch schätzt man die Zahl osteoporosegefährdeter Frauen auf etwa 360.000. Frauen sind ungleich häufiger betroffen als Männer. Ein Grund dafür ist, dass sie mit den Wechseljahren die schützende Wirkung der Ostrogene weitgehend verlieren. Trotzdem wird nicht jede Frau osteoporosekrank. Nur 22 % gehören zur Risikogruppe. Besonders gefährdet ist, wer

  • vor dem 45. Lebensjahr in die Wechseljahre gekommen ist
  • die Eierstöcke entfernt bekam
  • sich nicht ausreichend körperlich bewegt
  • täglich Bohnenkaffee trinkt
  • häufig Alkohol konsumiert
  • viel raucht.


Raucher haben ein wesentlich größeres Osteoporose-Risiko als Nichtraucher, denn Rauchen ist eine Säure produzierende Gewohnheit. Dadurch wird Kalzium von den Knochen und Zähnen für den Verbrauch abgeleitet. Morsch werden die Knochen auch durch größere Alkoholmengen. Der Alkohol hemmt die Aktivierung von Vitamin D und behindert somit die Kalziumaufnahme. Koffein. das im Kaffee. Tee und Soft Drinks enthalten ist, hat ebenfalls eine ungünstige Wirkung auf den Knochenbau. Es verursacht, dass mehr Kalzium als normal ausgeschwemmt wird.

Eine hohe Eiweißaufnahme, vor allem von isolierten Eiweißpräparaten führt zu einer erhöhten Kalziumausscheidung. Auch ein übermäßiger Salzverzehr steigert die Kalziumausscheidung und wirkt sich somit negativ auf die Knochen aus. Weil Vitamin D eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel spielt und die beste Vitamin D-Quelle Sonnenlicht ist, kann auch ein ständiger Mangel an Sonnenlicht Osteoporose fördern.

WAS SONST NOCH AN DEN KNOCHEN NAGT


Eine zu hohe Aufnahme von Phosphat gehört ebenfalls zu den "Knochennagern", also zu den Stoffen, die sich unvorteilhaft auf den Knochenstoffwechsel auswirken. Phosphate sind ein natürlicher Bestandteil von Lebensmitteln, werden aber auch in starkem Umfang als Zusatzstoff verwendet. Besonders Wurstwaren, Limonade, Speiseeis, Cola-Getränke und Schmelzkäse enthalten meist größere Phosphatmengen und sollten im Rahmen einer Osteoporosediät gemieden werden.

Eine wesentliche Ursache für Osteoporose ist ein ZUVIEL an Eiweiß, besonders in Verbindung mit tierischen Fetten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt ein tägliches Eiweißminimum von ca. 40g täglich. Der Durchschnittsamerikaner (ebenso der Mitteleuropäer) nimmt täglich über 100 g auf. Was geschieht mit diesem Übermaß an Eiweiß? Zuerst wird es in Aminosäuren auf gespalten, ein Teil wird in der Leber umgewandelt und über die Nieren im Harn ausgeschieden. Mit den ausscheidenden Harnstoffen und Aminosäuren gehen große Mengen Mineralien mit. Eines der verloren gehenden Spurenelemente ist Kalzium. Studien zeigen: Je mehr Eiweiß jemand isst, desto mehr Kalzium verliert er!

Bei weltweiten Studien des Problems Osteoporose ist man betroffen von der Tatsache, dass die Erkrankung am meisten in Ländern verbreitet ist, wo Milchprodukte und Kalziumzusätze im Übermaß konsumiert werden.

Das Vorkommen der Osteoporose ist am niedrigsten in Ländern, wo die wenigsten Milchprodukte konsumiert werden, z.B. in Afrika. Eine Reihe von Studien wurde unter Bantufrauen gemacht. Sie nehmen weniger als die Hälfte Eiweiß wie Amerikaner zu sich und haben einen Lebensstil mit hohem Kalziumverbrauch (im Durchschnitt zehn Kinder). Doch Osteoporose ist dort so gut wie unbekannt.