Venenleiden

Ein heilsamer Lebensstil

 

Müde, schwere Beine sind das Anzeichen für einen überlasteten Kreislauf oder eine ungenügende Durchblutung. Sie können aber etwas tun, damit Ihre Beine in Schwung bleiben! Außer gezielten Bewegungsübungen zur Förderung der Muskelpumpe und des Rückflusses ist oft eine Kompression der Venen von außen notwendig. Sie wird mit elastischen Binden oder Kompressionsstrümpfen erzeugt. Dazu genügen meist Unterschenkelstrümpfe, die jedoch bei ständigem Gebrauch jedes halbe Jahr erneuert werden müssen.
Ergänzend dazu sollen Kälteanwendungen vorgenommen werden: Mindestens einmal am Tag soll die Haut über den Venen kalt sein!

Ein kalter Venenguss wird so durchgeführt:

  • den Wasserstrahl von den Zehen aufwärts bis zur Kniekehle (rechter Fuß) führen, auf der Innenseite wieder zurück. Dasselbe am linken Fuß, dann die Rückseite rechts und links. Zum Schluss die Fußsohlen kurz begießen.
  • Auch regelmäßiges Wassertreten (15°C), Taulaufen oder kalte Wadenwickel werden zur Venentonisierung angewendet. 

Die Anwendung von nassen Strümpfen (nach Kneipp) lindert Beschwerden. Dazu werden knielange Wollstrümpfe in kaltes Wasser getaucht, gut ausgedrückt und für zehn bis dreißig Minuten angelegt, vorzugsweise im Liegen (dabei Zehen und Füße in den Sprunggelenken intensiv hin- und herbewegen).

Eine Entlastung bringt die Hochlagerung der Beine während der Nacht, durch ein erhöhtes Bettfußende (ca. 10 cm) oder durch ein Venenkissen. Der Druck der Beinvenen ist im Stehen fünfmal größer als im Liegen. Im übrigen sollte man auch beim Sitzen die Beine nicht kreuzen, es behindert die Durchblutung.

Atemübungen haben eine rückflussfördernde Wirkung. Besonders Bauch- und Flankenatmung soll angewandt werden.

Massagen und Bürstenmassagen sollen nur mit nötiger Vorsicht angewandt werden, bei geschwollenen Beinen mit den Fingerspitzen. Bei den Zehen beginnen, zum Herzen massieren.

Was den Venen nicht gut tut!


Heiße Bäder, Thermalbäder, Sonnenbäder.
Auf die Kleidung ist bei Venenleiden zu achten. Tragen Sie keinerlei Kleidungsstücke, die den Rückfluss behindern: Kniestrümpfe, Strumpfbänder, Gürtel, enge Miederhosen.
Achten Sie auf bequeme Schuhe mit Fußbett, die nicht drücken und keine hohen Absätze haben. Kein Kleidungsstück sollte eine Markierung auf der Haut hinterlassen.
„Bei jedem Schlag des Herzens sollte das Blut rasch und leicht in alle Teile des Körpers wandern. Seine Zirkulation sollte nicht durch feste Kleidung oder durch ungenügende Bekleidung der Gliedmaßen behindert werden. Alles, was den Blutumlauf hemmt, verursacht Stauungen." E.G. White

DIÄT


Eine spezifische Heildiät für Venenerkrankungen gibt es zwar nicht, einige Zusammenhänge sind jedoch zu beachten.
Übergewicht begünstigt Venenerkrankungen bei Prädisponierten und erhöht die Komplikationsgefahr für Blutgerinnsel.
Stuhlverstopfung kann vermehrten Druck in den Beinvenen erzeugen. Daher sollte man stopfende und blähende Nahrungsmittel vermeiden und ballaststoffreiche Nahrung (viel Vollkorn, Obst, Gemüse) bevorzugen. Eine fettarme Diät trägt dazu bei, dass das Blut nicht zu dickflüssig wird.
Gefäßbeeinflussende Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder Koffein sind auch bei Venenerkrankungen zu meiden.

Heilpflanzen - gesund aus der Natur


Die pflanzlichen Wirkstoffe, die bei Venenleiden angewendet werden sind Rosskastanienextrakte. Sie wirken entzündungswidrig, venentonisierend und erhöhen die Widerstandkraft der Haargefäße. Der Hauptinhaltsstoff Aescin wirkt abdichtend auf die Venenwände. Rosskastanienextrakte sollen nach den Mahlzeiten eingenommen werden. Gut bewährt haben sich auch Präparate aus Mäusedorn, der ebenfalls auf die Gefäßwände einwirkt.

Die Heilpflanzen können Krampfadern nicht beseitigen. Ihre Anwendung dient der Linderung von Beschwerden, dem Schutz noch gesunder Venenbereiche und der Vermeidung von Komplikationen. Pflanzenextrakte sollen in Verbindung mit Bewegung und allen oben genannten physikalischen Maßnahmen angewendet werden.

Jeder der unter Krampfadern zu leiden hat, sollte sie naturgemäß und ausdauernd pflegen. Sie sind nicht von heute auf morgen in Ordnung zu bringen, aber: Eine naturgemäße Regenerierung ist sinnvoller als gewaltsame Entfernung oder Verödnung!

„Der Herr der Schöpfung legt Wert darauf, dass wir die heilenden Kräfte der Natur nutzen."